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Maggi-Nudeln 
So will Nestlé indisches Terrain zurückerobern

Nestlé will sein Nudel-Fiasko überwinden und plant sein Comeback in Indien: Damit die Inder wieder auf den Geschmack von Maggi-Nudeln kommen, steckt der Lebensmittelkonzern Millionen in Werbeinserate.

Veröffentlicht 23.10.2015

Lebensmittelkonzern Nestlé bereitet die Wiedereinführung seiner Fertignudelgerichte auf dem indischen Markt vor. Vier Monate, nachdem die Produkte wegen angeblich zu hoher Bleiwerte aus den Regalen genommen werden mussten, erhöht das Unternehmen seine Werbeausgaben in Indien massiv.

Nestlé habe im September fast doppelt so viel in Werbung investiert wie im Vormonat, berichtet die «Times of India» unter Berufung auf Daten diverser Medienagenturen. Nachdem die beanstandeten Maggi-Produkte alle Labortests erfolgreich absolviert haben und vom obersten Gericht in Mumbai wieder freigegeben wurden, will Nestlé nun verlorene Marktanteile schnell zurückgewinnen.

«Your Maggi is safe, has always been»

Am Montag begann die Werbeoffensive: In grossen Zeitungsinseraten wirbt das Unternehmen um Vertrauen beim Konsumenten. «Your Maggi is safe, has always been», steht in roten Buchstaben auf gelben Grund – «Deine Maggi-Nudeln sind sicher, und waren es auch schon immer». Über 3500 Tests in Indien, den USA; Kanada, Grossbritannien, Australien, Neuseeland und Singapur hätten die Sicherheit der Fertignudeln bestätigt, verspricht Nestlé.

Die Kampagne wurde laut «Times of India» in allen grossen Tageszeitungen und deren Nachrichten-Portalen geschaltet. Auf die Print- und Onlineoffensive soll Fernsehwerbung folgen, berichtet die grösste englischsprachige Zeitung der Welt weiter. Die McCann-Gruppe soll sich für die Kampagnen verantwortlich zeichnen. Die Werbeagentur zählt zu den weltweit führenden Akteuren mit einem Netzwerk in über 130 Ländern. Zu den bekannteren Arbeiten gehört die «Unbezahlbar»-Kampagne für den Kreditkartenanbieter MasterCard oder die «Pack den Tiger in den Tank»-Werbung von Esso.

Auswirkungen aufs Ergebnis

Der Skandal um die angeblich erhöhten Bleiwerte hat Nestlé in Indien einen heissen Sommer beschert: Nach einem Verkaufsverbot im Juni hatte Nestlé 29'000 Tonnen Lebensmittel verbrannt, wie Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck in einem «Handelszeitungs»-Interview sagte. Das Ergebnis des zweiten und vor allem des dritten Quartals haben denn auch stark darunter gelitten, vor Wochenfrist senkte der Konzern die Prognose für das Gesamtjahr.

(ise)

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