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Zukauf 
Swiss Re schnappt sich britisches Unternehmen

Swiss Re: Die Tochter Admin Re kauft die britische Guardian Financial Services.   Keystone

Der Rückversicherer Swiss Re kauft die britische Finanzgesellschaft Guardian Financial Services. Kostenpunkt: 2,4 Milliarden Franken. Analysten loben den Deal.

Veröffentlicht 23.09.2015

Der Rückversicherer Swiss Re kauft für 1,6 Milliarden Pfund (2,4 Milliarden Franken) das britische Unternehmen Guardian Financial Services. Der Konzern baut damit sein Geschäft mit der Abwicklung von geschlossenen Lebens- und Krankenversicherungsbeständen in Grossbritannien aus.

Verkäufer ist die britische Beteiligungsgesellschaft Cinven. Mit der Übernahme kämen 900'000 Policen aus Grossbritannien und Irland neu zu Swiss Re, teilte Swiss Re am Mittwoch mit. Das Unternehmen solle die Position der Sparte Admin Re als ein führender Anbieter für die Abwicklung geschlossener Lebensversicherungsportefeuilles in Grossbritannien mit nun über 4 Millionen Policen stärken.

Abschluss für 2016 erwartet

Die Akquisition soll laut Swiss Re mit Bargeld und Schulden finanziert werden. Der Rückversicherer geht davon aus, dass der Zukauf den Gewinn steigern wird. Dem Deal müssen noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Der Abschluss der Transaktion sei im frühen Jahr 2016 zu erwarten, schreibt Swiss Re weiter.

«Die Übernahme ist eine ausgezeichnete Möglichkeit für Admin Re, das Geschäft zu vergrössern und das Portfolio zu diversifizieren», wird Swiss-Re-Chef Michel Liès in der Mitteilung zitiert. Die Übernahme beweise, dass die Ambition, mit Admin Re in Grossbritannien profitabel zu wachsen, erreichbar sei.

Die Übernahme wird ausserdem als attraktive Möglichkeit bezeichnet, einen Teil des überschüssigen Kapitals über dem Niveau der konzernweit angepeilten Eigenkapitalrendite von 11 Prozent einzusetzen. «Diese Akquisition passt damit zu den strategischen Zielen von Admin Re und unserer finanziellen Mehrjahresplanung», sagte Finanzchef David Cole.

Weitere Übernahmen denkbar

Der Konzern bleibe trotz dieser Übernahme gut kapitalisiert und die Eigenmittelausstattung verharre «komfortabel über der Risikotoleranz», wird gleichzeitig betont. Auch ändere die Übernahme nichts am bewilligten Aktienrückkaufprogramm. Laut Admin-Re-Chef Bob Ratcliffe sind weitere Übernahmen denkbar.

In einem ersten Analystenkommentar der Bank Vontobel wird der Deal gelobt. Er sei unter anderem wegen der Diversifikation sinnvoll. Und es sei ein positiver Effekt auf den Reingewinn in der Höhe von 5 bis 10 Prozent ab 2017 zu erwarten.

Amin Re hält seit längerem Ausschau nach geeigneten Übernahmekandidaten, um sein Geschäft in Grossbritannien und Kontinentaleuropa zu vergrössern. Vor knapp zwei Jahren wollte Swiss Re seine Tochter mit der britischen Lebensversicherer-Gruppe Phoenix Group zusammenschliessen. Die Übernahmegespräche wurden beendet, nachdem sich die beiden Konzerne nicht auf beidseitig akzeptable Konditionen für einen Abschluss hatten einigen können.

Für Erstversicherer wird Kapital frei

Bei geschlossenen Lebensversicherungen wird kein Neugeschäft mehr gezeichnet. Seit den 1990er Jahren verwaltet Swiss Re über die Abteilung Admin Re Lebens- und Krankenversicherungsprodukte, die von Erstversicherern nicht mehr verkauft werden.

Für einen Erstversicherer besteht der Vorteil einer solchen Transaktion darin, dass Kapital frei wird, das zur Unterlegung der Policen benötigt wurde. Der Rückversicherer versucht, dieses Geschäft mit den Policen-Blocks mit möglichst wenigen Kosten abzuwickeln.

(sda/ccr)

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