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Hotellerie 
Ski-WM bringt mehr Gäste, aber weniger Umsatz

Ski-WM: Das Event bringt nicht die üblichen Gäste nach St. Moritz. Keystone

Während der Ski-WM sind Hotels in St.Moritz fast komplett ausgebucht. Das Event bringt aber nicht die üblichen Gäste und entsprechend weniger Umsatz. An einen positiven Effekt wird trotzdem geglaubt.

Von Gabriel Knupfer
15.02.2017

Während der Ski-WM vom 6. bis 19. Februar sind Hotels und andere Übernachtungsmöglichkeiten in St. Moritz fast vollständig ausverkauft. Selbst in den anderen Ortschaften des Oberengadins können Kurzentschlossene in den nächsten Tagen kaum mehr eine Unterkunft finden. Doch das bedeutet nicht, dass die Hotels auch mehr Geld verdienen.

Für den Motivationscoach und ehemaligen Bündner Hotelier Ernst Wyrsch ist klar: «Die Rentabilität ist während der WM nicht wesentlich besser als sonst im Februar.» Zwar hätten die meisten Hotels volles Haus, doch der Umsatz pro Gast sei tiefer, als in Jahren ohne sportliches Grossereignis.

Rabatte für Ski-Stars und Funktionäre

Ein Grund für die Diskrepanz zwischen Gästezahl und Umsatz ist, dass sich das WM-Publikum von den üblichen Besuchern des mondänen Ferienortes unterscheidet. Unmittelbar könnten deshalb vor allem die preiswerteren Hotels finanziell profitieren, glaubt Wyrsch. Die 5-Sterne-Häuser, welche die Fahrer und Funktionäre beherbergen, geben diesen Gästen Rabatte auf die üblichen Preise.

Heinz E. Hunkeler, Direktor des Luxushauses Kulm Hotel St. Moritz, bestätigt die Einschätzung des Experten: «Wir werden im Februar einen Logiernächte-Rekord verzeichnen», so der Chef. Einen Umsatzrekord erwarte er aber nicht, «da wir gerne einige Kompromisse für die FIS eingegangen sind». Dennoch unterstütze man die Ski-WM als «fantastische Bühne» für den Ort St. Moritz.

Marke in die Welt tragen

Die Sichtbarkeit ist auch für das Suvretta House ein wichtiges Plus der Ski-WM. «Die bereits bekannte Marke St. Moritz wird in die ganze Welt hinausgetragen», sagt Direktor Peter Egli. «Bestimmt werden die Bilder auch Erinnerungen auffrischen und Gäste zum Wiederkehren bewegen», glaubt der Chef des 5-Sterne-Hotels.

«So wie sich Gästebedürfnisse verändern, wird sich auch der St.-Moritz-Gast wandeln», so Egli. Die Zimmerpreise im Suvretta House richten sich nach der Saison und wurden – wie auch im Hotel Kulm – trotz der grösseren Nachfrage für die WM nicht angehoben.

Keine Preisauswüchse

Preisexzesse wie beim WEF in Davos seien während der Ski-WM kaum möglich, erklärt Hotel-Experte Wyrsch. «Das WEF findet jedes Jahr statt und da haben sich die Preise hochgeschaukelt, was zu gewissen Auswüchsen geführt hat.» Bei der Ski-WM sei dies anders: «Die Hotels müssen ein positives Image hinterlassen», so Wyrsch. Die Gäste sollen schliesslich auch nach St. Moritz zurückkommen, wenn einmal keine WM durchgeführt wird.

Trotz der weltweiten Bekanntheit des Tourismusortes müsse man potenzielle Gäste immer wieder daran erinnern, zurückzukehren, sagt Wyrsch. «Die Aufenthaltsdauer wird kürzer, die Gäste haben heute mehr Geld, aber weniger Zeit.» Eine Ski-WM sei deshalb ein wichtiger «Reminder».

Unzufriedene Gewerbler

Sport und Lifestyle gehörten zu den Standbeinen von St. Moritz, sagt auch Kulm-Gastgeber Hunkeler. Während die Hotels durchaus mit einem positiven WM-Effekt rechnen, sieht es beim Gewerbe teilweise anders aus.

Gegenüber «20 Minuten» beschwerten sich mehrere Firmen, dass die Kunden während dem Ski-Event den Ort meiden würden. Die üblichen Kunden – Tagestouristen und Leute aus den benachbarten Dörfern – blieben weg, weil das Dorf während der WM für Privatautos weitgehend gesperrt bleibt.

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