Die Bank Raiffeisen zahlte im Januar 2012 für Wegelin ohne US-Geschäft 560 Millionen Franken. Das zeigen die Dokumente, die New Yorks Staatsanwalt Peet Bharara am Montag vor Gericht eingereicht hat.

Bharara und sein Team nennen die Details des Notverkaufs, um darzulegen, dass Wegelin die anstehende Busse gut wird bezahlen können. Am Montag wird Richter Jed Rakoff den Fall mit einem Urteilsspruch zu den Akten legen. Dabei kann er die an Wegelin erteilte Busse von 20 Millionen Dollar noch abändern.

Der Verkaufspreis war bislang ein gut gehütetes Geheimnis zwischen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz und den Wegelin-Partnern um Konrad Hummler. Vincenz hatte vor einem Jahr lediglich offen gelegt, er hätte für die erworbenen Kundenvermögen der heutigen Notenstein 155 Millionen Franken bezahlt.

Das Herzstück des Verkaufs ist jedoch die Dachfirma Wegelin und Co. AG, die offiziell Besitzerin der Bank Wegelin war. An dieser Dachfirma hielten die acht Partner 63 Prozent; der Rest war im Besitz von Kaderleuten und Mitarbeitern. Laut Bhararas Anwälten zahlte die Bank Wegelin alleine in den Jahren 2002 bis 2011 insgesamt 295 Millionen Franken an Gewinnen in die AG.

Weder Raiffeisen noch Wegelin wollen zum momentanen Zeitpunkt den Verkauf kommentieren.

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

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