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Gespräch 
Tesla-Chef Elon Musk: Iron Man

Der wohl spannendste und zugleich umstrittenste Unternehmer der Welt: Elon Musk.  Keystone

Elon Musk revolutioniert mit den Milliardenfirmen Tesla und SpaceX zwei seiner Industrien gleichzeitig. Manche sehen in ihm den nächsten Steve Jobs. Begegnung mit einem Getriebenen.

Von Marc Kowalsky
06.01.2015

Leise spricht er, unaufgeregt, es ist fast ein Singsang. Gesten setzt er nur sehr sparsam ein. Ab und zu streicht ein verschmitztes Lächeln um seine Lippen, doch nur selten blickt er sein Gegenüber direkt an. Die meiste Zeit schaut er auf seine Hände, die er auf den Knien zusammengefaltet hat. Fast wirkt er ein wenig autistisch. Es gibt einen einschlägigen Witz: Woran erkennt man einen extrovertierten Physiker? Antwort: Er schaut auf deine Schuhspitzen. Elon Musk ist Physiker.

Auch wenn sein Auftritt nicht den Anschein macht: Musk ist der momentan wohl spannendste Unternehmer der Welt. Auch der umstrittenste. Sicher der ambitionierteste. Seine Ziele: Nichts weniger als den Mars kolonialisieren. Die Abhängigkeit der Menschheit von fossilen Brennstoffen beenden. Und so ganz nebenher will er gleich zwei Branchen revolutionieren: mit Tesla die Automobilindustrie, mit SpaceX die Raumfahrt.

Manche halten Musk für den nächsten Steve Jobs; sie stellen ihn in eine Reihe mit dem Erfindergenie Thomas Alva Edison oder der Industrielegende Henry Ford. Für andere ist er hingegen nur ein Grossmaul vor dem Herrn. Oder grössenwahnsinnig.

Elon Musk, was antworten Sie jenen ­Leuten, die Sie für einen Megalomanen halten?
«Ist das alles?» (lacht). Ich sollte eigentlich ein Gigalomane sein. Mit Mega, also mit einer Million, kommt man heutzutage nicht sehr weit!

Gibt es eine Herausforderung, von der Sie sagen würden: «Die ist für mich zu gross!»?
Bürokratie ist ziemlich schwierig. Der ­Verkehr in Los Angeles auch. Nein, im Ernst: Ich glaube, man kann fast jede ­Herausforderung meistern. Man muss sich nur entscheiden, an welcher man arbeitet. In meinem Fall sind das nachhaltige Energie und die Erforschung des Weltalls. Es sind die wirklich wichtigen Probleme der Menschheit. Wenn wir das Problem der erneuerbaren Energien bis zum Ende des Jahrhunderts nicht lösen, wird die Weltwirtschaft kollabieren. Und die Erde wird uns eines Tages nicht mehr reichen. Die Menschheit braucht neue Lebensräume.

43 Jahre ist Musk erst alt und hat bereits eine Unternehmerkarriere hinter sich mit Höhen und Tiefen wie kaum ein anderer. Im Moment ist er ziemlich weit oben. Das Wirtschaftsmagazin «Forbes» sieht Elon Musk im Ranking der Mächtigsten der Welt auf Platz 52, vor den Chefs von Volkswagen, General Motors oder Microsoft, vor Fifa-Boss Sepp Blatter. Sein Privatvermögen wird auf 8,5 Milliarden Dollar geschätzt.

Elon Musk realisiert Ideen, die für andere zu gross sind. An der Vision des Elektroautos etwa ist Henrik Fisker gescheitert oder Ex-SAP-Chef Shai Agassi mit seinem Projekt Better Place. Musk hingegen dürfte im soeben zu Ende gegangenen Jahr mit Tesla knapp vier Milliarden Dollar umgesetzt haben. Gerade hat er die schnellste Serienlimousine der Welt vorgestellt, den P85D mit 700 PS. Und die Nasa hat seiner Firma SpaceX kürzlich einen Grossauftrag über 2,6 Milliarden Dollar erteilt, um Astronauten ins All zu schicken. Tony Stark, die Hauptfigur aus der ­Sciencefiction-Serie «Iron Man», basiert auf Elon Musk. Neben Google-Gründer Larry Page verkörpert keiner so sehr die Zukunft wie er.

