Roche-Chef Severin Schwan und Novartis-CEO Joe Jimenez haben das gleiche Problem: Sie müssen Ersatz finden für ihre alternden Blockbuster. Novartis’ Bestseller Glivec zum Beispiel hat in den USA seit Januar keinen Patentschutz mehr, im kommenden Jahr dürfen auch in der EU Nachahmermittel verkauft werden. Auch Roches Milliardenumsatzträger gegen Krebs – Avastin, Herceptin und Rituxan – werden schrittweise bis 2019 den Patentschutz dies- und jenseits des Atlantiks verlieren.

Analysten glauben, dass Roche im ­Vergleich zu Novartis das Patentklippe besser meistern wird. Das zeigt eine Aus­wertung der Wachstumsprognosen von Bankanalysten durch das Researchunternehmen Evaluate Pharma. Dank erfolgreichen Produktneuerungen wie dem Herceptin-Nachfolger Perjeta dürfte ­Roches Absatz von verschreibungspflichtigen Medikamenten bis 2022 im Schnitt um vier Prozent pro Jahr wachsen – Novartis trauen Analysten nur ein durchschnittliches Wachstum von drei Prozent zu.

Roche dürfte demnach 2022 Pfizer vom Thron des Marktführers im Pharmageschäft stürzen; Novartis sollte immerhin Platz zwei verteidigen können, so die Erwartung.

Analysten trauen Roche mehr zu

Der Pipeline von Roche trauen Analysten mehr zu: Wirkstoffe, deren Zulassung bereits beantragt wurde, wie das Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus, sowie Moleküle in der letzten klinischen Testphase, dürften 2022 Umsätze von 7,5 Milliarden Dollar einbringen. Bei Novartis liegt der Vergleichswert bei fünf Milliarden Dollar.

Einen Wermutstropfen hält die Auswertung für beide parat: Roche und Novartis wachsen bis 2022 langsamer als der Gesamtmarkt und verlieren damit voraussichtlich Marktanteile.

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