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ABB 
Wechsel in Sicht

Seit 2007 präsidiert Hubertus von Grünberg die ABB.   Keystone

Das Rennen um die Nachfolge von ABB-Präsident Hubertus von Grünberg ist eröffnet. Gute Chancen hat der ehemalige Shell-CEO Peter Voser. Der hatte bereits einmal Interesse signalisiert.

Von Marc Kowalsky
24.06.2014

Nächsten Frühling ist Schluss: An der kommenden Generalversammlung muss Hubertus von Grünberg (72) alters­bedingt das Präsidium beim Industriekonzern ABB abgeben. Das Rennen um die Nachfolge ist eröffnet. Unter den bisherigen Board-Membern drängt sich kein Kandidat auf. So stehen laut eingeweihten Kreisen derzeit zwei Möglich­keiten im Vordergrund: Von Grünberg könnte noch einmal um ein Jahr verlängern. Dazu müsste der VR die Alterslimite von derzeit 72 Jahren erhöhen, was er laut ABB-Reglement aus eigener Kraft tun kann und 2011 bereits einmal getan hat. Für diese Lösung spricht, dass sie die Stabilität in der Führungsriege wahrt, die ­letztes Jahr bereits den Abgang von CEO Joe Hogan zu verdauen hatte. Zudem harmonieren von Grünberg und der neue CEO Ulrich Spiesshofer sehr gut. Würde von Grünberg für diese Lösung eintreten, käme er allerdings in den Hautgout eines Sesselklebers.

Viel wahrscheinlicher scheint da die intern ebenfalls kolportierte Lösung Peter Voser (56). Der Aargauer geniesst bei ABB hohes Ansehen, half er doch als CFO unter Jürgen Dormann massgeblich bei der Rettung des Konzerns. Bereits für dieses Jahr war Voser für ein Mandat im ABB-VR angefragt worden und hatte grundsätzliches Interesse signalisiert. Doch der Zeitpunkt war der falsche, Voser wollte nach seinem überraschendem Abgang als CEO von Shell mit seiner Frau erst mal auf ausgedehnte Reisen gehen: «Kommt im November 2014 wieder», beschied er allen Interessenten.

Mit Voser würde zudem das Problem gelöst, dass seit dem Abgang von Hans Ulrich Märki kein Schweizer mehr im Board von ABB sitzt. Auf entsprechende Aktionärskritik an der letzten GV antwortete von Grünberg: «Ich werde bei der nächsten Wahl einen Schweizer sehr stark favorisieren. Da muss wieder einer her.»

Voser, gerade von der Fussball-WM aus Brasilien zurückgekehrt, will das Thema ABB nicht kommentieren. «Ich habe immer gesagt, dass ich nach meiner Auszeit der Gesellschaft etwas zurückgeben will, etwa durch Arbeit in Stiftungen oder mit Studenten», sagt er. «Zudem werde ich etwa drei VR-Mandate annehmen.» ABB wäre praktisch, denn der Hauptsitz in Zürich Oerlikon liegt keine halbe Autostunde von Vosers Wohnort Widen AG entfernt.

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