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Urs Schwarzenbach: Deals in Ulan-Bator

Strammstehen für den Jahresbericht: der Verwaltungsrat der Golomt Bank mit Urs Schwarzenbach (rechts).

Der Hotelier Urs Schwarzenbach ist bei einer mongolischen Bank eingestiegen. Neue Deals, primär im Rohstoffgeschäft, werden folgen.

Von Stefan Lüscher
24.01.2012

Seit Jahren pflegt Urs Schwarzenbach Kontakte in höchste Kreisen der Mongolei. Mit Staatspräsident Tsachiagiin Elbegdordsch verbindet den Hotelier und – nach eigenem Bekunden – höchst erfolgreichen Devisenhändler fast schon eine Freundschaft. Das trug Schwarzenbach den wohlklingenden Titel «Honorarkonsul der Republik Mongolei» ein.

Hohe Ehren verpflichten. Anfang 2011 gründete der 62-Jährige die Swiss-Mo Investment, um die Zusammenarbeit mit dem asiatischen Land zu kanalisieren. Schwarzenbach sprach von «Beratungsdienstleistungen und Know-how-Transfer». Im Sommer kam es tatsächlich zum Transfer – von Kapital. Der Besitzer des «Dolder Grand» erwarb an der mongolischen Golomt Bank eine Beteiligung von 10,7 Prozent, Kostenpunkt: 20 Millionen Dollar. Dafür erhielt der Milliardär einen Sitz im Verwaltungsrat zugesprochen.

Hinter der Beteiligung steckt eine clevere Strategie. Golomt ist mit 1200 Beschäftigten im internationalen Vergleich ein kleines Licht, in der Mongolei jedoch das führende Institut. Im November erteilten S&P und Moody’s der Bank Kredit-Ratings von mittelprächtiger Qualität. Einer der Gründe: Die Bank konzentriere sich stark auf risikoreiche Industriebereiche, beispielsweise das Minengeschäft.

Und da ist viel Kohle zu holen. Die Mongolei gehört zu den zehn rohstoffreichsten Ländern der Welt. Obwohl erst ein Drittel der riesigen Fläche geologisch erschlossen ist, wurden bereits 6000 Vorkommen von 80 verschiedenen Mineralien nachgewiesen. Dazu kommen Erdöl, Edelmetalle und vieles mehr.

Die Boomtown Ulan-Bator zieht die Glücksritter der Rohstoffbranche an wie ein Magnet. Geld schürfen darf jedoch nur, wer über beste Beziehungen verfügt. Und da hat Honorarkonsul Schwarzenbach längst ein feines Netzwerk gesponnen, nicht nur in der Politik. Golomt wird kontrolliert von der diversifizierten Bodi Group, die im Besitz der Familien Bold, Bayasgalan und Zorigt steht; diese wiederum zählen zu den mächtigsten Clans der Mongolei. Das ist künftigen Deals höchst förderlich.

Die Mongolei hat den Kommunismus zwar bereits 1990 überwunden. Einige Gewohnheiten jedoch wurden beibehalten. Beispielsweise die Art des Posierens: dunkler Anzug, steife Haltung, undurchdringliche Mine. Der Verwaltungsrat der Golomt Bank macht es vor. Und Urs Schwarzenbach hat schnell dazugelernt. 

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