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ÖBB-Chef Matthä: «Gut, dass die Schweiz nicht in der EU ist»

Andreas Matthä
Andreas Matthä: Der ÖBB-Chef kann mit flächendeckendem Handynetz in den Zügen sowie mit störungsfreiem W-LAN punkten. In diesen Bereichen hinken die SBB hinterher. Quelle: Lukas Ilgner

ÖBB-Chef Andreas Matthä hat Verständnis für die SBB und sieht sie in gewissen Punkten als Vorblid.

Dirk Ruschmann
Von Dirk Ruschmann
26.04.2018

Trotz der wiederholten Streitereien zwischen SBB und der österreichischen ÖBB über Railjet-Züge aus Österreich, die wegen einiger Minuten verspäteter Ankunft teilweise lange auf die Weiterfahrt nach Zürich warten müssen, äusserte der ÖBB-Chef Verständnis für die kompromisslose Haltung der SBB: «Die SBB müssen wegen ihrer Taktdichte stringent sein. Wir überlegen bei uns immer wieder, ob wir nicht in die Schweizer Richtung gehen müssen.»

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Zur Frage nach dem Leistungsvergleich sagte Andreas Matthä: «Die ÖBB ist in vielen Punkten spitze in der EU, und in Europa sind nur die SBB noch besser. Man müsste wohl sagen: Gut, dass die Schweiz nicht in der EU ist.»

Der Eigenbauspieler

Andreas Matthä hat eine lange Karriere bei der österreichischen Staatsbahn ÖBB hinter sich: Der 55-jährige Betriebswirt und Brückenbautechniker startete 1982 beim ÖBB-Konzern, beaufsichtigte zunächst grosse Bauprojekte, stieg intern mehrere Stufen auf und avancierte vor zehn Jahren zum Vorstand des ÖBB-Teilkonzerns Infrastruktur. Im Juli 2016 schliesslich wurde er zum Vorstandsvorsitzenden (CEO) der übergeordneten ÖBB-Holding berufen – als Nachfolger von Christian Kern, der seinerzeit Regierungschef Österreichs wurde und dies bis Ende 2017 blieb. Matthä ist Mitglied der sozialdemokratischen Partei SPÖ, politisch aber nicht aktiv. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Andreas Matthä

Vorbild für österreichischen Taktfahrplan

Das sehr dichte Fahrplanangebot im «integrierten Taktfahrplan» der SBB, der «letztlich auch Vorbild für den österreichischen Taktfahrplan» sei, bezeichnete er als «guten Schutz» gegen die wachsende Konkurrenz der Fernbusse.

Man müsse «das sehr preissensitive Publikum, das in den Bussen sitzt, als Teil des Wettbewerbs sehen und sich auf die eigenen Stärken konzentrieren: Qualität, Information, Bequemlichkeit, da hat der Zug zweifellos Vorteile.»

ÖBB-Chef Andreas Matthä bietet W-LAN im Waggon, betreibt Nachtzüge profitabel und hat Verständnis für die SBB. Wie das geht, lesen Sie in der neuen BILANZ, erhältlich am Kiosk oder mit Abo bequem im Briefkasten.

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Quelle: Bilanz