Jörg Reinhardts Timing sitzt. Gerade ­hundert Tage im Amt, macht der Novartis-Präsident seine Pläne wahr und räumt unter den schwächelnden Sparten des Pharmakonzerns auf. Aus der Diagnostik-Sparte haben er und Konzernchef Joe Jimenez die Bluttransfusionsdiagnostik herausgelöst und der spanischen Firma Grifols verkauft. Dem Schritt folgen weitere. So dümpelt das Tiermedizingeschäft. Die Konzerne Bayer, Sanofi und Eli Lilly wollen dort zukaufen. Asiens Mittelschicht sucht vermehrt Medizin für ihre Tiere.

Auch die von Pfizer abgespaltene Zoetis könnte mitbieten. In Bayer und Sanofi fände Novartis auch für die freiverkäuflichen Medikamente (OTC) Interessenten. Da könnte angesichts starker Marken wie Otrivin selbst Investor KKR zuschlagen, Anteilseigner des Pharmahändlers Walgreens. «Das Retailgeschäft liesse sich gut mit den OTC-Mitteln verbinden», sagt Helvea-Analyst Olav Zilian. Dagegen werde Novartis das restliche Diagnostikgeschäft wohl behalten, sagt Rahn-&-Bodmer-Analystin Birgit Kulhoff. «Es ist wichtig für das Zukunftsgeschäft mit Medikamenten und passender Diagnostik.» Die Impfstoffsparte hingegen sollte Novartis vor dem Verkauf aufpäppeln. 

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