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Entwicklung 
Schweizer entdecken Online-Supermärkte für sich

Schweizer entdecken Online-Supermärkte für sich
Bis vor die Haustür: Vor allem sperrige Artikel werden gerne im Online-Supermarkt bestellt. Keystone

Lebensmittel werden hierzulande immer öfter an die Haustür bestellt: Wer die grössten Online-Lebensmittelanbieter sind, was den Wachstum angekurbelt hat und was Schweizer am liebsten online bestellen.

Der Online- und Versandhandel wächst. Den meisten Umsatz bringt zwar Heimelektronik. Aber auch frische Lebensmittel werden häufiger via Internet bestellt und von einem Kurier an die Haustür gebracht. Doch der Anteil der Versandhändler am Lebensmittel-Detailhandel ist klein.

Grösste Schweizer Online-Lebensmittelanbieterin ist nach eigenen Angaben die Migros-Tochter LeShop.ch. Ihr Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent auf 93,6 Millionen Franken, wie sie am Montag mitteilte.

Beschleunigung erwartet

Genauere Lieferzeiten, Gebietserweiterungen für die Tageslieferungen und der Ausbau des Abholstellennetzes hätten das Wachstum angekurbelt.

LeShop-Firmenchef Dominique Locher erwartet eine Beschleunigung der Entwicklung: Zurzeit würden in der Schweiz rund 1,8 Prozent der Lebensmittel online gekauft, liess er sich in der Mitteilung zitieren. Nur ein einziger Prozentpunkt mehr entspreche einem Umsatzwachstum von 470 Millionen Franken.

Bisher immer nach oben gegangen ist es auch beim 2001 lancierten Online-Supermarkt coop@home. 2002 machte er 0,5 Millionen Franken Umsatz, und bis 2014 steigerte er sich in zweistelligen Prozentraten. 2015 wuchs der Umsatz um noch 5,5 Prozent auf 120 Millionen Franken, wie Sprecher Ramon Gander mitteilte.

Coop setzt wie LeShop.ch auf Chauffeure und auf Abholpunkte, wo Kunden auf Bestellung vorbereitete Waren beziehen. Lebensmittel werden beim Umsatz von coop@home allerdings nicht separat ausgewiesen. Sie machten aber einen wichtigen Anteil der Verkäufe aus, sagte Gander.

Sperriges im Internet bestellen

Besonders gerne klickten Kundinnen und Kunden schwere und sperrige Artikel an wie Getränke und haltbare Nahrungsmittel wie Mehl oder Zucker. Auch Milch, Gemüse und Früchte würden geordert.

«Wichtig ist ein vertrauenswürdiger Partner, bei dem Waren auch stationär erhältlich sind und der langjährige Erfahrung mit frischen und ultrafrischen Lebensmitteln hat», hält Gander fest.

Den Online-Hofladen Farmy.ch gibt es allerdings nur im Netz, und das seit gut zwei Jahren. Doch die Kunden erhielten Transparenz, sagt PR-Managerin Sophie Känzig. Rund 2000 Bioprodukte, darunter viele aus dem Grossraum Zürich, werden samt Lieferant vorgestellt. 180 Produzenten, darunter viele Bauern, bieten auf Farmy.ch Produkte an.

Mehr Reichweite für Hofläden

«Sie haben eine viel grössere Reichweite als mit einem in ihrer Umgebung bekannten Hofladen», sagt Känzig. Umsatzzahlen veröffentlicht das junge Unternehmen nicht. Etwa die Hälfte der mittlerweile rund 5000 Kunden lebt im Grossraum Zürich, die meisten in der Deutschschweiz.

Auch wenn die Online-Anbieter wachsen, ist der Anteil der über das Internet statt in Läden verkauften Lebensmittel klein. Gemäss dem Bericht «Detailhandel Schweiz 2016» von GfK Switzerland betrug der Anteil der online verkauften Lebensmittel am gesamten Detailhandel 2015 1,8 Prozent. Im Non Food-Bereich waren es 14 Prozent.

Schweizer Privatkunden kauften vergangenes Jahr für 5,3 Milliarden Franken bei Online-Versandhändlern im Inland ein. 0,84 Milliarden Franken gaben sie dabei für Lebensmittel aus. Das entspricht rund 16 Prozent. Laut GfK beherrschen bei den Lebensmitteln die Schweizer Anbieter den Markt.

(sda/ccr)

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