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Schweizer Doppelspitze beim globalen Bankenverband

Mit Axel Weber und Walter Kielholz stehen erstmals zwei Schweizer Vertreter an der Spitze des globalen ­Bankenverbands IIF. Doch das wird nicht lange so bleiben.

Von Dirk Schütz
18.10.2016

Die Ertragskraft des Schweizer Finanzplatzes mag zwar in den letzten Jahren gesunken sein, und das Image war auch schon besser. Doch wenn es um die ­Besetzung der Top-Jobs der Finanz­industrie geht, liegt die Schweiz weltweit ganz vorn. Mit der Wahl des UBS-Präsidenten Axel Weber zum neuen Chairman des Institute of International Finance (IIF), des globalen Bankenverbands, stellt das Land erstmals den Präsidenten und einen Stellvertreter: Swiss-Re-Präsident Walter Kielholz ist bereits seit 2011 Vizepräsident des 40-köpfigen Verwaltungsrates.

Das IIF mit Hauptsitz in ­Washington ist der weltweit tätige Lobbyverband der Finanzindustrie und zählt mehr als 500 Firmen aus 70 Ländern als Mitglieder. Die hochkarätig besetzten Jahrestreffen sind für die Banken- und Versicherungschefs ein absolutes Must.

Klares Commitment zur UBS

Weber übernimmt das Amt zu Jahresbeginn vom HSBC-Vorsteher Douglas Flint, der im Frühjahr bei der britischen Grossbank abtritt. Für den 59-Jährigen ist das Mandat auch ein klares Commitment zur UBS: Auf zehn Jahre hatte er bei seinem Amtsantritt im Mai 2012 seinen Zeithorizont bei der Grossbank beziffert, die fünfjährige Amtsperiode seines neuen Postens fällt genau mit der zweiten Hälfte seines UBS-Mandats zusammen.

In Deutschland flammen immer wieder Gerüchte auf, Weber werde zur Sanierung der ­taumelnden Deutschen Bank in seine Heimat zurückkehren. Doch das ist unrealistisch: Der Job seines Deutsche-Bank-Pendants Paul Achleitner ist mit 800'000 Euro besoldet, bei der UBS ­bezieht Weber dagegen sechs Millionen Franken, und strategisch befindet sich das grösste deutsche Geldhaus in einer kaum lösbaren Situation.

Bereits seit elf Jahren dabei

Dass Kielholz allerdings lange Webers Vize bleibt, erscheint unwahrscheinlich. Zwar verkündete das IIF parallel zur ­Präsidentenkür Webers nur den Abtritt des zweiten Vizepräsidenten Marcus Wallenberg, über Kielholz wurde nichts bekannt. Laut Statuten sollen die VR-Mitglieder jedoch nur zwei Amtszeiten zu drei Jahren ausüben, Kielholz ist aber ­bereits seit elf Jahren dabei.

Zudem gilt es als zweifelhaft, ob der ehemalige CS-Lenker dauerhaft unter Weber wirken möchte. Auch zeichnet sich bei der Swiss Re nach 20 Jahren VR-Zugehörigkeit sein Rückzug im Jahr 2018 ab. Auf diesen Zeitpunkt läuft auch seine Amtszeit beim IFF ab, er zählt dann 67 Jahre. Die Schweizer ­Doppelspitze dürfte also nicht von sehr langer Dauer sein.

 

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