Noch weiter oben war der gebürtige Südafrikaner Ende letzten August. Seither haben Negativmeldungen den Tesla-Kurs um knapp 20 Prozent sinken lassen. Statt der geplanten 35 000 Limousinen konnte Musk nur 33 000 ausliefern: Die Produktion kam nicht nach. Und die Lancierung seines Geländewagens mit Flügeltüren, Model X genannt, musste er wiederholt verschieben, schliesslich auf Herbst 2015.

Von Ihnen stammt das Zitat: «Wenn man nicht auf die Nase fällt, dann war man nicht innovativ genug.» Was meinen Sie damit?
Wer nicht regelmässig Misserfolge hat, versucht nicht, wirklich innovativ zu sein. Denn wenn immer man etwas tut, das noch nie gemacht wurde, erforscht man ein neues Gebiet. Und Neues funktioniert halt manchmal nicht. Ich meine nicht: phänomenal scheitern. Aber wenn immer alles funktioniert, sind Sie entweder der Mensch mit dem meisten Glück auf der Welt, oder Sie geben sich nicht genug Mühe, neue Wege zu finden.

Also sind Sie selber nicht innovativ genug. Sie sind noch nie richtig auf die Nase gefallen.
Ich habe keine Kriege verloren. Aber ich habe Schlachten verloren. Die ersten drei Raketenstarts bei SpaceX haben nicht funktioniert, das war ziemlich traumatisierend. Tesla ist fast zugrunde gegangen: Wir mussten mit dem Roadster zweimal von vorne beginnen. Es gab viele Herausforderungen.

Haben Sie Versagensängste?
Ziemlich grosse. Ich wünschte, ich hätte weniger Angst. Es ist wirklich nervig.

Wie gehen Sie damit um?
Wenn genug auf dem Spiel steht, überwindet man sich. Trotz der Angst.

Richtig grosse Angst musste Musk während der Finanzkrise haben. Bis dahin sah es nach einer ganz normalen Unternehmerkarriere aus: Der Südafrikaner wandert mit 17 nach Kanada aus, um dem Militärdienst im Apartheidregime zu entgehen, studiert Wirtschaft und Physik, lässt das Doktorandenstudium an der renommierten Stanford University nach zwei Tagen sausen, weil um ihn herum die Internetwirtschaft erblüht. Sein erstes Start-up, ein Online-Verzeichnis namens Zip2, verkauft er an die Suchmaschine AltaVista, das zweite, ein ­Online-Bezahldienst namens X.com, wird später zu PayPal. Als die Firma 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an eBay ­verkauft wird, ist Musk mit 32 Jahren ein gemachter Mann.

Mit seinem Erlös von 165 Millionen Dollar gründet er SpaceX. Um den Faktor zehn sollen Raketenstarts billiger werden, hauptsächlich indem die Raketen mehrfach verwendet werden. Eine ­Boeing 747 werfe man auch nicht nach einem Flug weg, so Musk. Ein Jahr später finanziert er das Start-up Tesla. Sein Masterplan dort: erst mit einem Roadster die Machbarkeit von Elektroautos beweisen, dann mit einer Luxuslimousine die zahlungskräftige Kundschaft gewinnen, schliesslich mit einem Billigauto den Massenmarkt erobern.

Doch anfangs laufen die Kosten aus dem Ruder, bei jedem verkauften Roadster zahlt Tesla 20'000 Dollar drauf. Und bei SpaceX explodieren die ersten drei Raketen nach dem Start, 100 Millionen Dollar verbrennt die Firma ohne greif­bares Ergebnis. Als die Finanzkrise losbricht, stehen beide Firmen vor dem Aus. Musk investiert sein letztes Geld und verschuldet sich, um ihnen zusätzliche Monate zu kaufen.

«Elon hat riesige Eier aus Stahl», ­beschreibt ihn Justine Musk, die erste seiner zwei Ex-Frauen. Ende September 2008 gelingt SpaceX der erste Raketenstart, was einen Grossauftrag der Nasa auslöst. Und ein Dreivierteljahr später ­investiert Daimler 50 Millionen Dollar und rettet Tesla so aus der Finanzklemme. Heute ist die Firma 28 Milliarden Dollar wert.

