1. Home
  2. Unternehmen
  3. Paris Air Show 2017: Das ist die Zukunft der Luftfahrt

Aviatik 
Paris Air Show 2017: Das ist die Zukunft der Luftfahrt

Die Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris ist für Hersteller das wichtigste Schaufenster des Jahres. Die besten Neuheiten und Trends vom Überschalljet bis zum fliegenden Auto.

Von Gabriel Knupfer
23.06.2017

An der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget nahe Paris legen die Hersteller ihre Karten auf den Tisch. Das sind die wichtigsten Trends und Neuheiten in diesem Jahr.

1. Airbus und Boeing kriegen Konkurrenz

Seit Jahrzehnten dominiert das Duopol von Boeing und Airbus den Markt für Passagierjets. Auf der Langstrecke wird dies auf absehbare Zeit so bleiben. Auf der Mittel- und Kurzstrecke dagegen nimmt der Druck auf die beiden grossen Player zu. Bombardier, Embraer, Mitsubishi, Sukhoi und Comac zeigen an der Messe ihre Produkte in dem umkämpften Segment.

Der Anteil der Neuen am Gesamtmarkt für Mittelstreckenjets mag mit 8 Prozent noch klein sein. Dennoch müssen sich Boeing und Airbus auf mehr Konkurrenz gefasst machen. Sukhoi (Russland) und Comac (China) können auf die finanzielle Unterstützung ihrer Länder zählen. Und Bombardier wird beispielsweise von Boeing vorgeworfen, den Markt mit Dumpingpreisen zu verzerren.

2. Neuer Anlauf für Überschall-Flugreisen

14 Jahre nach dem Aus für die Concorde entwickelt die Firma Boom einen Überschalljet für Airlines. In Paris gaben die Amerikaner bekannt, dass fünf Fluggesellschaften insgesamt 76 Maschinen vorbestellt hätten. Zu den Erstkunden gehören Richard Bransons Virgin Atlantic Airways mit zehn reservierten Flugzeugen. Die anderen Airlines wurden noch nicht genannt.

Von einer Markteinführung ist Boom indes noch weit entfernt. Das Geld für ein kleines Testflugzeug XB-1 «Baby Boom» hat die Firma aber inzwischen aufgetrieben. Der Zweisitzer soll 2018 erstmals in die Luft steigen. Bis der Airliner mit 45 bis 55 Sitzen fertig ist, dürften aber noch Jahre verstreichen.

3. Update für Riesenvogel A380

Die Nachfrage nach dem grössten Passagierflugzeug blieb zuletzt unter den Erwartungen. Nun hat Airbus die A380 Plus mit mehr Sitzplätzen vorgestellt. Dies wird unter anderem durch eine engere Bestuhlung und schmalere Treppen erreicht.

Neue riesige Winglets reduzieren den Treibstoffverbrauch der verbesserten A380. Das maximale Startgewicht steigt auf 578 Tonnen und lässt den Airlines die Wahl, mehr Treibstoff für eine grössere Reichweite zu tanken oder mehr Passagiere mitzunehmen. Richtig gezündet hat das Update von Airbus indes noch nicht. Die in Paris gezeigten Winglets sind nur Attrappen. Wann die A380 Plus getestet wird, ist noch nicht bekannt.

4. Boeing streckt 737 Max

Erfolgsversprechender als die A380 Plus ist die Neuerung von Boeing. Mit einer gestreckten 737 haben die Amerikaner ein direktes Konkurrenzprodukt zur A321neo von Airbus geschaffen. Bei Boeing füllt der Flieger die Lücke zwischen der bisher grössten 737 und dem Dreamliner Boeing 787.

Mit fast 10'000 ausgelieferten Exemplaren seit 1968 sind die verschiedenen Versionen der 737 zusammen das weltweit meistverkaufte Passagierflugzeug. Auch die 737 Max 10 hat in Paris einen erfolgreichen Start hingelegt. In den ersten Tagen wurden bereits über 350 Bestellungen bekanntgegeben, wobei es sich aber zum Teil um Umwandlungen älterer Bestellungen handelt.

5. Fliegende Autos bald Alltag?

Fast so futuristisch wie Überschalljets sind fliegende Autos. Mehrere Hersteller zeigen in Paris ihre Konzepte und Prototypen der Zukunftstechnologie. Was vor kurzem noch als Utopie erschien – den Verkehr der Megastädte einfach zu überfliegen – könnte in den nächsten Jahren Realität werden.

Bei der Lancierung des ersten fliegenden Autos für den Alltagsgebrauch konkurrieren Grosskonzerne wie Google und Airbus mit Startups wie der slowakischen Firma Aeromobil oder dem französischen Unternehmer Jérôme Dauffy.

Anzeige