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Neue Whistleblower-Affäre: Ex-Hyposwiss-Mitarbeiter verhaftet

St.Galler-Katonalbank: Bei der Tochter Hyposwiss steht ein Ex-Mitarbeiter unter Verdacht des Datendiebstahls. (Bild: Keystone)

Die Bundesanwaltschaft hat einen ehemaligen Mitarbeiter der St.Galler-Kantonalbank-Tochter Hyposwiss verhaftet. Das bestätigten die Bundesanwaltschaft und die Bank. Die Verhaftung fand offenbar im Zusammenhang mit unbestätigten Geldwäscherei-Vorwürfen gegen die Hyposwiss statt.

Von Timo Nowack
28.02.2012

Whistleblower-Affäre bei der Hyposwiss: Die Bundesanwaltschaft (BA) hat am 16. Februar einen externen ehemaligen Mitarbeiter der St.Galler-Kantonalbank-Tochter festgenommen.

«Die Bundesanwaltschaft führt eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf 'Datendiebstahl' (wirtschaftlicher Nachrichtendienst und Bankgeheimnisverletzung) zum Nachteil der Hyposwiss Privatbank AG», teilte die BA auf Anfrage von «Handelszeitung Online» mit.

«Wir bestätigen, dass wir von der Bundesanwaltschaft über die Verhaftung eines ehemaligen Mitarbeiters der Hyposwiss informiert worden sind», sagte ein Sprecher der St.Galler Kantonalbank. Von der BA heisst es, das Verfahren sei am 19. Januar aufgrund der Anzeige einer Anwaltskanzlei eröffnet worden, welcher zuvor Bankdaten zum Kauf angeboten worden waren.

Die «dringend tatverdächtige Person» verbleibt laut BA wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Ausserdem gehen die Ermittlungen weiter: «Die andauernde Untersuchung drängt laufend weitere Ermittlungsmassnahmen auf.»

2 Millonen Franken gefordert

Laut Informationen von «Handelszeitung Online» soll die Verhaftung in Zusammenhang mit einem auf den 15. Januar datierten anonymen Schreiben stehen, in dem der Hyposwiss Geldwäscherei vorgeworfen wird.

In dem der Redaktion vorliegenden Brief behaupten zwei mutmassliche ehemalige Hyposwiss-Mitarbeiter, Vladimir Potanin sowie zwei weitere russische Oligarchen seien die grössten Profiteure der angeblichen Geldwäsche. Ausserdem wird der Zürcher Rechtsanwalt und Vermögensverwalter Hans Bodmer als Angelpunkt der Fälle bezeichnet.

Die Autoren des Schreibens fordern 2 Millionen Franken als Preis für die Lieferung von Daten, welche die Hyposwiss belasten sollen. Als Beleg sollen demnach sogenannte «Datenbank-Snapshots» dienen. Bei dem Verhafteten handelt es sich den Informationen zufolge offenbar um einen der beiden Männer.

Russischer Machtkampf

Der russische Oligarch Oleg Deripaska hatte der Hyposwiss schon im vergangenen Jahr Geldwäscherei vorgeworfen und hatte dabei seinen Rivalen Potanin im Visier. Die beiden konkurrieren um die Macht beim weltgrössten Nickel-Produzenten Norilsk Nickel.

Die Hyposwiss wehrte sich und teilte am 21. Dezember mit: «Die Hyposwiss Privatbank hat laut unabhängiger Prüfung keine Geldwäscherei betrieben und alle entsprechenden Meldepflichten eingehalten.» Auch der damals ebenfalls beschuldigte Bodmer wies die Vorwürfe zurück.

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