Umsatz stagniert seit 10 Jahren
Signifikanz allerdings kann Manor gebrauchen, die Unternehmensleitung muss handeln. Viele grenznahe Filialen gehören zur Gruppe, im Geschäftsjahr 2011 meldete der Konzern, dass Manor über 40 Prozent des Gesamtumsatzes in den Grenzregionen erzielt. Deshalb sind die Besitzer vom Einkaufstourismus besonders stark herausgefordert.
Der starke Franken und damit verbunden die Einkaufstouristen wirken aber nur als Brandbeschleuniger eines grundlegenden Wandels. Die Leute kaufen immer mehr über das Internet ein, die Auswahl ist im Datenmeer grenzenlos, Warenhäuser braucht es dazu keine mehr. Während Kleiderhändler wie Amazon und Zalando Umsatz bolzen, müssen stationäre Händler sich immer mehr eingestehen: Nur im Web geht noch was. Wer im Online-Markt nicht massiv mitmischt, wird eher früher als später untergehen.
Die Zahlen sprechen für sich: 2005 erzielten 72 Manor-Warenhäuser einen Umsatz von 2,8 Milliarden Franken, was in der Schweiz einen Marktanteil von 55 Prozent bedeutete. Zehn Jahre später setzten die Einkaufstempel der Gruppe für sich zwar mehr um, gesamthaft schaute aber weniger raus: 64 Warenhäuser generierten 2015 einen Umsatz von 2,64 Milliarden Franken. In einem schrumpfenden Markt beherrschen Maus & Frères nun 60 Prozent.