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Schwierige Suche

Anne Héritier Lachat: Nachfolgeregelung bleibt spannend.  Keystone

Die Finanzmarktaufsicht Finma hat ein Nominationskomitee für die Nachfolge von Präsidentin Anne Héritier Lachat gebildet. Bis im nächsten Herbst müsste die Nachfolge geregelt sein.

Von Erik Nolmans
14.10.2014

In die Neubesetzung der Finma-Spitze kommt Bewegung: Der Verwaltungsrat hat ein Nominationskomitee bestimmt, berichten Insider. Als Präsident des Komitees soll Ex-Ständerat Bruno Frick wirken, der seit 2013 dem VR angehört.Finma-Präsidentin Anne Héritier Lachat hat angedeutet, dass sie mit dem Auslaufen ihrer Amtszeit per Ende 2015, lieber aber noch früher abtreten werde. Die Finma wollte zum Wahlprozedere keine Stellung nehmen. Dies liege in der Kompetenz des Bundesrats.

Der Bundesrat ist das Wahlgremium, das Finanzdepartement (EFD) ist die vorschlagende Behörde. Laut EFD-Sprecher Roland Meier beginnt der Suchprozess für die Neubesetzung des Finma-Präsidiums erst mit der offiziellen Rücktritts­erklärung, und die habe noch nicht stattgefunden. Der konkrete Suchprozess laufe dann «unter Einbezug der Finma».

In der Vergangenheit hatte die Finma grossen Einfluss auf die Wahl. So war Héritier Lachat 2011 von Vorgänger Eugen Haltiner auf den Schild gehoben worden. Als Frau und unabhängige Rechtsprofessorin war sie eine Art Gegenentwurf zum Ex-Grossbanker.

Die jetzige Neubesetzung des Präsidiums steht vor dem Hintergrund der generellen Erneuerung des Verwaltungsrats. Durch den überraschenden Abgang von Joseph Rickenbacher per Ende Oktober schrumpft das Gremium auf das gesetz­liche Minimum von sieben Mitgliedern.

Die Suche nach neuen Verwaltungs­räten dürfte nicht einfach werden. Die Funktion ist mit erheblichen Restriktionen verbunden, darf ein Finma-VR doch keinerlei Bezug zur Finanzindustrie haben. Mit 80 000 Franken im Jahr ist der Job bescheiden entlöhnt. Besser dotiert ist das Präsidium mit 320 000 Franken.

Dringend gesucht sind weibliche Mitglieder, ist die Präsidentin doch derzeit die einzige Frau im Gremium. Laut Gesetz hat der Bundesrat auf «die angemessene Vertretung der Geschlechter» zu achten.

Bereits kursieren Namen möglicher Kandidaten fürs Präsidium. Intern werden VR-Mitglied Philippe Egger Chancen zugemessen, Ex-Chef von Axa Winterthur Schweiz. Als externer Kandidat gilt der Genfer Professor Luc Thévenoz. Genannt wird auch ein EFD-Mann: Chefjurist Daniel Roth war acht Jahre bei der Finma und kennt die Behörde gut. 

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