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Hintergrund 
Warum Knight Vinke bei der UBS ausstieg

Ohne Erfolg: Eric Knight konnte die Strategieänderung nicht durchsetzen. PR

Der unbequeme Investor Knight Vinke hat der UBS den Rücken gekehrt. Seinen Ausstieg begründete der Aktionärsaktivist mit dem Ausbau der Investmentbank. Wahrscheinlicher ist einen anderer Grund.

Von Dirk Schütz und Erich Gerbl
25.02.2016

Jahrelang hat Investor Eric Knight mit seiner Firma Knight Vinke die UBS öffentlichkeitswirksam bedrängt. Die Forderung des unbequemen Aktionärs: Die Grossbank soll die Investmentbank abspalten und sich auf die Vermögensverwaltung konzentrieren. Ende 2015 kam die Wende, der Aktionärsaktivist verkaufte seine Beteiligung.

Selbst bei seinem Ausstieg wähnte Knight sich auf Augenhöhe. Weil es «keinen Konsultationsprozess» gegeben habe und die UBS im dritten Quartal 2015 die Limiten ihrer Investmentbank um 20 Prozent erhöht habe, habe er seine Beteiligung an der Grossbank Ende 2015 verkauft, liess der Investor Mitte Februar verlauten.

Investmentbank-Aktiven wurden gesenkt

Überzeugend war die Begründung nicht. Denn die Erhöhung der Obergrenze geschah aufgrund regulatorischer Anforderungen, in Wahrheit hat die UBS ihre risikogewichteten Investmentbank-Aktiven sogar gesenkt: von 68,2 Milliarden Franken im dritten auf 62,9 Milliarden im vierten Quartal.

Überhaupt gebe es «keine Anzeichen, dass Knight jemals ein grosser Aktionär der UBS war», betont ein Sprecher. Laut eigenen Angaben kontrollierte Knight mehr als ein Prozent der UBS-Aktien, allerdings soll davon höchstens ein Drittel von seiner Firma gehalten worden sein, der Grossteil dagegen von nahestehenden Investoren. Bestätigen lässt sich das alles nicht.

Das Geld braucht Kngiht offenbar

Wahrscheinlicher ist, dass Knight das allfällige Geld anderweitig brauchte. Nach eigenen Angaben kaufte er die UBS-Aktien für 10.10 Franken und verkaufte sie für 20 Franken. Stimmt das, so wäre es sein bestes Investment. Die Beteiligungen an HSBC, Eni oder Carrefour brachten grösstenteils happige Verluste.

Das Büro an der Waaggasse beim Zürcher Paradeplatz zählte vor zwei Jahren noch ein Dutzend Mitarbeiter, heute ist es primär eine Briefkastenadresse. Der letzte Eintrag zu Firmen auf Knights Website - ausser zur UBS - stammt von 2012. Zwei Fonds in Luxemburg wurden liquidiert. Der frühere Morgan-Stanley-Mann David Trenchard, der den Druck über die Medien orchestrierte, ist weg. Ein Rivale: «Die Firma ist stark geschrumpft.»

Knight bestreitet das. Er verwalte weiter fast eine Milliarde Dollar, lässt er ausrichten, sein Fonds «Knight Vinke Institutional Partners» habe 2015 eine Performance von 22,3 Prozent erzielt. Überprüfen lässt sich das nicht – der Fonds ist in gängigen Datenbanken nicht zu finden, nähere Angaben macht Knight nicht.

Jahrelang öffentlichkeitswirksam bedrängt

Obwohl sich die UBS auf die Vermögensverwaltung konzentriert, hat sie noch immer ein vergleichsweise grosses Investmentbanking. Knight Vinke forderte von der Grossbank über Jahre hinweg die Abspaltung dieser Sparte. «Grösse ist unverzichtbar im Investment Banking», erklärte Knight. «Um wettbewerbsfähig zu sein, braucht man eine Bilanz von mehreren Billionen Dollar.»

Seit Mai 2013 hatte der Aktionärsaktivist die UBS öffentlichkeitswirksam bedrängt, richtete sich in Briefen an die Grossbank, machte sie öffentlich und sendete Kopien an Regulatoren und den Bundesrat.

Und auch nach seinem Ausstieg schliesst Knight Vinke eine erneute Beteiligung an UBS nicht aus. Seit der Hedgefonds seine Anteile verkauft habe, seien die Titel um rund ein Viertel gesunken, sagte Knight. «Wenn sie weiter fallen, könnten wir wieder einen Blick darauf werfen.»

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