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Was Drohnen bereits tun und was sie noch könnten

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Drohne: Dieses Gerät rettet Rehkitze vor dem sicheren Tod.  Keystone

Dem Einsatz von Drohnen sind kaum Grenzen gesetzt, dennoch boomt heute erst der Freizeitmarkt. Das kommerzielle Geschäft läuft dagegen auf Sparflamme. Welches Potenzial winkt, zeigen Projekte.

Drohnen boomen zwar als Freizeitvergnügen. Bei der kommerziellen zivilen Nutzung der kleinen Fluggeräte – etwa in der Vermessungstechnik, der Landwirtschaft und Logistik – fehlt allerdings bisher der entscheidende Schub.

Die Mehrzahl der Firmen, die im Schweizerischen Verband Ziviler Drohnen (SVZD) organisiert sind, machen mit Drohnen Luftaufnahmen, weiss SVZD-Vizepräsident Reto Büttner. «Das sind meist kleinere Firmen mit weniger als fünf Beschäftigten», so Büttner. Der Verband zählt gut 450 Mitglieder, die Hälfte davon sind kommerziell tätig.

Zum Abheben bereit

Häufiger eingesetzt werden Drohnen derzeit beim Vermessen und der Inspektion von Infrastrukturbauten, etwa von Gebäuden, Brücken, Windturbinen, Hochspannungsleitungen, Eisenbahn- und Solaranlagen und in der Landwirtschaft. «Aktuell sind die Paketdrohnen auf dem Sprungbrett zu breiten Einsatzgebieten», stellt Büttner fest.

Erste Versuche dazu hat die Schweizerische Post im Frühjahr 2015 gemeinsam mit der Luftfrachtdivision der Swiss und dem kalifornischen Drohnenhersteller Matternet gemacht. Inzwischen ist die Post laut ihrer Sprecherin Léa Wertheimer einen Schritt weiter. Derzeit testet die Post im Tessin Drohnen, die Laborproben in Lugano zwischen zwei Spitälern transportieren.

Eine Nische bleiben

«Drohnen haben in der Logistik – und dort vor allem auf der letzten Meile – ein vielversprechendes Potenzial», glaubt die Sprecherin. Die Post wolle hier eigenes Know-how aufbauen und verspreche sich davon einen Konkurrenzvorsprung.

In nächster Zeit werde der Einsatz von Drohnen bei der Post aber nicht über ein Nischendasein hinausgehen. «Drohnen eignen sich primär für den Transport von Spezialsendungen. Sie werden die traditionelle Paketzustellung ergänzen, jedoch nicht ersetzen», erklärt Wertheimer. Die Post stelle jährlich 122 Millionen Pakete zu. Drohnen seien bei der Transportkapazität wesentlich weniger effizient als Postzusteller.

Finanzierung abgelehnt

Weiter fortgeschritten und auch vielfältig scheinen die Möglichkeiten von Drohnen in der Landwirtschaft. Beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hält man beispielsweise den Einsatz von Drohnen zur Rettung von Rehkitzen für sinnvoll.

Das BLW habe vor drei Jahren aber aufgrund knapper finanzieller Mittel die Finanzierung eines entsprechenden Projektes der Berner Fachhochschule (BFH) ablehnen müssen, erklärt Anton Stöckli, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim BLW. Die Rehkitzrettung sei halt nicht prioritär ein agrarpolitisches Ziel.

Aktuell finanziert das BLW keine Projekte mit Drohneneinsatz. Laut Stöckli zeichnet es sich aber ab, dass künftig vermehrt Projekte eingereicht würden, bei denen Drohnen verwendet würden.

In Hobbyhand

Die Berner Fachhochschule baut nach eigenen Angaben im Moment eine eigenständige Organisation auf, um eine schweizweite Rettung von Kitzen mit Drohnen sicher zu stellen. Dadurch solle diese noch besser koordiniert und möglichst kostenneutral gestaltet werden.

Laut Bernhard Streit, Dozent für Verfahrenstechnik im Pflanzenbau der BFH, bestehen aktuell 13 Teams von Hobby-Drohnenpiloten in verschiedenen Regionen der Schweiz. In Absprache mit Landwirten, Jägern und Naturschützern führten diese Rettungsaktionen durch.

Ausbaufähiges Projekt

Aufbauend auf dem BFH-Projekt zur Rehkitzrettung setzt der Agrarkonzern Fenaco seit 2012 in der Schweiz Drohnen zur Bekämpfung des Schädlings Maiszünsler ein.

«Die Bekämpfung des Maiszünslers per Multikopter ist eine fünf Jahre alte, gemeinsame Innovation von Fenaco und dem Unternehmen «die Tüftelbergers». «Sie erfährt in der Öffentlichkeit seit Jahren eine sehr starke Beachtung», freut sich Regina Burger, Leiterin der Fenaco-Geschäftseinheit UFA Samen Nützlinge.

Gemessen am Fenaco-Gesamtumsatz sei diese Aktivität allerdings sehr klein. Der Agrarkonzern sieht grundsätzlich Möglichkeiten für weitere Anwendungsgebiete, noch sei aber nichts spruchreif.

Ersatz für Helikopter

Erstmals eine provisorische Bewilligung zum Versprühen von Pflanzenschutzmitteln mit einer Drohne erhalten hat in diesem Jahr die Walliser Firma fly&film, erklärt Thomas Anken, Leiter der Forschungsgruppe Agrartechnische Systeme der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope.

Anken geht davon aus, dass künftig an steilen Rebhängen Spritzmittel per Drohne statt mit Helikopter eingesetzt werden könnten. Der Agronom hält dies für sinnvoll, da Drohnen viele tiefer fliegen und es dadurch weniger Abdrift und Lärm gibt.

(sda/jfr)

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