Die Schaltzentrale der Abzockergegner riecht wie eine Zahnarztpraxis. Öffnet sich die Türe zum Firmensitz der Trybol in Neuhausen am Rheinfall, so steigt einem eine Wolke von Pfefferminz und Kräutern in die Nase – der Duft von Mundwasser scheint sich in die Mauern eingefressen zu haben. Eine Holztreppe weiter oben empfängt Thomas Minder: blaue, hellwache Augen, die einen herausfordernd anblicken.

Sein Schritt ist forsch, trotz der weissen Schutzschuhe an den Füssen. Wer die Produktionsräume der Trybol betreten will, muss Überzüge an den Füssen tragen – die Mundhygieneprodukte sollen nicht von Strassendreck verunreinigt werden.

Im Besprechungsraum kommt Thomas Minder sofort zur Sache. Beklagt sich über die fehlende Nachhaltigkeit in der Politik – «beängstigend, wie heute alles hüst und hott ist» –, fordert eine Effizienzsteigerung – «alles viel zu zähflüssig» –, fragt sich, ob nicht eine Halbierung von National- und Ständerat angebracht wäre – «man müsste in Bundesbern eine riesige Revolution machen» –, um nahtlos zum Madoff-Skandal überzugehen – «nur die Spitze des Eisbergs» –, er trägt seine Bedenken vor über Grosskonzerne wie UBS oder General ­Motors – «Mammuts, die nicht mehr führbar sind» – und ereifert sich über Staatsinterventionen – «Planwirtschaft pur». Bevor er einmal richtig Luft holt, hat er einen Reigen von Themen platziert, vorgetragen mit einer Mischung aus Emotionalität und Fachwissen – das Aufnahmegerät auf dem Tisch zeigt gerade einmal sechs Minuten an.

Thomas Minder, 49 Jahre alt, Chef des Initiativkomitees «gegen die Abzockerei», ist ein Energiebündel. Unterbrüche im Gespräch gibt es nur, wenn er sich aus einem Glasfläschlein sein Mundwasser zwischen die Zähne sprüht – was während des Gesprächs öfter der Fall sein wird.

Der Beweger. Der Mann hat mit seiner Energie viel bewegt. Vor vier Jahren lanciert, hat seine Initiative inzwischen nicht nur die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hinter sich, wie Experten schätzen, sondern auch die Politiker in Bern gehörig durchgerüttelt. Sein Schulterschluss mit der SVP, zusammen mit Alt-Bundesrat Christoph Blocher am 10. Februar in Bern verkündet, war ein politischer Coup. Der Einzelkämpfer, bisher durch fast missionarischen Eifer aufgefallen, zeigte dabei überraschend viel Pragmatismus. «Blocher ist ein paar Schritte auf mich zugekommen, ich bin ein paar Schritte auf ihn zugegangen», so schildert es Minder.

Gemeinsam mit der SVP will Minder erreichen, dass die laufende Aktienrechtsreform im Sinn seiner Initiative verschärft wird. Sollte das Parlament dem indirekten Gegenvorschlag allerdings nicht zustimmen, kommt es wie geplant zur Volksabstimmung, wobei die SVP Minders Initiative dann unterstützen will.

Seinen wichtigsten Anliegen würde auch mit dem Einigungsvorschlag Rechnung getragen, selbst wenn die heutige Lösung den ursprünglich viel radikaleren Vorstellungen von Minder nur noch teilweise entspräche (siehe «Einst radikal, heute pragmatisch» unter 'Weitere Artikel'). Doch nun teilt Minder die Ehre mit Blocher und dessen Partei, die spät auf den erfolgreichen Zug aufgesprungen ist. «Ich hätte nach einer erfolgreichen Abstimmung vielleicht Chancen gehabt, Schweizer des Jahres zu werden», sagt Minder – und es scheint fast, als ob er diese Möglichkeit vermissen würde.

