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Studie 
Warum Manager nicht mit Geld umgehen können

Warum Manager nicht mit Geld umgehen können
Manager: Knappe Finanzen verbessern die Leistung. Keystone

Eine aktuelle Studie zeigt: Je weniger Spielgeld Firmenlenker zur Verfügung haben, desto mehr entwickeln sich die Aktienkurse ihrer Unternehmen. Vor allem eine Massnahme ist besonders schädlich.

Von Erich Gerbl
2016-04-05

Manager können nicht mit Geld um­gehen. Diese provokante Aussage hat der Schweizer Geldverwalter Quantex jetzt mit einer Studie belegt. «Je weniger Geld den Firmenlenkern zum Spielen überlassen wird, desto besser für die Aktionäre», sagt Peter Frech, Fondsmanager bei Quantex. Über die letzten 15 Jahre haben sich laut Quantex-Erhebung Aktien von Firmen am besten entwickelt, bei denen dem Management das meiste Geld aus den Händen geflossen ist. Unternehmen, die Geld zurückzahlten, erreichten in den USA und der Schweiz jährliche Mehr­renditen von 3,5 bis 4 Prozent.

Aus den Händen fliesst den Managern das Bare durch den Rückkauf von eigenen Aktien oder Dividenden. Quantex hat in die Berechnungen erstmals die Rück­zahlung von Schulden einbezogen. Frech erklärt die Ergebnisse so: «Wenn weniger Geld im Unternehmen bleibt, müssen die Manager doppelt und dreifach überlegen, wie sie es investieren. Das Geld wird besser eingesetzt.»

Grosse Verlockung

Je weniger Kapital die Manager zur Verfügung haben, desto geringer die ­Gefahr des sogenannten «Empire Building». Die Verlockung, die Macht und den Einfluss durch den Aufbau eines Firmenimperiums auszubauen, ist gerade für ­risikobereite Manager gross. Weil Aktienrückkäufe oder die Rückzahlung von Schulden als ideenlos verrufen sind, ­lassen sich die Manager oft zu Deals hinreissen. «Dann werden Konkurrenten ­gekauft, oder, noch schlimmer, es wird ­diversifiziert», sagt Frech.

Oft ist das Timing schlecht: Übernahmen kommen meist auf der Spitze eines zyklischen Aufschwungs. Dann steht den Managern zwar das meiste Geld zur ­Verfügung, doch sind die Erwartungen und damit die Kaufpreise hoch. Bei 70 Prozent der Transaktionen werden die ­berechneten Synergien nicht erreicht.

Zukäufe schaden

Besonders schlecht schnitten in der Quantex-Studie demnach auch Firmen ab, die stark in Zukäufe investiert und zur Finanzierung netto Geld vom Markt aufgenommen hatten. Dazu zählen Unternehmen wie Aryzta, OC Oerlikon oder Petroplus.

Beim akquisitionsfreudigen Backriesen Aryzta geht es wie bei OC Oerlikon seit 2014 mit den Kursen abwärts. In die Amtszeit von OC-Oerlikon-CEO Brice Koch fiel der Kauf des Beschichtungsgeschäftes von Metco. Dem Raffineriebetreiber Petroplus wiederum hat der rasante Expansionskurs von CEO Jean-Paul Vettier am Ende das Genick gebrochen.

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