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Energiewende 
Stadtwerke: Geld für Wasserkraft aus CO2-Abgabe

Grosswasserkraftwerke stellen rund 60 Prozent der Stromversorgung der Schweiz sicher.Keystone

Grosswasserkraftwerke gingen im Rahmen der Energiewende bis anhin stets leer aus. Doch der Ruf nach Subventionen wird immer lauter. Als Finanzierungsquelle soll nun die CO2-Abgabe dienen.

Von Florence Vuichard
04.03.2015

Grosswasserkraftwerke mit einer Leistung von zehn Megawatt stellen heute rund 60 Prozent der Stromversorgung der Schweiz sicher. Im Rahmen der Energiewende gingen sie bis anhin aber leer aus. Doch jetzt wird der Ruf nach Subventionen immer lauter, insbesondere von Seiten der Stadtwerke und ihrer Gemeinschaftsfirma Swisspower.

«Bundesrat und Nationalrat haben es versäumt, die systemrelevante Grosswasserkraft in Zentrum zu rücken», sagt Swisspower-Chef Ronny Kaufmann gegenüber der BILANZ. «Diese ist aber matchentscheidend.» Deshalb wollen die Produzenten jetzt Subventionen für den bestehenden Wasserpark. Auch die Stadtwerke, selbst wenn sie den Begriff nur ungern verwenden und lieber von Kompensationen oder Deckungsbeiträgen sprechen.

CO2-Abgabe für Wasser

Das Staatsgeld für die bestehende Wasserkraft könnte aus der Kasse der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) kommen, mit der ursprünglich nur die Produktion neuer erneuerbarer Energieformen – Wind, Sonne, Geothermie – hätte gefördert werden sollen, bis diese Marktreife erreichen. Geht es nach dem Nationalrat, wird die KEV von heute 1,5 auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde erhöht, was von Swisspower unterstützt wird und wohl nötig wäre, wenn die Grosswasserkraft jetzt auch noch aus dem Topf bedient werden soll.

David Thiel, Chef der Industriellen Werke Basel (IWB) bringt jetzt gegenüber BILANZ einen weiteren Vorschlag in die Diskussion ein: die CO2-Abgabe, die heute über die Abzüge auf den Krankenkassenprämien rückverteilt wird. Für den IWB-Chef wäre auch eine temporäre Kombination von Mitteln aus der KEV und der CO2-Abgabe möglich. «Man sollte das jedenfalls prüfen», sagt er.

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