Hans Grether, der mit den Nivea-Besitzern befreundet war, hatte im Zweiten Weltkrieg deren Markenrechte treuhänderisch übernommen, damit diese den Alliierten nicht in die Hände fallen konnten. Als diese Transaktion nach dem Krieg rückgängig gemacht wurde, überliessen die Deutschen Hans Grether aus Dankbarkeit die Hälfte ihrer Schweizer Tochtergesellschaft. Von diesem historischen Arrangement profitiert Doetsch Grether bis heute. Denn die Eidgenossen sind Weltmeister im Pro-Kopf-Verbrauch von Nivea-Produkten. Die hiesige Beiersdorf-Tochter, deren Verwaltungsrat Esther Grether präsidiert, setzt mit Salben, Sticks und Lotionen der Dachmarke Nivea sowie weiteren einträglichen Brands wie Atrix, 8x4 und Labello jährlich über 150 Millionen Franken um und befindet sich mit einer Umsatzrendite von 17 Prozent auch bezüglich Ertragskraft in beneidenswerter Verfassung. Seit der umsatzstärkste Grossverteiler des Landes, die Migros, Nivea-Produkte im Sortiment führt, boomt das Geschäft mit der «Mutter aller Salben» und ihren Derivaten erst recht.

Die Dividende, die das Joint Venture abwirft, fliesst nicht etwa in die Betriebskasse von Doetsch Grether, sondern wird jeweils direkt an die Grether AG überwiesen, wo die Beiersorf-Aktien parkiert sind. 46 Prozent an dieser Holdinggesellschaft hält nach eigenen Angaben die Mutter, während auf ihre beiden Kinder je 27 Prozent der Aktien entfallen.

Organisatorisch betrachtet, gilt es, die Beiersdorf-Beteiligung also vom Kerngeschäft zu unterscheiden, auch wenn die Achse nach Hamburg für das Wohlergehen des Basler Familienbetriebs eine wichtige Rolle spielt und der deutsche Pflegemittelgigant regelmässig gewisse, nicht nur für die Schweiz bestimmte Produkte und Packungsgrössen von DG herstellen lässt und so dazu beiträgt, dass die Kapazitäten der befreundeten Firma häufig gut ausgelastet sind.

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