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Stiftungen: Reiche Stifter

13,0 Milliarden Franken! Stiftungen erfreuen sich bei den Superreichen einer hohen Beliebtheit als Steuersparvehikel. Der nicht unangenehme Nebeneffekt: So lassen sich FamilienvermΓΆgen leichter beieinander halten.

red

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Ingvar Kamprad | VD

MΓΆbelhandel, FinanzgeschΓ€fte
20–21 Milliarden

Familie Landolt | VD

Beteiligungen
8–9 Milliarden

Familie Hilti | FL

Befestigungs- und Abbautechnik, Beteiligungen, Kunst
3–4 Milliarden

Michael Hilti ist der einzige Familienvertreter im Verwaltungsrat von Hilti, dem weltweit fΓΌhrenden Konzern auf dem Gebiet der Befestigungstechnik. Doch er sieht seine Tage als Chef dieses Gremiums gezΓ€hlt: Per Anfang 2007 gibt er das VR-PrΓ€sidium nach 13 Jahren an Pius Baschera weiter, der dann als Hilti-CEO zurΓΌcktritt. Β«Die AmtszeitbeschrΓ€nkung gilt auch fΓΌr die Mitglieder der FamilieΒ», sagt Hilti. Er bleibt aber VR-Mitglied und vertritt damit weiterhin die Interessen der vier Hilti-StΓ€mme als EigentΓΌmer.

Hilti prΓ€sentiert sich in sehr guter Verfassung. 2005 werden ein Umsatz von 3,6 Milliarden Franken und ein Ebit von 300 Millionen erwartet. Im hart umkΓ€mpften Baubereich wΓ€chst der Konzern seit Jahren ΓΌber dem Marktdurchschnitt. Avancen von Kaufinteressenten waren bisher chancenlos: Um den Fortbestand des Konzerns zu sichern, haben die Erben des FirmengrΓΌnders einen Erbverzicht geleistet und alle Aktien in den Martin Hilti Familientrust eingebracht. Der Trust ist ferner mit 11,2 Prozent bedeutender MinderheitsaktionΓ€r der VP Bank in Liechtenstein, die an der BΓΆrse 1,2 Milliarden Franken wert ist.

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BegΓΌnstigte des Trusts – die Familienhabe dΓΌrfte drei bis vier Milliarden wert sein – sind die vier Kinder des FirmengrΓΌnders sowie die Hilti-Familienstiftung. Die Mutter und Miterbin Elisabeth Hilti ist letzten Dezember verstorben. Der Trust alimentiert Stiftungen in den Bereichen Kultur, Soziales, Ausbildung und Wissenschaften. Erstmals wurde dieses Jahr im Kunstmuseum Vaduz ein Querschnitt der Hilti Art Foundation gezeigt, so unter anderem Werke von Bill, Picasso, Klee, Kandinsky und Gauguin.

Otto Beisheim | ZG

Handel, Immobilien
3–4 Milliarden

Im Alter wird Metro-GrΓΌnder Otto Beisheim eitler. Galt er jahrzehntelang als mysteriΓΆser Versteckspieler, sucht der 81-jΓ€hrige Handelspatriarch aus Baar ZG inzwischen offenbar Γ–ffentlichkeit. Ob bei bayrischen Volksfesten oder Beerdigungen am Tegernsee: Beisheim wirkt in der Zweitheimat omniprΓ€sent und weicht lΓ€ngst auch keiner Kamera mehr aus. Bei der Generalversammlung der bΓΆrsenkotierten Metro sass der verwitwete, kinderlose Patriarch gar erstmals – mit neuer charmanter Begleitung – demonstrativ in der ersten AktionΓ€rsreihe. Der BΓΆrsenkurs hat im Jahresvergleich angezogen, wenn auch der gesamte Detailhandel in Deutschland weiter harzt. Drum sucht (und findet?) der Konzern zusΓ€tzliche ausserordentliche Gewinnquellen, etwa mit einer Zweitverwertung der Baumarkttochter Praktiker auf dem BΓΆrsenparkett. Beim ersten Going-public hatten Kleinanleger zig Millionen mit Praktiker-Titeln verloren. Mutter Metro kaufte die Papiere spΓ€ter billig zurΓΌck, kickte vor drei Jahren gar die letzten treu(doof)en Praktiker-Teilhaber per Squeeze-out hinaus. Jetzt dΓΌrfen Anleger – mit KurzzeitgedΓ€chtnis – bei Praktiker wieder einsteigen.

