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Goldregen 
Schweizer Fintech-Startup von Daimler übernommen

Jan Reinhart: Verkaufte sein Unternehmen für 20 bis 25 Millionen Franken an Daimler.

Dem Küsnachter Start-up PayCash gelingt 
mit dem Verkauf an Daimler einer der grössten Exits 
der Schweizer Fintech-Szene.

Von Marc Kowalsky
21.02.2017

Es war Daimlers bisher grösste Akquisition im Bereich Mobility: Mitte ­Januar gab der Autokonzern bekannt, PayCash zu übernehmen. Hinter dem Start-up steht ein Schweizer: Jan Reinhart (49) gründete die Fintech-Firma 2011 mit dem Deutschen Jürgen Wolff in Küsnacht ZH, wo noch heute der Firmensitz ist. Dort ­wurden die ersten Versionen der Softwareplattform entwickelt.

Der Fokus wanderte im Lauf der Zeit nach Luxemburg, als PayCash als erstes Fintech-Unternehmen eine Banklizenz nach EU-Recht für E-Money erhielt. «Das Schwierigste war, dass es kein etabliertes Businessmodell für diese E-Money-Lizenz gab», sagt Reinhart. «Alle waren auf der ­Suche: Wie verdiene ich Geld mit dieser Lizenz?» Erst kürzlich kündigte Bundesrat Ueli Maurer für die Schweiz eine Fintech-Lizenz an.

Enormes Umsatzwachstum

Das Geschäftsmodell von PayCash änderte mehrmals: Gestartet als Mobile-Payment-Dienst, kam bald der Umtausch von Geld in Bitcoins hinzu, später das Einlösen von Gutscheinen und dann der Geldfluss für Daimlers Carsharing-Dienst Car2go in China.

«Von der ersten Anfrage bis zum Verkauf vergingen 25 Monate», erzählt Reinhart. «In dieser Zeit hat sich der Umsatz verfünfzehnfacht.» Zum Verkaufspreis schweigt der Entrepreneur, der aus der gleichnamigen Winterthurer Handelsdynastie stammt und lange im Silicon Valley aktiv war. Informierte Quellen sprechen von 20 bis 25 Millionen Franken. Ausser den beiden Gründern waren Family Offices und Privatpersonen an PayCash beteiligt, aber keine Venture Capitalists.

Einheitliche Zahlungsmethode

PayCash ist hochprofitabel und beschäftigt 31 Mitarbeiter. Diese Zahl will Daimler schnell verdoppeln, denn der ­Konzern hat mit der Fintech-Firma Grosses vor: Sie «wird zentraler Baustein in der ­Mobilitäts- und Digitali­sierungsstrategie von Daimler», sagt Bodo Uebber, Finanzchef des Automobilkonzerns.

Künftig sollen Daimler-Kunden alle Smartphone-Zahlungen über die Plattform abwickeln können, etwa für die konzerneigene Taxi-App Mytaxi oder für Leasingdienste. Entsprechend wurde bereits der Name geändert: Nun firmiert PayCash als «Mercedes Pay».

 

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