Meistgelesen

Vorsorge für Frauen: Fataler Mut zur Lücke
Management

Teilzeitpensen, Babypause, Scheidung: Frauen laufen häufig Gefahr, im Alter finanziell schlecht dazustehen. Doch viele schauen weg und lassen Risikomanagement vermissen. Mehr...

VonKarin Kofler
Hollywoodstar rebelliert wegen HSBC-Skandal
Protest

Der HSBC-Skandal verägert die oberste Garde von Hollywood-Schauspielern: Die zweifache Oscar-Gewinnerin Emma Thompson legt sich mit den britischen Behörden an – denn sie will keine Steuern mehr zahlen Mehr...

VonDominic Benz
Roger Federer: Luxus-Heim ist endlich fertig
Einzug

Swimmingool, Cheminée, rahmenlose Fenster mit Blick auf See und Berge und eine Glaskuppel: Das neue Luxus-Heim von Roger Federer in Wollerau ist bezugsbereit. Kostenpunkt: 10 Millionen Franken. Mehr...

Ranking

Bill Gates ist und bleibt der Reichste unter den Superreichen. Doch laut «Forbes» sind ihm so viele Newcomer auf den Fersen wie nie zuvor. Der jüngste Milliardär ist dabei erst 24 Jahre. Mehr...

Hedge-Fund-Manager: Auf der Jagd nach Profit
Investment

Wie vermehrt ein Hedge-Fund-Manager das Vermögen seiner Kunden? BILANZ begleitete ­Rudolf Bohli inkognito an eine Konferenz für Grossanleger. Mehr...

VonHarry Büsser
Mr. und Mrs. Varoufakis: Griechenlands Power-Paar
Hintergrund

Danae Stratou war bisher als Künstlerin bekannt. Nun interessiert sich auch die Weltpresse für sie. Dort ist sie vor allem eines: die starke Frau an Janis Varoufakis' Seite. Mehr...

VonBoris Kálnoky («Die Welt»)
Apples Auto-Gerüchte versetzt Autoindustrie in Unruhe
Autosalon Genf

Apples iCar-Pläne treibt die Autoindustrie um. Dabei ist nicht einmal klar, ob der Konzern wirklich an einem Wagen arbeitet. Doch die Branche ist nervös. Alle wissen: Schlafen darf jetzt keiner. Mehr...

Anzeige

Hedge Funds: Lernen von den Finanzakrobaten

Hedge-Fund-Manager schaffen Mehrwert. Ihre Strategien sind aber meist einfach gestrickt. Einige ihrer Tricks verrät der Physiker Christof Schmidhuber.

VonHarry Büsser
11.11.2011

Investieren in Hedge Funds hat sich in den vergangenen zwölf Jahren gelohnt. Die Long-Short-Aktienfonds, die auf das Fallen und das Steigen von Aktienkursen setzen können, haben im Durchschnitt mehr Rendite erwirtschaftet, als mittels der Kaufen-und-halten-Strategie mit ­Aktienindizes möglich war. Das zeigt der Vergleich des Weltaktienindex MSCI World mit dem Dow Jones Credit Suisse Long-Short Equity Index.

Die Hedge-Fund-Manager scheinen also wirklich Mehrwert zu schaffen. Liegt das nun an ausgeklügelten Strategien, also an der Kunst der Anlage, die Hedge-Fund-Manager beherrschen? Christof Schmidhuber hat deren Strategien analysiert und sagt: «Das hat selten etwas mit Kunst zu tun, sondern es werden meist relativ einfache Strategien angewandt.»

Schmidhuber studierte Physik und schrieb am California Insitute of Technology eine Doktorarbeit über die Superstring-Theorie. Seit zehn Jahren ist er im Hedge-Fund-Business, er hat unter anderem bei der Credit Suisse das Hedge Fund Risk Management geleitet. Vor drei Jahren machte er sich selbständig und gründete das Unternehmen Syndex Capital Management in Wollerau SZ, das sich auf die Replikation von Hedge-Fund-Strategien spezialisiert hat.

«Die Long-Short-Manager investieren häufig in Aktien von kleineren Firmen», sagt Schmidhuber. Die Aktien von gros­sen Konzernen, die im Schweizer Aktienindex SMI oder im US-Index Dow Jones Industrial zu finden sind, lassen sie dagegen oft links liegen. Das ist schon ein erster einfacher Trick der Hedge-Fund-­Manager: Studien haben gezeigt, dass sich mit einem Portfolio von kleineren Firmen ein besseres Risiko-Rendite-­Profil erzielen lässt. Durch Leerverkäufe sichern die Manager ausserdem ihre ­Positionen teilweise ab und sind dadurch netto selten voll in Aktien investiert. Zudem erhalten sie durch die Leerverkäufe zusätzliches Kapital, das sie auf einem Zinskonto anlegen können.