Auch wenn viele die SVP als Hauptnutzniesserin des Bündnisses sehen, so ergibt es doch auch für Minder Sinn. Die Initiative belastete ihn nicht nur zeitlich bis an die Grenzen, sondern auch finanziell. Er steckte nach eigenen Angaben rund eine halbe Million eigenes Geld in die Kampagne. Viel für einen Mann, der stolz darauf ist, sich nur 6000 Franken im Monat als Lohn auszubezahlen.

Gut möglich, dass der Einzelkämpfer eingesehen hat, dass es sachdienlich ist, sich mit einem Partner zusammenzutun.

Für eine Kampagne mit einer derartigen Breitenwirkung wirkte Minders ­Initiativen-Trüppchen bisher reichlich handgestrickt. Das siebenköpfige Initiativkomitee funktioniert fast «en famille». Mit von der Partie sind neben ihm selber seine Lebenspartnerin Corinne Perren, seine Eltern Hans und Elisabeth Minder, seine Sekretärin Brigitte Ulmann, sein Trybol-Mitarbeiter Claudio Kuster und eine streitbare Kleinaktionärin namens Brigitta Moser, die er an einer Generalversammlung kennen gelernt hat.

Zwei Ereignisse haben den Kleinunternehmer radikalisiert und seinen Eifer geweckt. Eines war eine zermürbende Diskussion um eine Bankfinanzierung im Zusammenhang mit seiner Liegenschaft vor einigen Jahren. Dies soll seinen Groll gegen die Finanzer verstärkt haben, berichten Vertraute. Heute sagt er stolz: «Ich habe keine Bankverbindung mit Trybol. Das Gebäude ist mit keinem Rappen belehnt.» Dadurch sei er von den Banken völlig unabhängig.

Das zweite, womöglich noch wichtigere Ereignis stand im Zusammenhang mit dem Grounding der Swissair 2001, von dem er als Unternehmer direkt betroffen war. Trybol übernahm von der Swissair zu jenem Zeitpunkt einen Auftrag zur Lieferung von Produkten für eine halbe Million Franken. Ein wichtiger Brocken für eine Firma wie Trybol, die mit zwanzig Mitarbeitenden einen Umsatz von drei bis fünf Millionen Franken jährlich erzielt (siehe "Trybol AG" unter 'Weitere Artikel'). Als Minder erfuhr, dass die Airline einerseits seine Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte, andererseits aber dem damaligen Swissair-Chef Mario Corti einen Lohn von 12,5 Millionen Franken auszahlte, sei ihm der Kragen geplatzt: «Das fand ich eine Riesensauerei.» Er sei als Unternehmer in eine Existenzkrise geraten, «während der da oben abgesahnt hat». Er sei dann zu Pieter Bouw, dem Präsidenten der Nachfolgegesellschaft Swiss, gegangen, «auf den Knien», wie er betont, um für seine Trybol den Auftrag in die Zukunft zu retten – was ihm gelang.

Im Anschluss an die Krise der Airline engagierte sich Minder mehrere Jahre in der Schutzvereinigung Swissair, Seite an Seite mit Anwalt Hans-Jacob Heitz, dem Gründungspräsidenten der Anlegerschutzgemeinschaft. In dieser Zeit lernte er viel dazu punkto Aktionärsrechten.

2006 fühlte er sich bereit, den Managern den Fehdehandschuh hinzuwerfen, und lancierte seine Abzockerinitiative. Lange vor der Finanzkrise also, die das Thema heute erst richtig akut macht. «Das zeugt von politischer Weitsicht», sagt SVP-Ständerat Maximilian Reimann, der Minders Anliegen in der kleinen Kammer unterstützt hat. «Man musste kein Hellseher sein, um zu merken, wie die Entwicklung laufen würde», sagt Minder nüchtern. Für Ständerat Reimann ist die Bedeutung der minderschen Kampagne auch darum derart hoch, «weil sie nicht von einem linken Gewerkschaftler, sondern von einem Unternehmer kommt».

