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Heikle Mission 
Swiss Re: Kampf der Machtblöcke

Softbank-CEO Masayoshi Son: will sich bei der Swiss Re einkaufen.

Die japanische Softbank setzt auf die UBS, um sich den Einstieg bei der Swiss Re zu sichern. Deren Einsatz zeigt, dass die alten Machtblöcke noch immer spielen.

Erik Nolmans
Von Erik Nolmans
23.02.2018

Die Pläne von Masayoshi Son sind wenig bescheiden: Mit bis zu 30 Prozent will sich der Gründer und CEO des japanischen Mischkonzerns Softbank bei der Swiss Re einkaufen. Falls es dazu kommt, sollen Softbank-Vertreter in den Verwaltungsrat des Rückversicherers einziehen und dort entscheidend mitbestimmen – nicht zuletzt bei der Frage, wie die Swiss Re ihr Portfolio von 160 Milliarden in Zukunft managen soll.

Damit wären die Japaner de facto der bestimmende Faktor im ansonsten zersplitterten Aktionariat. Sie wären auch ein starkes Gegengewicht im Machtgefüge des Rückversicherers, wo Walter Kielholz, Präsident seit 2009, der unangefochten starke Mann ist. 

Für die heikle Mission konnten sich die Japaner die Hilfe eines prominenten Schweizer Wirtschaftskapitäns sichern: Sergio Ermotti, CEO der UBS, habe persönlich für Softbank den ersten Kontakt zu Kielholz hergestellt, berichtete die «Financial Times». Son hat die UBS-Investmentbank mit dem Deal beauftragt – doch dass sich der oberste Chef persönlich ins Zeug legt, ist ungewöhnlich. Die UBS nimmt zum Artikel offiziell keine Stellung, aber aus dem Umfeld von Ermotti wird bestätigt, dass der beschriebene Ablauf stattgefunden hat. 

Ermottis Einsatz zeigt die klassische Blockbildung

Mit dem Einsatz von Ermotti zeigt sich in der Schweizer Finanzwelt die klassische Blockbildung. Denn die Swiss Re wiederum hat sich die Dienste der Credit Suisse gesichert, mit der historisch enge Bande bestehen. So gehörte die CS 1863 zu den Gründern der Swiss Re, es gab Kreuzbeteiligungen, und personell hilft man sich gerne aus:

So war Kielholz bis 2009 Präsident der CS, der heutige Swiss-Re-Vize Renato Fassbind war bis 2010 Finanzchef der CS. In den durch Attacken auf die UBS geprägten neunziger Jahren, als die CS die geschwächte UBS zur Fusion drängen wollte und der angriffige Investor Martin Ebner der UBS im Nacken sass, verhärteten sich die Fronten.

Heute ist die Tonalität allerdings deutlich weniger aggressiv. Im Gegenteil: Laut Insidern hat sich Ermotti von den Japanern die Zusage geben lassen, dass die Annäherung keine feindliche Raiderattacke auf die Swiss Re sei. Sonst hätte er sich nicht zu einem Einsatz bereit erklärt. erik Nolmans

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