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Partnerschaft

Das ist der Deal von Samsung und Facebook

Aus Konkurrenten werden Partner: Unerwartet beehrte Mark Zuckerberg die Präsentation von Samsungs neuen Smartphones. Mit Datenbrille und 360-Grad-Kamera wollen sie Virtual Reality den Boom bringen.

Die Highlights des Mobile World Congress 2016:Den Jaguar-Schlüssel am Handgelenk: Dieses smarte Teil wurde in Barcelona vorgestellt. Mit ihm kann der Fahrer das Auto kontaktlos öffnen.
Parken ohne Suchen: Ford zeigt «GoPark», eine Anwendung, die Parklücken vorausberechnen kann. Den Dienst testet der Autobauer derzeit in London.
Zahlen ohne Aussteigen: Honda hat in seine Konsole künftig die Möglichkeit integriert, Tankfüllungen und Parkhausscheine per Kreditkarte zu bezahlen. Der Fahrer kann die gespeicherten Daten im Auto abrufen und die Rechnung begleichen.
Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton begleitete die Präsentation von Mercedes.
Dieser Lieferungs-Roboter sorgte an der Messe für Aufmerksamkeit.
Xiaomi, der grösste Handyhersteller Chinas, hat in Barcelona sein neues Flaggschiff Mi5 vorgestellt. Das Modell soll relativ günstig verkauft werden und so Samsung und Apple Konkurrenz machen können.
Für eine Premiere sorgt Cat Phones: Das Cat S60 verfügt über eine eingebaute Wärmebildkamera. Damit sollen Nutzer auf Baustellen Lecks oder Wärmebrücken aufspüren können. Auch der Touchscreen ist baustellentauglich, selbst mit Handschuhen oder nassen Händen soll die Bedienung möglich sein.
Huawei hat mit dem Modell «Elegant» eine neue Smartwatch präsentiert.
Ein Besucher testet einen Autorennen-Simulator: Virtual Reality ist das grosse Thema des diesjährigen Branchentreffs in Barcelona.
Auch Samsung setzt auf den Megatrend und lässt das Publikum Virtual-Reality-Brillen testen, die eine zentrale Rolle für das Unternehmen spielen. Gemeinsam mit Facebook...
...planen die Südkoreaner, ihr Angebot in Sachen virtueller Realität auszubauen. An ihrer Seite steht dabei Facebook: Konzernchef Mark Zuckerberg schaute überraschend bei der Präsentation vorbei. Samsungs VR-Brillen stammen von Oculus, das wiederum von Facebook aufgekauft wurde.
Samsung präsentierte auch das Galaxy S7 und S7 Edge: Es ist dem Vorgänger äusserst ähnlich, verfügt aber über eine wasserdichte Kamera und längere Akkulaufzeit.
Auch andere Wettbewerber setzen auf virtuelle Realität: Hier die Brille von LG «360 VR». Der Hersteller kämpft um seine Anteile am Smartphonemarkt, er zählt dort nicht zu den führenden Anbietern. Darum...
...versucht LG beim neuen G5 mit auswechselbaren Komponenten zu überzeugen. Unter anderem kann so der Akku extern ausgewechselt oder ein Kamera-Teil mit Zusatzakku befestigt werden. Ausserdem bietet LG gemeinsam mit Bang & Olufsen einen 32-MB-Audiokonverter an, der an das Smartphone angedockt wird.
Huawei präsentiert das neue «Matebook» mit 12-Inch-Bildschirm, es läuft mit Windows 10.
Darf bei einer Messe in Barcelona nicht fehlen – der Fussball. Der chinesische Mobilfunker ZTE präsentiert dort offiziell die Partnerschaft mit dem spanischen Club FC Sevilla.
Die Chinesen von ZTE präsentierten dann auch noch die Fotokraft ihres neuesten Geräts, dem Modell Axon.
Der Mobile World Congress in Barcelona findet dieses Jahr vom 22. bis 25. Februar statt. Die Fachmesse gilt als eines der wichtigsten Branchentreffen weltweit für Telekom und Elektronik. Es werden über 94'000 Besucher erwartet.Bilder: Keystone
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Die Highlights des Mobile World Congress 2016:Den Jaguar-Schlüssel am Handgelenk: Dieses smarte Teil wurde in Barcelona vorgestellt. Mit ihm kann der Fahrer das Auto kontaktlos öffnen. RMS

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Samsung will virtuelle Realität in den Alltag bringen – und bekommt tatkräftige Unterstützung von Mark Zuckerberg. Der Facebook-Gründer tauchte am Sonntagabend überraschend bei der Präsentation neuer Geräte des südkoreanischen Smartphone-Marktführers in Barcelona auf – eine Kooperation, die nur auf den ersten Blick überrascht.
«Virtuelle Realität ist die nächste Plattform», verkündete Zuckerberg. Samsungs neue Galaxy-S7-Smartphones sollen im Zusammenspiel mit dem 3D-Brillen-Gehäuse Gear VR ein besseres Erlebnis beim Eintauchen in virtuelle Welten bieten.