Es liegt in der Familie. Groll wie denjenigen im Zusammenhang mit der Swissair politisch umzusetzen, lernte Thomas Minder von klein auf – er entstammt einer Familie, in der das Politische eine Herzensangelegenheit war.

So war Vater Hans Minder in der Lokalpolitik aktiv – und galt als Mann mit Hang zum Fundamentalismus. Er war für die FDP Mitglied des Einwohnerrats, wie die Legislative in Neuhausen heisst. Dabei tat sich Vater Minder einerseits als detailversessener Macher hervor – «es ging darum, ob in der Schulhausturnhalle nun zwölf oder zehn Duschen installiert werden sollen» –, andererseits aber auch als vehementer Verfechter des Naturschutzes. «Hans Minder war schon grün, als die meisten noch gar nicht wussten, was das ist», sagt Norbert Neininger, Verleger der «Schaffhauser Nachrichten», der Vater wie Sohn Minder gut kennt. Freunde der Familie betonen unisono, wie ähnlich sich Vater und Sohn im Geiste seien. Hans Minder selber widerspricht nicht: «Das sind die Gene», sagt er, «der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.»

Als hartnäckig gelten beide, als angriffig: «Sich nicht scheuen, die Meinung ­zu sagen – das ist die herausragende mindersche Eigenschaft», sagt Verleger Neininger. Thomas Minder wirke manchmal etwas verbissen, und er sei «ganz gewiss nicht pflegeleicht». Er werde in der Region als Unternehmer und Mensch aber «wohlgeachtet». Lange war der aktive Fussballer Thomas Minder Vizepräsident des FC Schaffhausen. «Ein umgänglicher Mensch, der alles darangesetzt hat, Teil des Ganzen zu werden», sagt Aniello Fontana, der lange FC-Präsident war.

In den Fussstapfen. Auffallend ist, wie stark sich die Lebensläufe von Vater und Sohn gleichen. Beide gingen nach der Grundausbildung ins Welschland, an die Ecole supérieure de commerce in Neuenburg. Beide suchten gezielt eine Anstellung im Ausland. Vater Minder ging für Nestlé ins französische Indochina, das heutige Vietnam. Sohn Minder fand eine Anstellung bei einem Hutmacher in Paris und ging später nach New York. Vater Minder trat 1952 ins Familienunternehmen ein, um den Platz des verstorbenen Patrons bei der über hundert Jahre alten Traditionsfirma einzunehmen. Sohn Minder wurde 1989 in die Pflicht genommen, als der Prokurist kündigte und Hans Minder einen Stabwechsel für angebracht hielt, weil er nicht nochmals eine rechte Hand einarbeiten wollte. 24 Stunden Bedenkzeit räumte er dem Sohn ein.

Thomas Minder folgte dem Ruf des Vaters, wohnte aber zunächst in Zürich. Über zehn Jahre lang pendelte er von der Freischützgasse im Zürcher Kreis vier nach Neuhausen. Als das latente Kompetenzgerangel zwischen Senior- und Juniorchef überhandnahm, übergab Hans Minder dem Sohn die Firma via Erbvorbezug. Seit 1999 ist Thomas Minder Alleinherrscher im Hause Trybol.

Vom Vater erbte Thomas Minder auch das intensive Verhältnis zur Natur. Beide sind Hobby-Ornithologen. Das Ganze begann für den Vater mit Futterbrettern für Vögel vor den Fenstern im Winter, später wurden gemeinsam Nistkästen gezimmert. Vater Minder war aktiver Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach, Sohn Thomas half beim Beringen der Vögel. «Er ist über die Vögel zur Natur gekommen», sagt Hans Minder.

Es gehört zu den bevorzugten Hobbys von Thomas Minder, durch die Wälder im Schwarzwald zu ziehen und nach Vögeln Ausschau zu halten. Dann findet auch das Energiebündel Thomas Minder Ruhe, kann stundenlang mit dem Feldstecher im Gras liegen oder durch die Wälder streunen, «ganz alleine, nur mit dem Rucksack, mit Brot und Käse als Proviant».

