Hedge Funds: Lernen von den Finanzakrobaten

Hedge-Fund-Manager schaffen Mehrwert. Ihre Strategien sind aber meist einfach gestrickt. Einige ihrer Tricks verrät der Physiker Christof Schmidhuber.

VonHarry Büsser
11.11.2011

Investieren in Hedge Funds hat sich in den vergangenen zwölf Jahren gelohnt. Die Long-Short-Aktienfonds, die auf das Fallen und das Steigen von Aktienkursen setzen können, haben im Durchschnitt mehr Rendite erwirtschaftet, als mittels der Kaufen-und-halten-Strategie mit ­Aktienindizes möglich war. Das zeigt der Vergleich des Weltaktienindex MSCI World mit dem Dow Jones Credit Suisse Long-Short Equity Index.

Die Hedge-Fund-Manager scheinen also wirklich Mehrwert zu schaffen. Liegt das nun an ausgeklügelten Strategien, also an der Kunst der Anlage, die Hedge-Fund-Manager beherrschen? Christof Schmidhuber hat deren Strategien analysiert und sagt: «Das hat selten etwas mit Kunst zu tun, sondern es werden meist relativ einfache Strategien angewandt.»

Schmidhuber studierte Physik und schrieb am California Insitute of Technology eine Doktorarbeit über die Superstring-Theorie. Seit zehn Jahren ist er im Hedge-Fund-Business, er hat unter anderem bei der Credit Suisse das Hedge Fund Risk Management geleitet. Vor drei Jahren machte er sich selbständig und gründete das Unternehmen Syndex Capital Management in Wollerau SZ, das sich auf die Replikation von Hedge-Fund-Strategien spezialisiert hat.

«Die Long-Short-Manager investieren häufig in Aktien von kleineren Firmen», sagt Schmidhuber. Die Aktien von gros­sen Konzernen, die im Schweizer Aktienindex SMI oder im US-Index Dow Jones Industrial zu finden sind, lassen sie dagegen oft links liegen. Das ist schon ein erster einfacher Trick der Hedge-Fund-­Manager: Studien haben gezeigt, dass sich mit einem Portfolio von kleineren Firmen ein besseres Risiko-Rendite-­Profil erzielen lässt. Durch Leerverkäufe sichern die Manager ausserdem ihre ­Positionen teilweise ab und sind dadurch netto selten voll in Aktien investiert. Zudem erhalten sie durch die Leerverkäufe zusätzliches Kapital, das sie auf einem Zinskonto anlegen können.

Zwischen Dezember 2003 und Dezember 2005 lässt sich die Performance der Long-Short-Fonds alleine mit den genannten Tricks fast exakt replizieren. Um über einen längeren Vergleichszeitraum eine ähnliche Performance zu erzielen, reicht das aber noch nicht . Es braucht weitere Tricks, etwa dass die Manager ihr Risiko – zum Beispiel die Netto-Aktienquote – senken, wenn die Börse eine Zeit lang nicht gut gelaufen ist, und ihr ­Risiko im umgekehrten Fall erhöhen. «Einige ­Monate nachdem die Kurse zu steigen begonnen haben, ist zu beobachten, dass das Risiko wieder erhöht wird», so Chris­tof Schmidhuber. Dieses Trendfolgeverhalten habe sich in der Vergangenheit mehrheitlich bewährt, ergänzt er.

Mit seinen Replikationsstrategien fuhr er bisher gut und konnte den HFRX Global Index sogar schlagen. Das liegt unter anderem daran, dass Schmidhuber nicht die exorbitanten ­Gebühren verlangt, wie sie sonst bei Hedge Funds üblich sind.

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Investieren in Hedge Funds hat sich in den vergangenen zwölf Jahren gelohnt. Die Long-Short-Aktienfonds, die auf das Fallen und das Steigen von Aktienkursen setzen können, haben im Durchschnitt mehr Rendite erwirtschaftet, als mittels der Kaufen-und-halten-Strategie mit ­Aktienindizes möglich war. Das zeigt der Vergleich des Weltaktienindex MSCI World mit dem Dow Jones Credit Suisse Long-Short Equity Index.

Die Hedge-Fund-Manager scheinen also wirklich Mehrwert zu schaffen. Liegt das nun an ausgeklügelten Strategien, also an der Kunst der Anlage, die Hedge-Fund-Manager beherrschen? Christof Schmidhuber hat deren Strategien analysiert und sagt: «Das hat selten etwas mit Kunst zu tun, sondern es werden meist relativ einfache Strategien angewandt.»

Schmidhuber studierte Physik und schrieb am California Insitute of Technology eine Doktorarbeit über die Superstring-Theorie. Seit zehn Jahren ist er im Hedge-Fund-Business, er hat unter anderem bei der Credit Suisse das Hedge Fund Risk Management geleitet. Vor drei Jahren machte er sich selbständig und gründete das Unternehmen Syndex Capital Management in Wollerau SZ, das sich auf die Replikation von Hedge-Fund-Strategien spezialisiert hat.

«Die Long-Short-Manager investieren häufig in Aktien von kleineren Firmen», sagt Schmidhuber. Die Aktien von gros­sen Konzernen, die im Schweizer Aktienindex SMI oder im US-Index Dow Jones Industrial zu finden sind, lassen sie dagegen oft links liegen. Das ist schon ein erster einfacher Trick der Hedge-Fund-­Manager: Studien haben gezeigt, dass sich mit einem Portfolio von kleineren Firmen ein besseres Risiko-Rendite-­Profil erzielen lässt. Durch Leerverkäufe sichern die Manager ausserdem ihre ­Positionen teilweise ab und sind dadurch netto selten voll in Aktien investiert. Zudem erhalten sie durch die Leerverkäufe zusätzliches Kapital, das sie auf einem Zinskonto anlegen können.

Zwischen Dezember 2003 und Dezember 2005 lässt sich die Performance der Long-Short-Fonds alleine mit den genannten Tricks fast exakt replizieren. Um über einen längeren Vergleichszeitraum eine ähnliche Performance zu erzielen, reicht das aber noch nicht . Es braucht weitere Tricks, etwa dass die Manager ihr Risiko – zum Beispiel die Netto-Aktienquote – senken, wenn die Börse eine Zeit lang nicht gut gelaufen ist, und ihr ­Risiko im umgekehrten Fall erhöhen. «Einige ­Monate nachdem die Kurse zu steigen begonnen haben, ist zu beobachten, dass das Risiko wieder erhöht wird», so Chris­tof Schmidhuber. Dieses Trendfolgeverhalten habe sich in der Vergangenheit mehrheitlich bewährt, ergänzt er.

Mit seinen Replikationsstrategien fuhr er bisher gut und konnte den HFRX Global Index sogar schlagen. Das liegt unter anderem daran, dass Schmidhuber nicht die exorbitanten ­Gebühren verlangt, wie sie sonst bei Hedge Funds üblich sind.

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