Zwischen Dezember 2003 und Dezember 2005 lässt sich die Performance der Long-Short-Fonds alleine mit den genannten Tricks fast exakt replizieren. Um über einen längeren Vergleichszeitraum eine ähnliche Performance zu erzielen, reicht das aber noch nicht . Es braucht weitere Tricks, etwa dass die Manager ihr Risiko – zum Beispiel die Netto-Aktienquote – senken, wenn die Börse eine Zeit lang nicht gut gelaufen ist, und ihr ­Risiko im umgekehrten Fall erhöhen. «Einige ­Monate nachdem die Kurse zu steigen begonnen haben, ist zu beobachten, dass das Risiko wieder erhöht wird», so Chris­tof Schmidhuber. Dieses Trendfolgeverhalten habe sich in der Vergangenheit mehrheitlich bewährt, ergänzt er.

Mit seinen Replikationsstrategien fuhr er bisher gut und konnte den HFRX Global Index sogar schlagen. Das liegt unter anderem daran, dass Schmidhuber nicht die exorbitanten ­Gebühren verlangt, wie sie sonst bei Hedge Funds üblich sind.

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema
Downloads: 

Investieren in Hedge Funds hat sich in den vergangenen zwölf Jahren gelohnt. Die Long-Short-Aktienfonds, die auf das Fallen und das Steigen von Aktienkursen setzen können, haben im Durchschnitt mehr Rendite erwirtschaftet, als mittels der Kaufen-und-halten-Strategie mit ­Aktienindizes möglich war. Das zeigt der Vergleich des Weltaktienindex MSCI World mit dem Dow Jones Credit Suisse Long-Short Equity Index.

Die Hedge-Fund-Manager scheinen also wirklich Mehrwert zu schaffen. Liegt das nun an ausgeklügelten Strategien, also an der Kunst der Anlage, die Hedge-Fund-Manager beherrschen? Christof Schmidhuber hat deren Strategien analysiert und sagt: «Das hat selten etwas mit Kunst zu tun, sondern es werden meist relativ einfache Strategien angewandt.»

Schmidhuber studierte Physik und schrieb am California Insitute of Technology eine Doktorarbeit über die Superstring-Theorie. Seit zehn Jahren ist er im Hedge-Fund-Business, er hat unter anderem bei der Credit Suisse das Hedge Fund Risk Management geleitet. Vor drei Jahren machte er sich selbständig und gründete das Unternehmen Syndex Capital Management in Wollerau SZ, das sich auf die Replikation von Hedge-Fund-Strategien spezialisiert hat.

«Die Long-Short-Manager investieren häufig in Aktien von kleineren Firmen», sagt Schmidhuber. Die Aktien von gros­sen Konzernen, die im Schweizer Aktienindex SMI oder im US-Index Dow Jones Industrial zu finden sind, lassen sie dagegen oft links liegen. Das ist schon ein erster einfacher Trick der Hedge-Fund-­Manager: Studien haben gezeigt, dass sich mit einem Portfolio von kleineren Firmen ein besseres Risiko-Rendite-­Profil erzielen lässt. Durch Leerverkäufe sichern die Manager ausserdem ihre ­Positionen teilweise ab und sind dadurch netto selten voll in Aktien investiert. Zudem erhalten sie durch die Leerverkäufe zusätzliches Kapital, das sie auf einem Zinskonto anlegen können.

Zwischen Dezember 2003 und Dezember 2005 lässt sich die Performance der Long-Short-Fonds alleine mit den genannten Tricks fast exakt replizieren. Um über einen längeren Vergleichszeitraum eine ähnliche Performance zu erzielen, reicht das aber noch nicht . Es braucht weitere Tricks, etwa dass die Manager ihr Risiko – zum Beispiel die Netto-Aktienquote – senken, wenn die Börse eine Zeit lang nicht gut gelaufen ist, und ihr ­Risiko im umgekehrten Fall erhöhen. «Einige ­Monate nachdem die Kurse zu steigen begonnen haben, ist zu beobachten, dass das Risiko wieder erhöht wird», so Chris­tof Schmidhuber. Dieses Trendfolgeverhalten habe sich in der Vergangenheit mehrheitlich bewährt, ergänzt er.

Mit seinen Replikationsstrategien fuhr er bisher gut und konnte den HFRX Global Index sogar schlagen. Das liegt unter anderem daran, dass Schmidhuber nicht die exorbitanten ­Gebühren verlangt, wie sie sonst bei Hedge Funds üblich sind.


Die aktuelle BILANZ

Novartis ist das beste Unternehmen 2014. Lesen

Vögele-Präsident Ziegler vor dem Rückzug. Lesen

Gauguin-Ausstellung: Werke für 2,5 Milliarden Franken. Lesen

Euro-Rabatte: Seltsame Rechnerei bei PKZ. Lesen

Ex-Post-Chef Michael Kunz: Zurück zum Start. Lesen

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die BILANZ alle zwei Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis:

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Mobile lesen