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Nestlé-Präsident setzt jetzt auf Uhren

Peter Brabeck und Uhr von HYT: Grosser Name für den kleinen Luxushersteller. PR/Keystone

Die ausgefallene Uhrenmarke HYT hat einen namhaften Investoren gefunden: Nestlé-Präsident Peter Brabeck beteiligt sich an einer Finanzierungsrunde des Neuenburger Luxusherstellers.

Von Gabriel Knupfer
25.02.2016

Die Uhrenmarke HYT und ihre Schwestergesellschaft Preciflex haben 23 Millionen Franken für eine neue Uhrenlinie eingesammelt. Zu den Investoren zählen neben den Gründern und bisherigen Aktionären auch Peter Brabeck und eine Tochterfirma von Tetra Pak.

In einer Medienmitteilung vom Donnerstag zeigt sich HYT begeistert vom Deal mit dem Nestlé-Präsidenten. «Das Kapital aufzustocken ist nicht besonders schwierig», erklärt Patrick Berdoz gegenüber der Westschweizer Zeitung «Le Temps». «Aber gute Partner zu finden, die dem Unternehmen einen realen Mehrwert bringen, ist nicht ganz so einfach», so der Verwaltungsratspräsident von HYT und Preciflex.

«Glücksfall» Brabeck

Mit Brabeck sei es gelungen, ein Schwergewicht der Schweizer Wirtschaft an Bord zu holen. Ein «Glücksfall», sagt Berdoz. Dass das ursprüngliche Ziel von 15 Millionen Franken klar übertroffen wurde, ist dabei noch ein zusätzliches Zückerchen. Das Geld ermögliche HYT die Preise pro Uhr auf 25'000 bis 30'000 Franken zu drücken, so Berdoz. Zudem könne man ein Einsteigermodell entwickeln, welches aber nicht unter dem Namen HYT oder Preciflex lanciert werden soll.

HYT gehört zu den ausgefallenen Uhrenmarken im Luxussegment. Dank komplexer Hydromechanik stellt die Firma die einzigen Uhren her, bei der die Zeit mit Flüssigkeiten dargestellt wird. 2012 gewann HYT für die H1 den Preis als innovativste Uhr des Jahres am Grand Prix d'Horlogerie de Genève. Die Stückpreise liegen heute durchs Band bei über 50'000 Franken.

Wie Dieter Meier und Philippe Gaydoul

Für Zulieferer Preciflex sei HYT ein «Schaufenster», erklärt Berdoz. Preciflex forscht im Bereich Flüssigkeiten. Die Uhrenindustrie ermögliche eine schnelle Lancierung neuer Ideen, sagt Berdoz. Das Potenzial der Flüssigkeiten reiche aber in viele Bereiche, wie etwa die Autoindustrie oder die Medizin.

Peter Brabeck ist nicht der erste Unternehmer, der sich aus einer anderen Industrie in den Uhrenbereich vorwagt. Dieter Meier, Unternehmer und Musiker bei Yellow, war bei Ulysse Nardin drin. Thomas Matter und Philippe Gaydoul waren an Hanhart beteiligt. Und der Burgdorfer Industrielle Willy Michel ist bei Armin Strom in Biel engagiert.

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