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Veränderung 
Uber verabschiedet sich von seiner Chauvi-Kultur

Uber läutet die Kulturrevolution ein
Uber: Ruft eine neue Unternehmenskultur aus. Smith Collection/Gado/Getty Images

Bei Uber war die Atmosphäre zuletzt als aggressiv und sexistisch verrufen. Nun hat der Fahrdienstvermittler eine neue Unternehmenskultur ausgerufen. Ruhe kehrt damit trotzdem vorerst nicht ein.

Der nach zahlreichen Berichten über Sexismus und Aggressionen am Arbeitsplatz in Bedrängnis geratene US-Fahrdienstvermittler Uber hat eine neue Unternehmenskultur ausgerufen.

«Wir tun das Richtige», lautet das neue Motto, das Uber-Chef Dara Khosrowshahi am Dienstag in einer Mitteilung an die Beschäftigten ausgab. Die Unternehmenskultur, die Uber zu dem gemacht habe, was es heute sei, «wird uns nicht weiter bringen».

Khosrowshahi hatte den Posten Ende August vom umstrittenen Uber-Gründer Travis Kalanick übernommen.

Integrität im Mittelpunkt

Uber lasse die Zeit des «Wachsens um jeden Preis» nun hinter sich - für «verantwortungsvolles Wachstum» aber sei es nötig, die Kultur weiterzuentwickeln, erklärte Khosrowshahi den Mitarbeitern.

Zur neuen Unternehmenskultur gehöre es etwa, die unterschiedliche Herkunft von Mitarbeitern zu «feiern». «Wir stellen die Integrität in den Mittelpunkt all unserer Entscheidungen.»

Das Image von Uber hat in den vergangenen Monaten schwer gelitten. Anfang des Jahres hatte eine ehemalige Angestellte öffentlich gemacht, dass sie sexuell belästigt worden war, die Vorgesetzten aber nichts dagegen unternahmen. Danach folgten weitere Beschwerden über Diskriminierung und Schikane am Arbeitsplatz sowie zweifelhafte Methoden, um Konkurrenten zu schaden.

US-Justizministerium ermittelt

Das US-Justizministerium leitete zudem Ermittlungen dazu ein, ob ausländischer Regierungsvertreter von Uber-Mitarbeitern bestochen wurden, um Geschäftsinteressen durchzusetzen.

Khosrowshahi kritisierte in seinem Schreiben etwa die bisherige Praxis, unabhängig von der Stellung im Unternehmen seine Meinung sagen zu dürfen. Diese sei «zu oft» dazu missbraucht worden, «sich einfach wie ein Arschloch aufzuführen».

Uber-Gründer Kalanick war im Juni auf Druck einflussreicher Investoren zurückgetreten. Sein Nachfolger Khosrowshahi kommt vom Online-Reisebüro Expedia und soll vor allem Ruhe ins Unternehmen bringen. Zudem soll er die Kosten kürzen. Uber soll Anfang 2019 an die Börse.

(sda/ccr)

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