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SwissAward: Kreative Köpfe

Markus (l.) und Daniel Freitag, Roberto Agosta, Albert Baehny.

Im Rennen um den Titel «Schweizer des Jahres» zeigen drei Topmanager Ideenkraft und Durchhaltewillen.

Von Kristina Gnirke
11.12.2012

Wie eine Reise durch die Schweizer Wirtschaftswelt – bunter könnte die Palette an Kandidaten für den diesjährigen Titel «Schweizer des Jahres» in der Kategorie Wirtschaft kaum ausfallen. Einen Monat bevor der SwissAward im Januar an einer Fernsehgala vergeben wird, hat eine Jury die Chefs dreier Firmen für den Wirtschaftspreis nominiert: zwei Beinahe-Künstler, deren Produkt gar im Museum of Modern Art gezeigt wird, einen innovativen Helfer und den CEO eines Industrie-Urgesteins.

Daniel und Markus Freitag haben mit ihren Produkten den Sprung zum Kultobjekt schnell ­geschafft. 1993 schneiderten die Brüder ihre erste Kuriertasche aus rezyklierter Lastwagen-Plane. Zehn Jahre später folgte der Ritterschlag: Das Museum of Modern Art in New York holte die Freitag-Tasche Top Cat in seine Sammlung. Seither sahnen die beiden Gründer der Taschenfirma Designpreise ab und sind nun für den SwissAward Wirtschaft ­nominiert. Gerade in der Taschengilde ist Freitag mehrfach einzigartig – nachhaltig und eine der letzten Firmen, die noch in der Schweiz produzieren. Die Zürcher verarbeiten jährlich 390 Tonnen Planen.

Roberto Agosta macht seiner Kundschaft Beine. Der CEO von SwissLeg überzeugt mit einer cleveren Idee: Insgesamt 24 Millionen Menschen weltweit können sich keine Beinprothesen leisten. Agosta bietet eine bezahlbare Chance. SwissLeg hat eine Produktion entwickelt, die schnell und preisgünstig künstliche Beine herstellt. Flexibles ­Polypropylen, das weniger kostet als herkömmliche Materialien, ein spezielles Design und eine ideenreiche Herstellung schaffen ein Qualitätsprodukt zum fairen Preis, das schon in vier Stunden auf den Kunden abgestimmt werden kann.

Award-Kandidat Albert Baehny mit seinem 1874 gegründeten Konzern ­Geberit kommt im Vergleich beinahe alt daher. Allerdings nur auf den ersten Blick. Der CEO und Präsident behauptet sich trotz hohem Frankenkurs mit seinen Sanitär- und Rohrsystemen bestens im Markt. Der Grund sind die Innovationen aus Rapperswil-Jona, etwa das Dusch-WC AquaClean. So hat der Konzern 2011 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Franken geschafft und auch im ersten Halbjahr 2012 Erlös wie Ertrag gesteigert. 

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