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Syngenta-Übernahme bringt einen Cash-Rekord

Syngenta-Übernahme bringt einen Cash-Rekord
Cash-Rekord: ChemChina-Präsident Ren Jianxin (l.) und Syngenta-Präsident Michel Demaré. Keystone

Die Syngenta-Übernahme von ChemChina bringt die grösste Barzahlung der Wirtschaftsgeschichte. Doch die Chinesen zahlen lieber in Dollars statt in Franken. Was dahinter steckt.

Von Dirk Schütz
2017-04-26

Der Deal ist auf der Zielgeraden: Die Syngenta-Führung geht davon aus, dass der Verkauf an die chinesische ChemChina im Mai endlich abgeschlossen werden kann. Heute, am 4. Mai läuft die Frist ab, zu der die Aktionäre ihre Syngenta-Titel andienen können. Wenn 67 Prozent der Aktionäre verkaufen, steht der Deal.

Für Konzernchef Eric Fyrwald und VR-Präsident Michel Demaré steht dann eine sehr spezielle Zahlung ins Haus: ChemChina überweist die Kaufsumme von 43 Milli­arden Dollar in bar – es ist die grösste Barzahlung der Wirtschaftsgeschichte. In der Rangliste der weltgrössten Übernahmen schafft es der Deal zwar nicht unter die Top 20, aber beim Cash-Anteil schon: Alle anderen grösseren Deals wurden mit einem Anteil Aktien bezahlt. Dass der chinesische Staatsmulti die Syngenta-Aktionäre vollständig in Cash bezahlt, macht die Offerte besonders reizvoll.

Chinesen zahlen in Dollars

Die Frage war nur, in welcher Währung. Der Saatguthersteller Syngenta ist im Jahr 2000 aus einer ­Fusion der Agrarsparten von Novartis und AstraZeneca in Basel entstanden und handelt seine Aktien seitdem in Franken. Doch die Chinesen zahlen in Dollars. Die US-Währung sei die Konzernwährung, nennt Syngenta als Begründung, zudem sei sie im Rohstoffgeschäft die Leitwährung, und auch der Grossteil der institutionellen Investoren rechne in Dollars.

Im vertraulichen Kreis wird jedoch noch eine weitere Begründung genannt: Eine Zahlung dieser Grössenordnung hätte auf den Frankenkurs Einfluss haben können, und daran haben weder Syngenta noch die Nationalbank Interesse. Laut jüngster Statistik liegt 
die Schweizer Geldmenge bei 547 Milliarden Franken. Wäre die Zahlung in der einheimischen Währung abgewickelt worden, hätten die Chinesen fast ein Zwölftel der hiesigen Geldmenge benötigt. Der globale Dollarpool ist dagegen mit mehr als 13'000 Milliarden viel grösser. Da der Kurs seit einiger Zeit recht stabil um die Parität pendelt, können die Schweizer Anleger gut damit leben.

 

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