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Ernst Beyeler | BS

Kunst
2–3 Milliarden

An der Β«ArtΒ» nimmt der prominenteste MitbegrΓΌnder inzwischen nur noch als Ehrengast teil. Und die Gewinne, die seine Galerie an der Basler BΓ€umleingasse abwirft, lΓ€sst Ernst Beyeler mehrheitlich in den Betrieb und den gezielten Weiterausbau seines international renommierten Privatmuseums fliessen. FΓΌr den Doyen der Schweizer Galeristenszene, von dem es heisst, er interessiere sich nur fΓΌr Bilder ab 100000 Franken, war der Handel ohnehin stets nur ein Mittel zum Zweck. Die besten StΓΌcke gab der mittlerweile 84-jΓ€hrige Stargalerist nur in AusnahmefΓ€llen wieder aus der Hand. Zu bestaunen ist das Resultat von Beyelers lebenslangem QualitΓ€tsfetischismus in der gleichnamigen Fondation in Riehen bei Basel: SchlΓΌsselwerke der klassischen Moderne von Kandinsky bis Kelly und von Rodin bis Rothko. GeschΓ€tzter Wert der Weltklassesammlung: zwei Milliarden Franken.

Klaus J. Jacobs | GB

Schokolade, Zeitarbeit, Beteiligungen
2–3 Milliarden

Klaus J. Jacobs ist ein Mann der gewΓ€hlten Worte und der feinen Manieren. Gar nicht fein war hingegen das Vorgehen, das die Mitarbeiter des ihm gehΓΆrenden Schokoladeherstellers Barry Callebaut an den Tag legten: Anfang Oktober liessen sie eine zwei Meter grosse Bronzestatue des Bildhauers Gerhard Marcks nahe des KΓΆlner Doms kurzerhand absΓ€gen. Die Figur, immerhin eines der wichtigsten Kunstwerke im ΓΆffentlichen Raum der Stadt KΓΆln, stΓΆre die betrieblichen AblΓ€ufe der Barry-Callebaut-Tochtergesellschaft Stollwerk, hiess es. Entsprechend gross war die ΓΆffentliche EmpΓΆrung. Barry Callebaut, weltgrΓΆsster Schokoladehersteller, wird von Jacobs und seiner Frau Renata zu 69 Prozent kontrolliert und entwickelt sich erfreulich. Über eine Milliarde Franken ist das jacobssche Aktienpaket heute wert. Nicht vom Fleck kommt hingegen Adecco, und das, obwohl Klaus J. Jacobs vor mehr als einem Jahr das VerwaltungsratsprΓ€sidium beim weltgrΓΆssten Personalvermittler selber ΓΌbernommen hat. Doch vom zwei Jahre zurΓΌckliegenden BilanzfΓ€lschungsskandal, der keiner war, hat sich die Aktie von Adecco nicht mehr erholt. Jacobs’ 11,7-Prozent-Anteil ist mittlerweile 1,2 Milliarden Franken wert. Den Grossteil seines VermΓΆgens hat der 69-JΓ€hrige schon vor Jahren seiner gemeinnΓΌtzigen Jacobs Stiftung ΓΌberschrieben. Diesen September freilich schichtete Klaus J. Jacobs 3,6 Prozent der Adecco-Papiere zurΓΌck in sein Privatportfolio.

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Donald M. Hess | GB

Wein, Kunst, Immobilien
400–500 Millionen

Das einstige Kronjuwel seiner Unternehmensgruppe, die Valser-Quelle, hat der Berner Β«MineralwasserkΓΆnigΒ» vor drei Jahren fΓΌr 125 Millionen Franken an den amerikanischen GetrΓ€nkegiganten Coca-Cola verkauft. Kurz zuvor hatte sich Donald Hess bereits vom operativen GeschΓ€ft gelΓΆst und dieses – zusammen mit seiner umfangreichen Kunstsammlung – in den Hess Foundation Trust, eine auf der Kanalinsel Jersey domizilierte Familienstiftung, eingebracht. Seither frΓΆnt der Berner Gastropionier vorab seinen persΓΆnlichen Leidenschaften: edlen Tropfen und zeitgenΓΆssischer Kunst. So hat sich der heute 69-jΓ€hrige SpΓ€taussteiger beispielsweise in Argentinien ein dΓΌnn besiedeltes Hochtal von der doppelten Ausdehnung des FΓΌrstentums Liechtenstein zugelegt. Auf einem dazugehΓΆrigen Rebberg, angeblich der weltweit am hΓΆchsten gelegenen ProduktionsstΓ€tte fΓΌr Wein, baut Donald Hess lokale Malbec-VarietΓ€ten an und betreibt nebenbei eine mit Gegenwartskunst veredelte Luxusherberge. Γ„hnlich gelagerte WohlfΓΌhloasen mit integriertem Weinbaubetrieb fΓΌhrt er im kalifornischen Napa Valley, in SΓΌdafrika und Australien.

