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Prada: Chinesen haben keine Lust mehr auf Luxus

Prada: Immer weniger Chinesen kaufen Handtaschen und andere Luxusprodukte.Keystone

Dem italienischen Luxusgüterhersteller Prada machen schwache Geschäfte in China und Europa zu schaffen: 2014 ging der Gewinn um 28 Prozent zurück. Im Nahen Osten ist die Nachfrage indes ungebremst.

Veröffentlicht 30.03.2015

Prada SpA hat für das Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang um 28 Prozent vorgelegt. Der Umsatz in China hatte sich abgeschwächt - weniger Chinesen kauften Handtaschen für 2950 Dollar und andere Luxusprodukte.

Wie das Unternehmen mit Sitz im Mailand am Montag mitteilte, fiel der Gewinn für die zwölf Monate bis Ende Januar auf 450,7 Millionen Euro. Die von Bloomberg zusammengestellte Analystenerwartung lag bei durchschnittlich 468 Millionen Euro. Der Aktienkurs reagierte in Hongkong zunächst mit einem Anstieg um bis zu drei Prozent bevor Verluste einsetzten. Gegen 9.40 Uhr MESZ lag die Aktie 0,7 Prozent im Minus.

Den Umsatz wieder beleben

Im Bestreben, den Umsatz wieder zu beleben, hat Prada vor, weniger neue Läden zu eröffnen und mehr Handtaschen im Preissegment von 1000 bis 1200 Euro auf den Markt zu bringen. Damit sollen Fehler korrigiert werden, wie ein übertrieben teurer Produktmix und fehlende Neuheiten, was nach Ansicht von Exane BNP Paribas Käufer in Läden anderer Anbieter getrieben hat.

Es habe «wichtige Änderungen bei bestimmten internen Produktionsprozessen gegeben, deren Auswirkungen vom nächsten Jahr an sichtbar werden», teilte Prada mit. Der Umsatz ging um ein Prozent zurück auf 3,55 Milliarden Euro, wie Prada bereits im Februar berichtet hatte. Weltweite wirtschaftliche Unsicherheiten sowie politische und soziale Spannungen hätten einige Märkte belastet, teilte Prada mit. Auch durch weniger Touristen sei der Umsatz geschwächt worden.

Schwaches Geschäft in Hongkong und Macao

Der Absatz in der Region Asien-Pazifik - dem grössten Markt von Prada mit einem Anteil von 36 Prozent am Gesamtumsatz - ging um drei Prozent zurück. Insbesondere in Hongkong und Macao sei das Geschäft schwach gewesen. In Europa sank der Umsatz um fünf Prozent.

Das Vorgehen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping gegen die Korruption und offizielle Extravaganzen hat die Nachfrage chinesischer Touristen nach Luxusprodukten gedämpft.

In den Ländern des Nahen Ostens nahm der Umsatz um 14 Prozent zu, wobei insbesondere Schuhe und Produkte der Marke Miu Miu gefragt waren. In Japan stieg der Umsatz um acht Prozent, in Nord- und Südamerika um ein Prozent.

(bloomberg/ccr)

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