Was haben Sie von den Nahtod-Erfahrungen bei SpaceX und Tesla gelernt?
Dass ich so etwas nicht mehr erleben möchte. Ich lerne lieber aus Erfolg. Das ist deutlich angenehmer.

Was hätten Sie anders machen sollen?
Ich glaube, wir hätten von Anfang an eine grössere Rakete bauen sollen. Aber damals habe ich mich nicht stark genug gefühlt, auf meiner Meinung zu bestehen. Ich hätte es tun sollen. Wenn man etwas durchdacht hat und von etwas überzeugt ist, dann muss man seinem Instinkt vertrauen und beharrlich sein.

Mit diesem Charakterzug gleicht er dem verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs, mit dem er oft verglichen wird. Und es gibt zahlreiche weitere Gemeinsamkeiten: Beide waren Studienabbrecher, Visionäre, Workaholics, beide führten zwei Grossunternehmen gleichzeitig (bei Jobs war es neben Apple das Zeichentrickfilmstudio Pixar).

Wie Jobs ist Musk von Details besessen: In den ersten Monaten der Produktion des Tesla S untersuchte er persönlich stundenlang jedes Auto, das vom Band lief. «Die falsche Sorte Schraube in einer Sonnenblende fühlte sich an wie ein Dolch in meinen Augen», sagt er. Und ebenso wie früher der Apple-Gründer ist er einerseits gnadenlos gegenüber Mitarbeitern, die seine Erwartungen nicht erfüllen, und schart andererseits hochkompetente Fachleute um sich, die für ihn durchs Feuer gehen würden.

Ist die Fähigkeit, andere Menschen von den eigenen Visionen zu begeistern, eine Begabung? Oder kann jeder Elon Musk oder Steve Jobs sein?
Ich glaube, es gibt vorgegebene Anlagen. Aber häufig schränken sich die Leute selbst ein: Sie sind zu viel mehr fähig, als sie realisieren. Ich weiss nicht, warum sie sich so limitieren. In ihrem Kopf läuft eine Menge Software. Wer hat die Software geschrieben? Das meiste nicht Sie. Also sollte die Software vielleicht nicht so laufen, wie sie es tut. Vielleicht sollten Sie sie umschreiben.

Haben Sie eine Führungsphilosophie?
Du musst alles unternehmen, um das Ziel zu erreichen. Und du erreichst es nur mit tollen Leuten. Eine Firma ist wie eine Mannschaft: Je stärkere Spieler man holt, je mehr diese Spieler zusammen eine schlüssige Strategie verfolgen, desto besser das Ergebnis. Das sicherzustellen, ist der Job des Führers.

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Leute aus, die Sie in Ihre Mannschaft holen?
Ich suche nach Belegen für aussergewöhnliche Fähigkeiten. Das heisst nicht, dass die Person gute Noten gehabt haben oder an die richtige Schule gegangen sein muss. Sondern dass sie in der Vergangenheit ­aussergewöhnliche Dinge getan hat. Das ist ein guter Indikator für die Zukunft.

Musk selber gilt früh als Wunderkind, wird vorzeitig eingeschult. Als Zwölfjähriger entwickelt er ein Videospiel; sein Plan, damit eine Spielhalle zu eröffnen, scheitert am Veto der Eltern. Wenige Monate später hat er seine erste Lebenskrise.

Was war passiert?
Ich habe mir Fragen gestellt über das Wesen des Universums und den Sinn des Lebens. Ich habe verschiedene religiöse Bücher gelesen, aber das hat für mich keinen Sinn ergeben. Dann habe ich eine ganze Menge Philosophen gelesen, Nietzsche, Schopenhauer und so weiter. Das ist sehr deprimierend. Kein Teenager sollte das lesen. Es ist ein Desaster, man fühlt sich elend danach.

Was hat Ihnen die Lektüre gebracht?

Ich kam zum Ergebnis: Was wirklich zählt im Leben, ist das Streben nach mehr Erkenntnis. Damit man die richtigen Fragen stellen kann. Es ist wie im Buch «Per Anhalter durch die Galaxis»: «42» ist die Antwort, aber die Frage ist die eigentliche Herausforderung. Um sie zu finden, braucht es einen wirklich grossen Computer. In diesem Fall: «Das Universum» ist die Antwort. Aber was ist die Frage?

