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Finanzen 
Who is who: Pierin Vincenz

Pierin VIncenz
Tritt 2016 zurück: Raiffaisen-CEO Pierin Vincenz.  Esther MichelQuelle: Keystone

Raiffaisen-CEO Pierin Vincenz führt sein grosses Bankenreich mittels enger persönlicher Kontakte. Der Nachteil: Raiffeisen gilt zunehmend als One-Man-Show, dessen Vorhang 2016 fallen soll.

Veröffentlicht am 08.01.2015

Seit dem Sommer ist die gestiegene ­Bedeutung sogar amtlich bestätigt: Mitte August stufte die Nationalbank die Raiffeisen Gruppe als systemrelevant ein. Damit ist die Verantwortung von CEO Pierin Vincenz nicht mehr nur auf sein Institut beschränkt – Raiffeisen ist inzwischen so gross, dass die Bankengruppe bei Problemen den gesamten Finanzplatz in die Krise stürzen könnte.

Für Vincenz wenig Grund zur Sorge – munter treibt er seine Bank weiter auf Wachstumskurs und expandiert in neue Gefilde. Zulegen will Vincenz etwa im ­Bereich Asset ­Management, also in der Anlageberatung und der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden wie Pensionskassen oder Versicherungen. Er hat dafür jüngst eine neue Tochtergesellschaft namens Notenstein Asset Management gegründet.

Es ist ein weiterer Schritt weg vom Kerngeschäft der Bank, das sich lange auf Hypotheken und das Business mit den Kleinkunden stützte. Den ersten grossen Schritt in seiner Strategie der ­Diversifizierung hat Vincenz allerdings schon 2012 gemacht, als er mit dem Kauf von Notenstein gross ins Private Banking eingestiegen ist.

Einer der amtsältesten Bankchefs der Schweiz

Der Bündner mit dem markanten Kinn ist einer der amtsältesten Bankchefs der Schweiz. Bereits seit 1999 leitet er die aus über 300 unabhängigen lokalen Banken bestehende Raiffeisen Gruppe. Er führt sein grosses Bankenreich mittels enger persönlicher Kontakte – unermüdlich reist er im Lande umher, um sich mit seinen regionalen Bankchefs zu besprechen. Der Nachteil: Raiffeisen gilt zunehmend als One-Man-Show, wächst doch in Vincenz’ mächtigem Schatten wenig nach. Und 2016 soll Schluss sein: Pierin Vincenz tritt mit Erreichen seines 60. Lebensjahres als Chef der Bankengruppe zurück.

Auf dem Schweizer Bankenplatz hat er sich als kritische Stimme einen Namen gemacht, der schon mal die offizielle ­Position der Bankiervereinigung in Frage stellt. Privat gilt er als geselliger Kerl, der gerne ein Glas Wein trinkt, vorzugsweise aus den familieneigenen Unternehmen – Vincenz ist in mehreren Weinfirmen im Verwaltungsrat. Seine Partnerin ist eine Arbeitskollegin, Nadja Ceregato, Leiterin der Raiffeisen-Rechtsabteilung. Seine erste Frau, mit der er Zwillingstöchter hat, ist vor über zehn Jahren an einem Hirnschlag verstorben.

Wer sind die Wichtigsten der Schweiz? Die grosse Übersicht der Bilanz zeigt Ihnen, wer wirklich etwas zu sagen hat.

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