Seine Beziehung zur Natur zeigt sich auch in seinen sportlichen Tätigkeiten. Er geht jeden Abend joggen, rudert auf dem nahen Rhein, schwimmt, spielt Fussball bei den Senioren des FC Schaffhausen und fährt Ski. «Ich bin ein nervöser Typ – ich brauche den Sport, um mich abzureagieren», sagt er.

Das Sportliche und der Aufenthalt in der Natur waren die Elemente, die ihm am Militär gefielen. Thomas Minder ist Hauptmann. Inzwischen denkt er anders über das Militär. «Früher hat noch Disziplin geherrscht, heute ist mir der Betrieb zu verweichlicht», ärgert er sich.

Seine Lebenspartnerin Corinne Perren, eine Primarlehrerin aus dem Wallis, mit der er seit zehn Jahren zusammenlebt, lernte er beim Skifahren in Zermatt kennen. Er wohnt mit ihr in einer Dreizimmerwohnung im Haus neben dem Firmengebäude der Trybol. Kinder hat das Paar keine. Die nächste Generation der Familie Minder besteht aus den beiden 16 und 14 Jahre alten Töchtern von Thomas Minders Schwester, einer Spitallaborantin, die in Binningen BL lebt.

In einem Interview sagte Thomas Minder 2005, er würde wahrscheinlich schwach, wenn ihm jemand zehn Millionen für Trybol bieten würde. Ist er im Innersten also auch anfällig für das grosse Geld? «Das ist, glaube ich, jeder. Ich sage nicht, dass jeder käuflich ist, aber weil ich keine Kinder ­habe, muss ich mich mit der Zukunft des Unternehmens auseinandersetzen.»

Auch Thomas Minder ist nicht frei von Widersprüchen. Sein Schulterschluss mit Blocher wirft Fragen auf. Denn just Blocher war es, der in den neunziger Jahren zusammen mit BZ-Banker Martin Ebner die grosse Abzockerei in der Schweiz einführte. Die zusammen mit Ebner betriebenen Beteiligungsgesellschaften wie die Pharma Vision machten Schlagzeilen mit exorbitanten Millionenbeträgen, die das Management in guten Jahren einstrich.

Blocher war zudem in seiner Zeit als Bundesrat bis 2007 einer der engsten politischen Vertrauten des ehemaligen UBS-Präsidenten Marcel Ospel, der mit seinem Lohn in der Höhe von bis zu zwanzig Millionen Franken jährlich geradezu als Symbol für gierige Manager steht.

Blochers Vergangenheit interessiere ihn nicht, sagt Minder. Er halte ihn für einen Macher und habe hohe Achtung vor ihm. Und Ospel habe er als einer von wenigen bis zuletzt die Stange gehalten. Gerade in schlechten Zeiten sollten Manager an Bord bleiben und die Sache durchstehen. «Ospel hätte bleiben dürfen – einfach zu null Franken Lohn. Das war stets meine Haltung», sagt er trocken.

Böse Zungen behaupten, er habe das ganze Brimborium um die Abzockerei auch darum inszeniert, um auf Trybol und seine Produkte aufmerksam zu machen. Er winkt ab: «Das höre ich immer wieder.» Zwar habe ihm seine Kampagne viel Sympathie eingebracht, doch in den Verkaufszahlen habe sich dies nicht niedergeschlagen. «Das wäre vielleicht so, wenn ich eine andere Distribution hätte», räumt er ein. Doch er sei eben nicht bei den Grossverteilern wie Migros, Coop oder Aldi dabei. Seine Abnehmer sind Apotheken und Drogerien. Er konkurriere mit seiner Trybol mit Multis wie Unilever, Colgate oder Palmolive und trete als kleiner Unternehmer gegen die grossen Börsenkotierten und ihre Manager an. «Es ist diese typische David-gegen-Goliath-Situation, in der ich mich eigentlich gar nicht so unwohl fühle.»

