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Kostenregelung 
Regionalflugplätze sorgen sich um ihre Existenz

Hat ihre Kosten an den Regionalflughäfen bisher quersubventioniert: Skyguide.Keystone

Die Schweizer Flugsicherung Skyguide senkt ihre Gebühren. Doch nicht für alle: Regionalflughäfen blicken in den Kostenabgrund.

Von Dirk Ruschmann
11.06.2015

Regionalflugplätze machen sich Sorgen um ihre Existenz: «Einigen droht zumindest der Rückbau, andere müssen ums nackte Überleben kämpfen», sagt der VR-Delegierte des Flughafens Bern-Belp, Charles Riesen zu Bilanz. Hintergrund ist eine neue Kostenregelung bei der Flugsicherung.

Bisher hat die Schweizer Flugsicherung Skyguide ihre Kosten an den Regionalflughäfen aus anderen Erträgen,  etwa jenen an den Landesflughäfen Zürich oder Genf, quersubventioniert. Diese Praxis ist ab 2016 nicht mehr erlaubt; für das Jahr 2016 gilt noch eine Übergangsregelung, die die Finanzausfälle über die Spezialfinanzierung Luftverkehr (SFLV) ausgleicht. Doch diese Subventionen sinken ab 2017.

Marktöffnung bei der Flugsicherung

Zugleich hat der Bund eine Initiative sistiert, die den Regionalflughäfen eine Marktöffnung bei der Flugsicherung erlaubt hätte: Sie hätten dann, auch um Kosten zu sparen, andere Anbieter als Skyguide mit der Flugsicherung beauftragen können. Nun bleibt Skyguide, zumindest vorerst, Monopolanbieter. Der Berner Flughafen-Chef Charles Riesen sagt, Flugplätze seien erwünschte Wirtschaftsfaktoren, deshalb brauchten sie Planungssicherheit. Und «wenn der Bund das Skyguide-Monopol schützen will, muss er die Kosten dafür auch mitfinanzieren».

Die Finanzlücke ist nach Informationen der Bilanz an vielen Orten beträchtlich: Auf Flugplätzen wie St.Gallen-Altenrhein, Bern-Belp, Grenchen, Lugano oder Sion betragen die Kosten der Flugsicherung jeweils pro Airport und Jahr mindestens zwei bis zu zehn Millionen Franken. Dem stehen allerdings nur Einnahmen an Flugsicherungs-Gebühren von jeweils unter einer Million bis zu maximal rund drei Millionen jährlich entgegen.

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