Dem Universum ist er inzwischen näher gekommen: Nach dem anfänglichen Desaster hat SpaceX bislang 15 erfolgreiche Missionen absolviert, Satellitenstarts und Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS. In den nächsten drei Jahren sollen mindestens 30 weitere folgen. 4000 Menschen arbeiten mittlerweile für SpaceX.

Nebenher kümmert sich Musk um irdische Transportprobleme. Im Sommer 2013 hat er die Idee des Hyperloops vorgestellt: ein Konzept für ein Transportsystem aus Vakuumröhren, durch das Passagierkapseln mit 1200 Stundenkilometern geschossen werden sollen. In zehn Jahren könne es Realität sein, so Musk. 100 Freiwillige von Firmen wie Boeing, Yahoo oder der Nasa sowie der Universität von Los Angeles tüfteln bereits an der Umsetzung.

Der Hyperloop passt nicht in Ihr Schema. Es ist kein grosses Problem der Menschheit, das Sie damit lösen wollen.
Mache ich den Hyperloop? Nein, ich mache ihn nicht. Ich habe nur das Konzept dafür geschrieben und es veröffentlicht, sodass andere es umsetzen können. Es ist nicht so schwierig. Der Hyperloop ist die beste Methode, grosse Menschenmengen zwischen Städten zu transportieren, die weniger als 1000 Kilometer von­einander entfernt sind. Ich verstehe nicht, warum man immer noch normale Züge baut. Die sind so langsam. Das ist verrückt.

Warum kümmern Sie sich nicht um Krankheiten? Krebs, Malaria, Ebola, das sind grosse Probleme der ­Menschheit.
Ebola ist eine Pseudo-Sorge. Die Leute sollen sich darum keine Gedanken machen. Auf der Liste der Risiken steht das vielleicht auf Platz 10'000.

Krebs dürfte weiter oben stehen.
Krebs ist schlimm. Aber schauen Sie sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Mitteleuropa an. Die liegt bei ungefähr 80 Jahren, bei Frauen etwas höher. Wenn man alle Formen von Krebs in den ent­wickelten Ländern ausmerzt, steigt die Lebenserwartung um etwa zwei Jahre. Meistens am Ende, Sie werden 82 statt 80. Es ist nicht die Blüte Ihres Lebens. Es ist der schlechteste Teil des Lebens.

Es gibt genug Krebspatienten in der Blüte ihres Lebens.
Krebs zu heilen, wäre in solchen Fällen grossartig. Aber auf der Makroebene bringt es wie gesagt nur zwei Jahre. Wir haben unser genetisches Verfallsdatum mehr oder weniger erreicht. Mit 80 Jahren fällt der Körper auseinander. Was wir also wirklich bekämpfen sollten, ist der Alterungsprozess. Dazu muss man die menschliche Genetik umschreiben. Denn die Gene erzwingen unseren Tod. Das ist eine Aufgabe für die Zukunft.

Das klingt doch genau nach Ihrer Schuhgrösse.
An diesem Problem habe ich noch nicht gearbeitet. Das ist eine so haarige Sache, dass ich sie nie selber angehen wollte.

Aha, es gibt also doch Heraus­forderungen, die Ihnen zu gross sind.
Es ist nicht wissenschaftlich schwierig, aber ethisch schwierig. Sehr schwierig. Weil man am Menschen experimentieren muss.

Erst mal steht Profaneres an. In zwei Jahren will Musk den Tesla Model 3 lancieren, ein Elektroauto für den Massenmarkt zum Preis von 35'000 Dollar. Damit sollen die Stückzahlen auf einen Schlag mehr als verzehnfacht werden, auf 500'000 Autos pro Jahr. Dafür müssen die Kosten für die ­Batterien um ein Drittel sinken. Deshalb lässt Musk gerade für fünf Milliarden Dollar im US-Bundesstaat Nevada die grösste Batteriefabrik der Welt bauen. ­Gigafactory nennt er das Projekt. Eine grosse Fabrik bauen kann jeder. Daraus eine eigene Marke zu machen und einen Marketing-Hype zu kreieren, kann nur Tesla.

