Die Aktie von Sunrise ist am Freitag erstmals an der Schweizer Börse gehandelt worden. Der Start ist gut verlaufen. Der Titel legte zum Ausgabepreis bis zur Mittagszeit fast 7 Prozent zu. Nach dem Läuten der Börsenglocke war die Erleichterung der Sunrise-Manager spürbar. Im Gespräch mit handelszeitung.ch zieht Verwaltungsratpräsident Dominik Koechlin ein erstes Fazit.

Die Aktie hat zum Handelsstart gut zugelegt. Sehen Sie Ihre Erwartungen an den Börsengang erfüllt?
Dominik Koechlin: Meine Erwartungen sind mehr als erfüllt, das Interesse im Vorfeld war gross. Die Aktie war mehrfach überzeichnet und man sieht die Nachfrage jetzt auch an der Kursentwicklung. Es ist immer gut, wenn die Aktie ein bisschen über dem Ausgabekurs einsteigt, aber nicht zu viel. Im Moment sieht es sehr gut aus.

Welche Kursentwicklung wünschen Sie sich für die kommenden Wochen?
Ideal wäre, wenn die Aktie stetig ein bisschen steigt.

Sie nennen in Ihrem Börsenprospekt einige Aspekte, die in den nächsten Wochen und Monaten Schwierigkeiten bereiten könnten. Einer davon ist die Konkurrenz durch Orange, sollte das Unternehmen unter Neu-Besitzer Xavier Niel in den Preiskampf gehen. Welche Befürchtungen haben Sie?
Zuerst einmal möchte ich das einordnen. Im Börsenprospekt muss jedes erdenkliche Risiko festgehalten werden, das Sie sich in Ihrer wildesten Fantasie ausmalen können. Das ist ein gesetzliches Dokument, das heisst nicht, dass wir denken, dass es wahrscheinlich so passieren wird. Wir glauben im Moment nicht, dass etwas ganz Furchtbares auf den Schweizer Markt zukommt. Xavier Niel hat viel für Orange bezahlt und hat mit dem Unternehmen eine grosse Kundenbasis. Das ist eine ganz andere Situation als in Frankreich, wo er sein Unternehmen von Null aufgebaut hat.

Sie nennen als Risiko sogar, dass das Image Ihres Werbepartners Roger Federer Schaden leiden und damit auf Ihr Unternehmen abfärben könnte... Drücken Sie also beim Tennis jetzt besonders fest die Daumen?
Das steht im Börsenprospekt?

Ja.
Das zeigt umso mehr, dass der Börsenprospekt ein juristisches Dokument ist, in dem alles festgehalten wird, das einen noch als Risiko in den Sinn kommen könnte. Die Zusammenarbeit mit Roger Federer hat sich hervorragend angelassen. Wir haben ihm schon vorher die Daumen gedrückt und drücken ihm weiter die Daumen. Was auch immer seine Resultate sind, er ist ein hervorragender Markenbotschafter.

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