Für Patrick Odier*, Präsident der Bankenvereinigung, ist die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative kein Endziel, wie er im Interview mit der «Bilanz» betont. «Das ist nur eine Erschwernis für den Dialog mit Europa.» Das Problem müsse gelöst werden.

«Aber gleichzeitig müssen wir schon einen Schritt weiter denken», sagt Odier. «Das Rahmenabkommen wird kommen, das kann man nicht totschweigen.» Denn die Schweiz sei darauf angewiesen, nicht nur um neue bilaterale Abkommen mit der EU abzuschliessen, sondern auch um die existierenden Abkommen zu retten. «Ohne Rahmenabkommen besteht die Gefahr, dass diese Verträge letztlich auf der Strecke bleiben.»

Wohlstand der Schweiz in Gefahr

Odier plädiert weiter für ein Dienstleistungsabkommen. Schon heute finde die Entwicklung der Finanzbranche im Ausland statt, nicht in der Schweiz. «Das ist eine grosse Gefahr für die zukünftigen Jobs, die nicht mehr hier geschaffen werden. Aber wenn das noch lange andauert, dann wird es auch eine Gefahr für die heute existierenden Jobs und somit für den Wohlstand der Schweiz.»

* Patrick Odier (60) präsidiert seit 2009 die Bankiervereinigung. Der Genfer studierte in seiner Heimatstadt und in Chicago Wirtschafts-und Finanzwissenschaften und trat 1982 bei der Privatbank Lombard Odier ein, seit 1986 ist er Teilhaber, seit 2014 Verwaltungsratspräsident. Odier ist verheiratet, Vater von drei Kindern und wohnt im Kanton Genf.

 

Das ausführliche Interview lesen Sie in der neuen «Bilanz», ab Freitag am Kiosk oder mit Abo jeweils bequem im Briefkasten.

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