Florian Homm: «Die müssen mich schon foltern»

Mit ihm verschwanden mehr als 150 Millionen Euro: Seit Jahren war Fondsmanager Florian Homm abgetaucht. Nun meldet sich der Deutsche mit engen Verbindungen in die Schweiz in Interviews zurück.

08.11.2012

«Ich gebe meinen Rücktritt von Absolute Capital Management bekannt» - mit diesen Worten verschwand der deutsche Hedgefonds-Manager Florian Homm am 18. September 2007 von der Bildfläche. Und mit ihm 152 ­Millionen Euro an Geldern, die Anleger in seinen Fonds gewinnbringend angelegt wähnten.

Homm ist seitdem untergetaucht und auf der Flucht. In den USA laufen Ermittlungen wegen Börsenbetrugs. Ein deutscher Privatermittler versprach Mitte 2012 eine Belohnung in Höhe von 1,5 Millionen Euro für Hinweise auf Homms Aufenthaltsort. Im August hiess es dann, Homm sei gefunden, aber die Ermittlungen würden vorübergehend eingestellt, weil sich die von ihm geprellten Anleger bedroht fühlten.

Seit Jahrzehnten ist Homm auch eng mit der Schweiz verbunden. Hier begann sein Aufstieg zu einem der mächtigsten Investoren Europas. Zug und Zürich wurden zu Angelpunkten seines Imperiums. Er fand Helfer und Investoren. Der Legende nach tanzte der über zwei Meter grosse Hühne noch ein letztes Mal im Zürcher Klub Kaufleuten, bevor er von der Bildfläche verschwand.

Nun meldet sich Homm zurück - in einem Interview in der «Financial Times Deutschland» («FTD»). «Aber er stellt Bedingungen. Er wählt den Redakteur aus. Er bestimmt, wo das Gespräch stattfindet. Er gibt das Datum vor», berichtet die Zeitung, wie das Gespräch zustande kam. Der Journalist wird beim Treffen in Paris von Sicherheitsleuten mit einem Metalldetektor durchsucht. Keine Fotos, keine elektronische Aufzeichnung des Gesagten, kein Handy.

«Ich bin ein krasser Typ, ein Pitbull»

Homm sieht sich gewandelt, sagt er sei jetzt ein anderer Mensch - selbstkritisch, reflektiert, geläutert und gläubig: «Wenn ich nicht mindestens zweimal in der Woche in der Kirche bin, fühle ich mich schlecht.» Ausserdem habe er auf der Suche nach seinem Lebenssinn ein Buch geschrieben, inspiriert durch den ehemaligen Hasch-Dealer Howard Marks und dessen Werk «Mr. Nice». Das Interview mit der «FTD» arrangierte Homms Verleger.

Zu der auf ihn ausgesetzen Belohnung sagt Homm: «Familienmitglieder von mir wurden bedroht, in eine meiner Wohnungen wurde eingebrochen, und es wurden Dokumente gestohlen.» Das Kopfgeld sei ein «verklausulierter Mordauftrag». Seine Jäger wollten ihn auspressen. «Aber die wissen auch: Ich bin ein krasser Typ, ein Pitbull. Ich gebe denen nichts, die müssen mich schon foltern», sagt Homm. «Und die wissen, sie müssten sich extrem warm anziehen, wenn sie mich überleben liessen.»

Auf die Frage, wer hinter ihm her sei, antwortet der 53-Jährige: «Wir sind da ziemlich weit. Ich werde alles daran setzen, die Hintermänner zu enttarnen, und sie dann neutralisieren, in pazifistischer Form, natürlich. Das heisst, ich werde sie vor Gericht bringen.» Wo er heute lebt und Details zu seiner Flucht verrät Homm nicht. Auch auf die Frage, ob er von Mallorca oder Zürich aus geflohen sei, gibt  keine Antwort.

Homm setzt selbst Belohnung aus

Zu den Ermittlungen der US-Börsenaufsicht gegen ihn kündigt Homm an: «Mit der SEC wird sich mein Anwalt in den kommenden Wochen in Verbindung setzen und das Ganze aufklären.» Dass auch die US-Drogenbehörde DEA ihn suche, wie die «FTD» ihm sagt, habe er nicht gewusst, werde aber auch das nun klären. Von seinem Vermögen sei derweil «nicht mehr viel da».

Auch «Spiegel Online» gab Homm ein Interview. Ausserdem zeigt die Nachrichtenseite ein Video, das er hat drehen lassen. Darin will Homm den Spiess umdrehen, indem er selbst eine Belohnung von 10'000 Euro aussetzt. Das Geld soll bekommen, wer ihm hilft, die Auftraggeber zu finden, die hinter dem Kopfgeld stecken.

(tno/jev)

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Seit Jahrzehnten ist Homm auch eng mit der Schweiz verbunden. Hier begann sein Aufstieg zu einem der mächtigsten Investoren Europas. Zug und Zürich wurden zu Angelpunkten seines Imperiums. Er fand Helfer und Investoren. Der Legende nach tanzte der über zwei Meter grosse Hühne noch ein letztes Mal im Zürcher Klub Kaufleuten, bevor er von der Bildfläche verschwand.

Nun meldet sich Homm zurück - in einem Interview in der «Financial Times Deutschland» («FTD»). «Aber er stellt Bedingungen. Er wählt den Redakteur aus. Er bestimmt, wo das Gespräch stattfindet. Er gibt das Datum vor», berichtet die Zeitung, wie das Gespräch zustande kam. Der Journalist wird beim Treffen in Paris von Sicherheitsleuten mit einem Metalldetektor durchsucht. Keine Fotos, keine elektronische Aufzeichnung des Gesagten, kein Handy.

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Homm setzt selbst Belohnung aus

Zu den Ermittlungen der US-Börsenaufsicht gegen ihn kündigt Homm an: «Mit der SEC wird sich mein Anwalt in den kommenden Wochen in Verbindung setzen und das Ganze aufklären.» Dass auch die US-Drogenbehörde DEA ihn suche, wie die «FTD» ihm sagt, habe er nicht gewusst, werde aber auch das nun klären. Von seinem Vermögen sei derweil «nicht mehr viel da».

Auch «Spiegel Online» gab Homm ein Interview. Ausserdem zeigt die Nachrichtenseite ein Video, das er hat drehen lassen. Darin will Homm den Spiess umdrehen, indem er selbst eine Belohnung von 10'000 Euro aussetzt. Das Geld soll bekommen, wer ihm hilft, die Auftraggeber zu finden, die hinter dem Kopfgeld stecken.

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