In dieser Pose setzte sich Minder auch medial eindrücklich in Szene. Schlagzeilen machte der Auftritt an der Generalversammlung der UBS im Februar 2008, als er von Sicherheitskräften der Bank abgeführt wurde. Minder sprang nach seiner Brandrede gegen die UBS-Führung vom Rednerpult und ging mit dem Obligationenrecht in der Hand auf Marcel Ospel zu, um ihm das Buch zu überreichen. Die Sicherheitskräfte überwältigten ihn.

Das rote Tuch. Freut sich Thomas Minder über solche Szenen, die zeigen, dass er sich auch physisch für seine Sache einsetzt? Nein, sagt er. Er habe lange gebraucht, um das zu korrigieren: «Die dachten, da drehe einer durch, wie einer, der mit Eiern schmeissen will oder so.»

Für die Mächtigen der Wirtschaft ist der unberechenbare und verbissene Minder nicht erst seit solchen Auftritten ein rotes Tuch. Er nennt die Bösewichte beim Namen. Besonders eingeschossen hat er sich auf Swiss-Re-Präsident Walter Kielholz, dessen Millionensalär für 2008 er angesichts der «desolaten Leistung» im Krisenjahr für «ungeheuerlich» hält. Gerold Bührer, Präsident des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse, der Minders Initiative stets kritisch kommentierte, ist «der allergrösste Opportunist». Ex-UBS-Chefs wie Peter Kurer oder Marcel Rohner seien als Spitzenleute mitverantwortlich für Steuervergehen in den USA. Das sei «hochkriminell».

Doch Thomas Minder geht auch bodenständige Schweizer Unternehmen wie Taschenmesserhersteller Victorinox oder Emmi an. Nebst der Abzockerinitiative ist der Kampf um die Marke Schweiz, um die Swissness, sein grosses Anliegen.

Verkauft einer etwas als schweizerisch, was nicht schweizerisch ist, ereilt ihn der heilige Zorn Thomas Minders. Acht Klagen gegen verschiedene Firmen sind inzwischen hängig. Mit Victorinox aus dem schwyzerischen Ibach kreuzte Minder die Klingen, weil sie einen Teil der Produkte, Reiserucksäcke, in China fabrizieren liess – mit dem gewohnten Firmenemblem, das dem Schweizerkreuz gleicht.

Nun taugen Firmen wie Victorinox kaum als Feindbild. Es sind Familienunternehmen wie Minders, die stolz sind auf ihre Ethik, auf einen umsichtigen Umgang mit dem Personal. Für Minder spielt das keine Rolle – es ist eine Prinzipienfrage: «Alle müssen sich an das Gesetz halten, auch Victorinox.» In solchen Momenten eckt Thomas Minder eher mit seinem Stil als mit seinen Argumenten an.

So liess er eine Lieferung von Rucksäcken am Zoll beschlagnahmen – ohne Victorinox zu informieren. «Wir wurden von der Beschlagnahmung überrascht», sagt Victorinox-Chef Carl Elsener, «die Aktion kam aus heiterem Himmel.» Dabei habe man persönlichen Kontakt, Minder sei auch schon bei Victorinox in Ibach zu Besuch gewesen. «Dass die Lokomotive der Swissness, Victorinox, so mit der Marke Schweiz umgeht, halte ich für höchst verwerflich», meint Minder nur dazu.

Wo sieht er selber seine Schwächen? «Ich bin vielleicht manchmal etwas zu forsch. Ich bin sicher kein Diplomat. Darum werden Sie mich wohl auch nicht in der Politik sehen», sagt er und lacht. Bereut er manchmal seinen hemdsärmligen Stil, seinen unzimperlichen Tonfall? «Nein», sagt er, «im Gegenteil. Man müsste im Tonfall wahrscheinlich noch lauter werden.»

Anzeige