Belgien hat einen Unternehmenssteuersatz von 33,99 Prozent. Offiziell. Aber so viel zahlen dort wohl nur die Dummen. Die Klugen wissen eben, dass es auch anders geht. Zum Beispiel mit Steuer-Rulings, wie sie jüngst aus dem benachbarten Luxemburg enthüllt wurden, oder mit Steuerrabatten.

So schafften es etliche Grosskonzerne mit Domizil in Belgien, ihre Steuerlast – trotz hoher Gewinne – gegen null zu drücken. Wie der Bierbrauer-Gigant Anheuser-Busch InBev, der auf einen Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro 0,0 Prozent an Steuern zahlte. Dabei nutzte der Konzern eine Steuergutschrift von 594 Millionen Euro.

Struktur zur Steueroptimierung

Der Konzern zählt zum Reich des Milliardärs Jorge Paulo ­Lemann. Das komplexe Organigramm seiner Finanz- und ­Holding-Beteiligungen erinnert an den Schaltleitungsplan des Passagierschiffs «Queen ­Mary» – eine Struktur, die wohl auch zur Steueroptimierung gewählt wurde.

Lemanns AB InBev befindet sich in guter Gesellschaft, wie eine Liste der 50 grössten ­Steuerprofiteure zeigt, die von der belgischen Wochen­zeitung «LeVif / L’Express» publiziert wurde. Darunter ist auch die Holding Groupe Bruxelles Lambert, die einen Gewinn von 846 Millionen Euro auf null Steuern brachte. Die publizierten 50 Konzerne sparten gesamthaft 6,9 Milliarden Euro an Steuern.

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