Auch sonst macht die Firma einiges anders als normale Autohersteller. Es gibt keine Werbung, keine Rabatte und keine Vertragshändler: Tesla verkauft nur über eigene Filialen oder über das Internet. Die Patente des Elektroautos wären eigentlich ­Milliarden wert – Elon Musk hat sie im letzten Sommer freigegeben.

Wann werden Sie endlich Geld ­verdienen mit dem Tesla?
Wir machen hier und dort winzige Gewinne. Aber Tesla ist in einem rasanten Wachstum. Es macht also keinen Sinn, viel Gewinn erzielen zu wollen. Wir müssen das Geld reinvestieren, um die Produktion zu erhöhen und neue Autos herauszubringen. Schlussendlich wird Tesla profitabel sein, aber erst müssen wir wachsen.

Sergio Marchionne, CEO von Fiat Chrysler, sagt: Damit ein Auto ­wirtschaftlich Sinn macht, müssen davon fünf Millionen Stück verkauft werden. Sie sind bei 33'000 pro Jahr.
Fünf Millionen Stück? Wow. Okay. Das sind viele. Ich glaube, es geht auch mit weniger. Von vielen Automodellen werden keine fünf Millionen Stück verkauft. Ich glaube an hohe Stückzahlen, denn es braucht viele Elektroautos, damit sie Wirkung erzielen. Noch sind wir viel zu klein und irrelevant.

Warum haben Sie alle Tesla-Patente freigegeben?
Damit wollen wir die Verbreitung von Elektroautos beschleunigen. Das schwächt uns zwar gegenüber der Konkurrenz. Aber es hilft uns, gute Ingenieure anzuziehen, und es generiert Goodwill in der Öffentlichkeit. Ich hoffe, dass wir dank dieser beiden Faktoren immer noch kompetitiv sind.

80 bis 85 Stunden arbeitet Musk jede Woche, um seine Visionen zu verwirklichen. Montag ist SpaceX-Tag, dienstags und mittwochs ist er im Silicon Valley bei Tesla, donnerstags und freitags im Design Center in Los Angeles. Am Wochenende versucht er für seine fünf Kinder da zu sein. Nebenher ist er auch noch Chairman der Firma SolarCity seines Cousins. Sie entwirft und erstellt mit 6300 Angestellten Fotovoltaikanlagen und ist die zweitgrösste ihrer Art in den USA.

Gibt es ein Limit, wo es für Sie zu viel wird?
Ich bin jetzt genau an dem Punkt, wo es zu viel ist. Ich würde niemandem empfehlen, bei zwei Firmen gleichzeitig Chef zu sein und bei einer dritten Präsident. Das ist kein Rezept für ein glückliches Leben, wirklich nicht!

Wie lange wollen Sie all diese Funktionen noch ausüben?
Mindestens bis unser Elektrofahrzeug für den Massenmarkt in Produktion ist. Dazu habe ich mich verpflichtet. Danach werde ich entscheiden, wie es weitergeht. Ich werde immer Teil von Tesla sein, die Frage ist nur, ob ich immer das Tagesgeschäft leite.

Und dann hat er noch die ultimative ­Vision, jene, die noch grösser ist als die all der anderen Technikverliebten im ­Silicon Valley und wohl auch grösser, als die Vernunft erlaubt: Elon Musk will mit SpaceX den Mars erobern. Eine Art ­Ersatzheimat soll der Rote Planet werden, wenn die Erde einmal unbewohnbar ist, ein Back-up für die Biosphäre, wie er sagt.

Die groben Pläne für eine Kolonie auf dem Mars hat Musk bereits ausgearbeitet, in zehn bis zwölf Jahren will er die ersten Menschen dorthin schicken. Er selber möchte eines Tages dort sterben, sagt er, nur nicht bei der Landung. Und ein Pendelverkehr zwischen Mars und Erde, davon ist er überzeugt, würde die Raumfahrttechnologie so weit verbessern, dass die Menschheit eines Tages andere Sonnensysteme erreicht.

Bei all den Projekten, die Sie unter­nehmen: Wofür wollen Sie am Schluss in Erinnerung bleiben?
Mir ist egal, ob ich in Erinnerung bleibe oder nicht.

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