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Aufregung 
Nationalbank: viel Echo, kaum Zins

Kaum eine Schweizer Bank wird Thomas Jordan Zinsen bezahlen müssen.  Keystone

Gross war das Echo, doch die Negativzinsen auf Konten bei der Nationalbank führen wegen sehr hoher Freibeträge kaum zu Zinszahlungen.

Von Harry Büsser
06.01.2015

Gross war das Echo, als Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), am 18. Dezember 2014 Negativzinsen ankündigte. International berichteten Bloomberg, «Wall Street Journal», ­«Financial Times» und viele andere. Trotz des grossen Echos werden die effektiven Zinszahlungen aber klein sein.

Die SNB verlangt Zinsen dafür, dass die Banken Geld bei ihr parkieren. Da sehr hohe Beträge bei der SNB lagern, wären auch ­hohe Zinszahlungen zu erwarten. Wegen hoher Freibeträge ist das aber nicht so.

Viel Wirbel um wenig

Konkret lagern inländische Institute per Anfang Jahr 320 Milliarden Franken bei der SNB. Da aber der zinsfreie Betrag für alle inländischen Banken zusammen bei 293 Milliarden Franken liegt, fällt nur auf der Differenz von 27 Milliarden Franken ein Zins an. Daraus lässt sich eine effektive Verzinsung auf den 320 Milliarden von –0,02 Prozent berechnen. Viel Wirbel um wenig.

Die Kantonalbanken und auch die Grossbanken lagern weit weniger als die Freibeträge bei der SNB. Die Grossbanken könnten ihre Kontostände bei der SNB gar verdoppeln. Einzig von der PostFinance ist bekannt, dass sie rund vier Milliarden mehr bei der SNB parkiert hat, als ihr Freibetrag wäre.

 

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