Alexander Ospelt | FL

FleischspezialitΓ€ten, Convenience, Tierfutter
300–400 Millionen

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Nichts mag Alexander Ospelt (43), Chef der gleichnamigen Firmengruppe mit Hauptsitz im liechtensteinischen Bendern, weniger als Fragen zu Umsatz und Gewinn. Der SpeckkΓΆnig – Β«Mal besser. MalbunerΒ» – aus dem LΓ€ndle, Produzent von Fleischwaren, Convenience-Produkten und Tierfutter, liess ΓΌber seinen Kommunikationsbeauftragten ausrichten, man sei an Berichten ΓΌber ihre Unternehmungen nicht interessiert! Mit Ausrufezeichen! Kurz darauf wurden die Umsatzanteile nach ProduktionsstΓ€tten von der Homepage genommen – aus diesen Zahlen lΓ€sst sich nΓ€mlich auf den Gesamtumsatz schliessen. Im Jahr 2004 wurde die Panetta Holding mit gut 70 Umsatzmillionen ΓΌbernommen. Hochgerechnet setzt Alexander Ospelt demnach in seinen acht ProduktionsstΓ€tten mit ungefΓ€hr 2000 Mitarbeitenden mehr als 800 Millionen Franken um, annΓ€hernd 30 Prozent davon mit Tierfutter. Die stolze Familienhabe von geschΓ€tzten 300 bis 400 Millionen Franken ist steuerschonend in der Herbert Ospelt Anstalt, einer Stiftung, zusammengefasst.

Familie Toni Hilti | FL

Nahrungsmittel
100–200 Millionen

Ausgerechnet ihr Landsmann Alexander Ospelt hat den Hilcona-Besitzern JΓΌrgen und Ekkehard Hilti das Sandwichunternehmen Panetta vor der Nase weggeschnappt. Stattdessen wird die eigene Vertriebsorganisation Hilcona Fresh forciert, um vom rentablen GeschΓ€ft mit der schnellen Verpflegung noch verstΓ€rkt profitieren zu kΓΆnnen. Ein Langstreckenlauf, kein Sprint: Beim Gesamtumsatz konnte die liechtensteinische Hilcona-Gruppe 2004 lediglich noch um 1,6 Prozent auf 307 Millionen Franken zulegen. In diesem Jahr hat man Umsatz zugekauft und von der Frigemo – einer Fenaco-Firma – die Produktion von TiefkΓΌhlpasta in Chur ΓΌbernommen. Das Unternehmen wird in Schaan integriert. Hilcona gibt keine Ertragszahlen bekannt und ist in einen Familientrust eingebracht.

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GΓΌnther J. Schmidt | TI

Pharma
100–200 Millionen

Seinen 87. Geburtstag feierte GΓΌnther J. Schmidt im Hochsommer in Kampen auf Sylt. Β«Die Meerluft bekommt mir gutΒ», so der Pharmafabrikant und bekennende Junggeselle: Β«Ja, ich bin ledig und gedenke auch nicht zu heiraten.Β» Als persΓΆnlichen Lebensmittelpunkt sieht der gebΓΌrtige Deutsche seit mehr als 70 Jahren schon die Schweiz.

Im Tessin richtete er 1979 seine GΓΌnther-J.-Schmidt-Stiftung ein und bestimmte sie zu seiner Alleinerbin. Die Assets stellen immense Werte dar: eine hochmoderne Fabrik fΓΌr Bestseller wie Togal oder Efasit auf einem TraumgrundstΓΌck in MΓΌnchens Nobelvorort Bogenhausen sowie Dutzende von Wohnungen in ZΓΌrich.

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