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Über den Wolken: Wo Snacks und Getränke inklusive sind

Zunehmend verlangen Fluggesellschaften für Verpflegung auf Kurz- und Mittelstreckenflügen in Europa von ihren Passagieren Geld. Wer dem Trend trotzt und was die Premium Airlines bieten.

Von Gabriel Knupfer
20.07.2017

Lange Zeit war die kostenpflichtige Verpflegung auf Kurz- und Mittelstreckenflügen ein Merkmal von Billigairlines wie Easyjet und Ryanair. Doch inzwischen ist die Schranke gefallen. Im Zuge des unheimlichen Erfolges der Billiglinien werden deren Konzepte zunehmend von etablierten Airlines kopiert.

So kosten Getränke auf Europaflügen von British Airways seit Januar extra. Und auch die Swiss überlegt sich die kostenlose Verpflegung in der Economy-Klasse auf Flügen ab Genf abzuschaffen. Bereits 2018 könnte es soweit sein, liess Swiss-Chef Thomas Klühr kürzlich durchblicken.

Wenig Sparpotenzial

Auch wenn eine Ausweitung auf den Standort Zürich im Moment noch nicht zur Debatte steht: Der Flughafen Genf gilt als «Versuchslabor» der Swiss, so die «Sonntagszeitung». Hier führte sie bereits früher Konzepte ein, die später auf die ganze Airline ausgeweitet wurden, beispielsweise One-Way-Tarife für die Europastrecken.

Doch ob es sich nun um einen Versuchsballon für die ganze Fluggesellschaft oder eine Massnahme für den für Swiss schwierigen Flughafen Genf handelt: Dass Airlines ihre Kunden für Essen und Trinken an Bord bezahlen lassen, liegt im Trend. Dies, obwohl die Bordverpflegung bei Fluggesellschaften allgemein weniger als 2 Prozent der Kosten ausmacht, wie der «Tagesanzeiger» schrieb.

Mittel zur Abgrenzung

Doch es gibt sie noch, die Airlines, die ihren Premium-Anspruch mit grosszügigem Catering an Bord unterstreichen wollen. «Als Nicht-Billigairline ist der Service auf all unseren Flügen gratis», sagt ein Sprecher der Schweizer Fluggesellschaft Etihad Regional. Das gilt auch für die Economy Class: «Wir offerieren ein Erfrischungstüchlein, einen süssen und einen salzigen Snack sowie Wasser, Kaffee und Tee.»

Auf ein sogenanntes Buy-on-Board-Konzept auf Europa- und Inlandflügen verzichten auch weitere Airlines. Die Regionalfluggesellschaft KLM Cityhopper und die Lufthansa legen ebenfalls Wert darauf, dass der Service auf allen Flügen im Ticketpreis inbegriffen ist. Ein Snack und Getränke würden grundsätzlich auf jedem Flug ausgegeben, so eine Lufthansa-Sprecherin.

Je nach Flugdauer

Was genau verteilt wird, hängt bei der Lufthansa und anderen Airlines von der Flugdauer ab. Die erwartete Publikumsstruktur – beispielsweise Banker auf Flügen zwischen Zürich und Frankfurt – spiele dagegen keine Rolle, sagt die Lufthansa-Sprecherin. Auf sehr kurzen Flügen seien die Crewmitglieder aber froh, wenn die Getränke auf einmal bestellt würden, weil der Wagen für den Landeanflug weggestellt werden muss.

Weitere Airlines setzen auf eine Mischform aus Buy-on-Board und Gratisservice. So erhalten Passagiere bei Austrian Airlines auf allen Flügen einen kostenlosen Getränkeservice mit einer Auswahl an warmen und kalten Getränken inklusive österreichischer Biersorten und Weinen. Snacks gibt es abhängig von der Flugdauer. Zusätzlich können die Kunden gegen einen Aufpreis im Voraus ein 3-Gang-Menü bestellen.

Bei SAS und Finnair gibt es Getränke

Eine Mischung kennt auch die Berner Fluggesellschaft Skywork. Gratis sind diverse alkoholfreie Getränke und Süssgebäck. Verkauft werden Coca Cola, Tomatensaft sowie Wein, Prosecco und Bier der lokalen Brauerei Felsenau.

Bei den skandinavischen Airlines SAS und Finnair sind zumindest gewisse Getränke noch gratis. SAS-Passagiere erhalten auf den meisten Inland- und Europaflügen Kaffee und Tee. Bei Finnair gibt es Kaffee, Tee, Wasser und Blaubeersaft auf fast allen Flügen. Dazu gibt es auf Flügen von SAS und Finnair Snacks aus der Minibar zu kaufen und die Möglichkeit Menüs vorzubestellen.

Immer irgendwas

Wohin der Weg der Swiss führt, ist im Moment noch offen. Doch es ist klar: «Wir müssen mehr sein als Ryanair. Daher wird es sicherlich immer etwas Kleines geben», so Operativchef Markus Binkert gegenüber dem «Tagesanzeiger». Das könnte in Zukunft auch nur ein Schöggeli und Wasser statt eines Sandwichs und Colas sein.

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