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Konsequenz 
Vontobel-Chef: «Jain-Abgang wird zu einer Delle führen»

Zeno Staub: Finanziell dürfte der Abgang von Rajiv Jain spürbar sein, meint der Vontobel-CEO.Keystone

Vontobel blickt optimistisch in die Zukunft und will weiter wachsen. Auch der Ärger mit den US-Steuerbehörden soll bald ausgestanden sein. Negativ spürbar ist aber der Abgang von Fondsguru Rajiv Jain.

Veröffentlicht 28.04.2016

Der Abgang von Star-Fondsmanager Rajiv Jain dürfte für die Bank Vontobel finanzielle Folgen haben. Fakt sei, dass manche institutionelle Kunden verpflichtet seien, ein Mandat zu kündigen, wenn ein Fondsmanager gehe, sagte Vontobel-Chef Zeno Staub. «Das wird zunächst zu einer Delle führen.»

Allerdings spart die Bank mit dem Weggang Jains auch einiges ein. Wie die «Bilanz» berechnet hat, dürften die Kosten für den Star-Fondsmanager über die letzten fünf Jahre wenigstens 180 Millionen Dollar betragen haben. Damit verdiente der Manager erheblich mehr als der CEO Zeno Staub.

Vontobel hatte im März den Abgang von Jain nach 22 Jahren bei dem Zürcher Institut per Ende Mai bekanntgegeben. Laut Experten hatte er einen grossen Beitrag zum im Branchenvergleich überdurchschnittlichen Wachstum der Bank geleistet.

Bank will durch Zukauf wachsen

Die Aktie von Vontobel war nach dem angekündigten Abgang eingebrochen. Es sei zu früh für eine Bilanz, sagte Staub in einem Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit der «Handelszeitung» - knapp zwei Monate nach Bekanntgabe des Rücktritts von Jain.

Das Bank sieht sich laut Staub unverändert nach Übernahmen um. «Wir haben das Kapital, um akquisitorisch zu wachsen. Und wir sind daran auch interessiert», sagte er. Vontobel halte nach Zukaufsmöglichkeiten im Private Banking in der Schweiz Ausschau.

Ende des US-Ärgers in Sicht

Der Vontobel-Chef rechnet noch im laufenden Jahr mit einem Ende der Vermögensabflüsse aufgrund der Schwarzgeld-Regularisierung. «2016 wird das letzte Jahr sein, in dem wir diesbezüglich materielle Auswirkungen sehen», sagte er im Interview.

In den USA warte die Bank auf den Freibrief im Rahmen des Steuerprogramms. Die Bank hatte sich in Gruppe drei eingeteilt, geht also davon aus, alles richtig gemacht zu haben. «Wir hatten – wie die Gruppe-Zwei-Banken – einen unabhängigen Untersuchungsbeauftragten im Haus und haben unsere Untersuchungen abgeschlossen», sagte Staub. Der Bericht liege nun bei den Behörden.

(sda/jfr)

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