Die drei ersten Zeilen der untenstehenden Aufstellung geben – am Beispiel von Sieger ­Novartis – die Berechnungsgrundlagen vor: wie sich die Aktie 2008 ent­wickelte, wie sich der Aktienindex SPI (er umfasst ­praktisch ­sämtliche ­kotierten Schweizer Unter­nehmen) schlug sowie den ­spezifischen Beta-Faktor. Dieser beschreibt das Risiko der Anleger, in diese Aktie zu investieren, ­anhand der Kurs­volatilität: Von einer stark schwan­kenden Aktie, die ein höheres Risiko mit sich bringt, werden auch höhere Renditen erwartet.

Die Volatilität ergibt sich aus Einschätzungen des Marktes über Geschäftsmodell und Finanzkraft des kotierten Unternehmens. ­Firmen, die von einem einzigen Produkt leben, stark von der ­Konjunkturlage abhängen oder mit viel geliehenem Kapital ­operieren, schwanken gewöhnlich stärker als etwa ein Super­tanker wie Nestlé oder eine Kantonalbank – je niedriger der Beta-­Faktor, desto weniger volatil ist die Aktie.

OLZ schätzt dieses ­Risikomass jeweils über ein Jahr. Ein Beta-Faktor niedriger als 1 – wie bei Novartis – besagt, dass der Titel weniger volatil ist als der SPI, ­daher nimmt das OLZ-Berechnungsmodell an, dass sich Novartis-Anleger mit einer niedrigeren Rendite begnügt hätten als bei einem Investment in den Index.

Es folgen die Berechnungen: Die von Novartis erwartete ­Rendite ist die SPI-Entwicklung, multipliziert mit dem Beta-Faktor. Tatsächlich hat aber Novartis viel besser abgeschnitten als erwartet – die Differenz von 13,5 Prozent ist die «Überschussrendite». Diese wird zum Börsenwert in Beziehung gesetzt, was in der Multiplikation die «Bruttowertschaffung» ergibt. Korrigiert um Dividendenzahlungen und Kapitalmassnahmen, steht unter dem Strich schliesslich die «Nettowertschaffung», das, was das Unternehmen seinen ­Anteilseignern an Wert gebracht oder auch genommen hat.

Die Kriterien für die Teilnahme an der Untersuchung: Die Firma muss börsenkotiert sein, im SPI gelistet und eine Marktkapitalisierung von zumindest 100 Millionen Franken auf die Waage bringen. Diese Voraussetzungen erfüllten im vergangenen Jahr insgesamt 187 Schweizer Firmen.

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