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Eisern 
Strafzinspolitik: Alles beim Alten bei der SNB

Die SNB hält an ihrem geldpolitischen Kurs fest. Die ersten Reaktionen fallen verhalten aus: Weder der Franken noch die Börse schlagen aus. Das hat einen Grund.

Veröffentlicht 17.03.2016

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verschärft ihre Geldpolitik nicht: Das Zielband für den Drei-Monats-Libor bleibt unverändert bei -1,25 bis -0,25 Prozent. Die Negativzinsen auf Giroguthaben betragen weiterhin 0,75 Prozent.

Die ersten Reaktionen fallen verhalten aus: Der Swiss Market Index (SMI) zog in den ersten Minuten nach dem Entscheid leicht an, die Gewinne verpufften aber sofort. Der Franken-Wechselkurs reagierte ebenfalls kaum. Ein Euro kostete mit 1,0985 Franken praktisch gleich viel wie vor der Bekanntgabe der SNB-Entscheidung.

Jordan macht nicht auf Draghi

Dass weder der Franken noch die Börse ausschlagen, hat einen Grund: Der Entscheid liegt innerhalb der Erwartungen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zwar am 10. März eine weitere Öffnung der Geldschleusen für den Euroraum angekündigt. Weil dies jedoch nicht zu einem verstärkten Druck auf den Schweizer Franken führte, ging die Mehrzahl der Experten von einem Stillhalten der SNB aus.

Auch der Entscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) von Mittwochabend, das Tempo der Zinserhöhung in den USA zu drosseln, brachte keine wesentliche Änderung der Ausgangslage für den Entscheid der Nationalbank.

Aktiv am Devisenmarkt

Die SNB selbst weist in ihrer Lagebeurteilung auf die leicht schlechteren Aussichten für die Weltwirtschaft und die Situation am Devisenmarkt hin. Der Franken sei nach wie vor deutlich überbewertet, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag. Die SNB bleibe darum weiterhin am Devisenmarkt aktiv.

Im Urteil der Nationalbank zeigt sich die Weltwirtschaft zu Beginn des Jahres in einer etwas schwächeren Verfassung als im Dezember. Die SNB rechnet darum neu im laufenden Jahr nur noch mit einem Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) von zwischen 1 und 1,5 Prozent. Zuvor lautete die Prognose auf rund 1,5 Prozent.

Schwaches Wachstum

Eine ähnliche Einschätzung machen die Experten des Bundes: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat jüngst seine Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum 2016 von 1,5 Prozent auf 1,4 Prozent gesenkt.

Die Schweizerische Nationalbank hatte im Dezember 2014 auf einem Teil der Giroguthaben, die Geschäftsbanken bei der SNB halten, Negativzinsen eingeführt, um eine weitere Aufwertung des Frankens zu bekämpfen. Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses hat die SNB diese Zinsen und die Leitzinsen noch stärker in den Negativbereich gedrückt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Geldpolitik wie erwartet ein weiteres Mal bestätigt und bleibt entsprechend «unverändert expansiv». Dafür gibt es laut Sarasin-Chefökonom Karsten Junius mehrere Gründe:

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