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Trotz Skandal: Milliardengewinn für Murdoch

Murdochs britischer Goldesel: BSkyB (Bild: Keystone)

BSkyB, die britische Fernseh- und Telekommunikationsfirma von Medienmogul Rupert Murdoch, hat im letzten Geschäftsjahr einen Milliardenprofit abgeworfen. Und: Murdoch-Sohn James darf Verwaltungsratspräsident bleiben.

Veröffentlicht 29.07.2011

Die Ankündigung des Milliardengewinns fällt mitten in den Skandal um von Murdoch-Journalisten abgehörte Telefone und bestochene Polizisten. Während Murdoch dafür mehrfach zu Kreuze kriechen musste, übersteht er den Skandal zumindest finanziell vorerst unbeschadet. BSkyB hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 einen operativen Gewinn von 1,073 Milliarden Pfund (1,4 Milliarden Franken) verbucht.

Dies waren vier Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte. Damals hatten aber positive Einmaleffekte in Höhe von mehr als 400 Millionen Pfund zu Buche geschlagen. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 6,6 Milliarden Pfund. «Wir haben Wachstumsmöglichkeiten in allen Bereichen», sagte BSkyB-Chef Jeremy Darroch zu den Zukunftsaussichten.

BSkyB, wozu Bezahlsender wie Sky Sport und frei empfangbare Kanälen wie Sky News sowie Breitband- und Telefonangebote gehören, gewann im vergangenen Jahr 426'000 Neukunden und zählt jetzt 10,3 Millionen Kunden. Ein Viertel davon bezahlen sowohl für Fernsehen als auch für Breitband- und Telefonangebote.

Das Unternehmen gehört zu 39 Prozent dem News-Corp-Konzern des umstrittenen australischen Medienzaren Rupert Murdoch. Einen Versuch, auch die restlichen Anteile zum Preis von rund 8 Milliarden Pfund zu übernehmen, hat Murdoch zunächst fallen lassen, nachdem er wegen des Abhörskandals bei seiner britischen Zeitung «News of the World» in die Negativ-Schlagzeilen geraten war.

Rupert Murdochs Sohn James wurde am Donnerstag als Chef des Verwaltungsrates von BSkyB bestätigt. Zuvor hatte es im Unternehmen Stimmen gegeben, wonach Murdoch abgelöst werden solle. Wie sein Vater musste er vor einem Parlamentsausschuss in London aussagen. Auch wird er wahrscheinlich vor einem richterlichen Untersuchungsausschuss, der im September startet, erscheinen müssen.

(cms/sda)

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