Roche, weltweiter Marktleader in der Onkologie, will das Geschäft mit Krebsmedikamenten vorwärtstreiben: «Wir sind in der Onkologie noch lange nicht am Ende, wir wollen weiter ausbauen», sagt Roche-CEO Severin Schwan im Gespräch mit BILANZ. Zusätzlich weite man das Betätigungsfeld auf neue Krankheitsbereiche aus.

Lange war Roche der Klassenprimus, doch heute schauen Investoren und Branchenexperten mit kritischem Blick auf das Unternehmen – und finden manche Schwachstelle. Zwar ist Roche nach wie vor Marktleader in der Onkologie, doch der Konzern wirke auch etwas «in dieser Ecke gefangen», so Oliver Kubli vom Healthcare-Investor Adamant. Roche sei derart erfolgreich in der Onkologie, dass es sehr schwer werde, ähnlich stark in anderen Geschäftsfeldern aufzutrumpfen.

«Für uns ist es keine Ecke», betont Schwan. Aber ja, man weite das Betätigungsfeld in der Tat aus. Dies geschehe aber «opportunistisch - je nachdem wo sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse auftun.»

Gezielte Akquisitionen

Das spiegelt sich auch in der Akquisitionspolitik – in den letzten Monaten erwarb Roche rund ein Dutzend Firmen und investierte dafür rund zehn Milliarden Franken. Schwan dazu: «Wir sind klar auf unsere beiden Kerngeschäfte Pharma und Diagnostika fokussiert, wo wir mit gezielten Akquisitionen von Produkten und Technologien unser Geschäft ausbauen.» Grossakquisitionen steht er, wie schon seine Vorgänger, skeptisch gegenüber: «Die bringen nur Unruhe und zerstören Wert».

In der Frage der Beteiligung von Novartis an Roche sieht Schwan keine neue Bewegung. Er will sich darüber aber auch keine Gedanken machen: «Die Frage, was mit dem Paket geschehen soll, muss Novartis selber entscheiden.»

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