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Zurich Financial Services: Zungenbrecher bei Zurich Deutschland

Die «Zürich» will ihr Geschäft in Deutschland vereinfachen. Und dabei rund 100 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Von Stefanie Burgmeier
14.02.2006

Der Chef der Zurich Financial Services, James Schiro, räumt in Deutschland auf. Die Zürich Versicherung arbeitet an einem Konzept, mit dem ab 2007 jährlich 100 Millionen Euro eingespart und vor allem in Prozesse, Vertrieb und Marke investiert werden sollen. Offiziell will die «Zürich» die «interne Zahl nicht kommentieren». Nach einem «Diskussionspapier», das Deutschland-Chef Eduard Thometzek vor kurzem vorstellte, sind «Kündigungen und Offshoring weitestgehend zu vermeiden». Weitestgehend.

Vor knapp vier Jahren übernahm die damalige Zurich Financial Services die Mehrheit am Deutschen Herold von der Deutschen Bank. Aus dem Deutschen Herold und den deutschen «Zürich»-Gesellschaften entstand die neue Zurich Gruppe Deutschland. Im Rahmen der Fusion – intern Projekt «Chance» genannt – fielen rund 1000 Stellen weg. Zwar wurden die Produkte vereinheitlicht. Doch die vier Gesellschaften blieben. Es gibt immer noch jeweils eine Lebensversicherung der alten «Zürich» und des Herolds sowie je eine Sachversicherung beider Fusionspartner.

Nun will Thometzek aufräumen. Im Laufe des Jahres sollen aus den vier Gesellschaften zwei Unternehmen werden. Was er verkündete, hat allerdings gute Chancen auf den Titel «Zungenbrecher des Jahres»: Aus Zürich Lebensversicherung und Deutscher Herold Lebensversicherung soll die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung werden, aus Zürich Versicherung und Deutscher Herold Allgemeine Versicherung die Zurich Allgemeine Versicherung. Das ist nicht wirklich schlank formuliert, und so heisst es in der Frankfurter Zentrale, «im Sinne einer weltweiten starken Marke» werde «über eine weitere Integration der Marken nachgedacht». Es gebe aber keine konkreten Beschlüsse.

Thometzeks Projekt «Das Geschäftsmodell 2007» geht ohnehin noch weiter. Derzeit gibt es neben fünf Hauptstandorten in Deutschland noch in zehn Städten sowohl Filialdirektionen von «Zürich» als auch vom Deutschen Herold. Auch hier will Thometzek Ordnung schaffen.

«Die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze werden in den kommenden sechs Wochen festgelegt», sagt ein Verwaltungsrat. Der Grobplan des gesamten Projekts soll im März stehen, ab Januar 2007 könnte das schlankere Geschäftsmodell verwirklicht werden.

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