Im Schweizer Telecom-Markt ist die Swisscom das Mass aller Dinge. Der Staatskonzern und Ex-Monopolist dominiert das Geschehen – bei den Kunden, beim Regulator, bei der Lobbyarbeit in Bern. Jede Veränderung im Markt muss sich also daran messen, ob sie die Position der Swisscom-Rivalen stärkt oder schwächt.

Im Fall der möglichen Übernahme von UPC durch Sunrise sind sich die Kommentatoren und Experten seltsam einig: Es wäre eine gute Sache, weil Sunrise zu einem stärkeren Gegengewicht zur Swisscom werden könnte. Das mag stimmen.

Fakt ist aber auch: Bei einem Zusammengehen gäbe es einen Swisscom-Rivalen weniger. Es entstünde ein Quasi-Duopol, da Salt ein doch recht kleiner Fisch im Teich ist. Und vor Duopolen graut es mir grundsätzlich. Zwei Anbieter können es sich im Schweizer Markt doch recht gemütlich einrichten – auf Kosten der Kunden und des Wettbewerbs. In dieser Perspektive wäre es deutlich interessanter, wenn mit dem britischen Riesen Vodafone bei UPC ein Player zum Zug käme, der den hiesigen Markt ordentlich aufmischen könnte.

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