Die Schweiz bleibt eines der Top-Länder für Forscher und Entwickler. Mit Novartis und Roche gehören gleich zwei Schweizer Konzerne zu den Top-Ten-Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben. Dies zeigt die zehnte Auflage einer Studie des Beratungsunternehmens Strategy& (vormals Booz&Company). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) stiegen 2014 weltweit weiter und erreichten ein Allzeithoch von 647 Milliarden Dollar. Der Anstieg verlangsamte sich jedoch von 3,8 Prozent im Vorjahr auf aktuell 1,4 Prozent.

Keine Veränderung gab es in der Rangfolge beim Spitzenduo unter den 1000 untersuchten börsenkotierten Unternehmen weltweit: Am meisten investierten Volkswagen mit einem F&E-Budget von 13,5 Milliarden Dollar (+18,9 Prozent zum Vorjahr) und Samsung (13,4 Mrd. Dollar).

Roche verliert und Novartis gewinnt einen Platz

Roche konnte den dritten Platz vom Vorjahr nicht halten und rutschte mit Forschungsausgaben von 10,0 (Vorjahr: 10,2) Milliarden Dollar neu auf Platz 5. Knapp dahinter folgt Novartis mit Ausgaben von 9,9 (Vorjahr: 9,3 ) Milliarden Dollar. Novartis macht damit innert Jahresfrist einen Rang gut.

Neu vor den beiden Basler Pharmakonzernen liegen Intel (Forschungsausgaben von 10, 6 Milliarden Dollar) und Microsoft (10,4 Milliarden Dollar). Roche und Novartis stemmen dabei allein rund zwei Drittel der Forschungsbudgets aller untersuchten 26 Schweizer Unternehmen. Der Anteil der heimischen Unternehmen am globalen Forschungskuchen liegt bei 4,8 Prozent oder 30,8 Milliarden Dollar.

Schweizer Unternehmen mit hoher Forschungsintensität

Die Studie stellt zudem fest, dass die in der Schweiz ansässigen Unternehmen in Relation zum Umsatz deutlich höhere Forschungsausgaben tätigen. Diese Forschungsintensität liegt hierzulande mit 7,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie weltweit (3,5 Prozent). Roche beispielsweise investiert im Vergleich zum eigenen Umsatz fast viermal so viel in Forschung und Entwicklung als der internationale Primus Volkswagen.

Entgegen dem globalen Trend mit geringeren Zuwächsen bei den F&E-Budgets, investieren chinesische Konzerne weiterhin massiv. Seit 2005 haben sich die Ausgaben von untersuchten chinesischen Unternehmen verfünfundzwanzigfacht.

Forschungsbudget und Innovationskraft korrelieren kaum

Überraschenderweise hat die Frage von Strategy& bei internationalen Führungskräften zu den innovativsten Unternehmen weltweit gezeigt, dass Forschungsbudgets mit der tatsächlichen Innovationskraft der Unternehmen kaum korrelieren.

Unter den so ermittelten innovativsten Unternehmen - Apple (F&E-Budget: 4,5 Milliarden Dollar), Google (8,0 Milliarden Dollar) und Amazon (6,6 Milliarden Dollar) - findet sich nur Google mit Platz neun in den Top Ten der Konzerne mit den grössten Forschungsausgaben. «Geldeinsatz alleine macht aus einem Unternehmen noch keinen Top-Innovator», lautet das Fazit von Carlos Ammann, Geschäftsführer von Strategy& in der Schweiz.

(sda/ccr)

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