Rockstar mit grossen Zielen

Zuckerberg - der seinen offiziellen Auftritt in Barcelona heute Abend hat - setzt selbst auf Virtual Reality. Zu Facebook gehört der Virtual-Reality-Vorreiter Oculus, für den Zuckerberg zwei Milliarden Dollar zahlte und dann noch mehr Geld in die weitere Entwicklung investierte. Der Facebook-Chef glaubt an die Zukunft mit virtueller Realität. Ihn reize es, später nicht nur Fotos von ersten Schritten seiner kleinen Tochter Max zu sehen, sondern in die Szene eintauchen zu können, sagte Zuckerberg.
Nicht nur Zuckerberg glaubt an die virtuelle Realität, auch der Marktforscher TrendForce aus Taiwan erwartet viel vom neuen Trend. Schon dieses Jahr sollen Konsumenten 6,7 Milliarden Dollar für Soft- und Hardware rund um Virtual Reality ausgeben. Bereits in fünf Jahren soll sich dieser Betrag mehr als verzehnfachen, ein 70-Milliarden-Dollar-Markt wartet.

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Oculus wird bald auch die Brille Rift mit eigenem Display statt Einsteck-Smartphone ausliefern. Der Smartphone-Anbieter HTC kündigte in Barcelona den Start seines Konkurrenz-Geräts Vive für Anfang April an.

Mit Rundum-Kamera eigene Filme drehen

Samsungs neue Smartphone-Modelle sind wasserdicht – sie können bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von 1,5 Metern verbringen. Die Kamera soll auch bei wenig Licht scharfe Bilder mit natürlichen Farben machen.
Dafür kehrt Samsung das übliche Pixelwettrüsten um. Die Auflösung liegt bei 12 statt zuvor 16 Megapixel – dafür wurden die einzelnen grösser. Daneben stellte Samsung auch eine 360-Grad-Kamera vor, die Nutzer zum Drehen von Virtual-Reality-Videos animieren soll.

Produkt für die breite Masse

Jean-Daniel Ayme, Vizepräsident für Europa bei Samsung, ist überzeugt, dass das neue Samsung-Modell zusammen mit der Rundum-Kamera und dem Gear VR Headset den Konsumenten das volle Erlebnis der Virtual Reality bringt. Die Nutzer sollen ihre eigenen Inhalte produzieren können und nicht warten müssen, bis etwas auf dem Markt erhältlich ist. «Was bisher nur für wenige Leute mit viel Wissen über Computerwesen und Zugang zu sehr leistungsstarken Rechner zugänglich war, ist jetzt für alle verfügbar.»

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Analyst Ian Fogg von IHS Technology überzeugt die Datenbrille, die Samsung zum Smartphone-Kauf gratis dazugibt. Das Accessoire könne als «halo»-Produkt die Smartphone-Verkäufe ankurbeln, während dieser Markt weltweit im Sinken begriffen sei.

Vorbereitung auf unsichere Zukunft

In die gleiche Richtung interpretiert mit Lee Jae Yun ein südkoreanischer Analyst die neuen Produkte von Samsung. «Samsung versucht, die Aufmerksamkeit der Konsumenten auf gebündelte Produkte, wie eben das VR Headset und die 360-Grad-Kamera zu lenken. Der Absatz von Smartphones soll so vom Einbrechen geschützt werden.»
Zu den Trends in Barcelona gehört in diesem Jahr, dass die Smartphoneanbieter inmitten eines schärferen Wettbewerbs neue Geschäfte in anderen Branchen suchen. So will Samsung seinen Bezahldienst bei vernetzten Autos etablieren. Und der chinesische Branchen-Dritte Huawei will mit einem Windows-Tablet klassische PC-Hersteller herausfordern.
(sda/bloomberg/jfr/me)

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