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Milliardär-Mantegazza will bei Monarch aussteigen

Monarch Airlines: Neue Strategie ist beschlossene Sache.  Keystone

Seit Jahren investiert der Tessiner Milliardär Sergio Mantegazza in die britische Monarch Airlines. Doch offenbar ist Mantegazza nun bereit, seine Investition in die Fluggesellschaft zu veräussern.

Von Volker Strohm
21.08.2014

BILANZ schätzt das Vermögen der Tessiner Brüder Sergio und Geo Mantegazza auf drei bis dreieinhalb Milliarden Franken. Der 86-jährige Sergio hat sein Geld vor allem im Touristikgeschäft verdient – die von seinem Vater Antonio gegründete Globus Travel Services wird heute von Sojn Fabio geführt.

Zum Firmengeflecht gehört auch die britische Monarch Airlines, in die der heute in Monaco residierende Sergio Mantegazza seit 2009 nicht weniger als 120 Millionen Pfund eingeschossen hatte, um operative Löcher zu stopfen. 2013 schrieb das Unternehmen nach einer Strategieänderung wieder Gewinn: Reisende können bei der einstmals reinen Chartergesellschaft für Reisebüros seither auch selbst Flüge buchen.

Vom Chartergeschäft zum Linienflieger

Das scheint zu funktionieren: Nun hat Monarch entschieden, das Chartergeschäft komplett aufzugeben und bis 2015 zur reinen Linienanbieterin zu mutieren, wie das Branchenmagazin «Travel Weekly» schreibt. Diesem Schritt sollen 1000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen, berichtete vergangenes Wochenende «The Sunday Times».

Und Sergio Mantegazza sei offenbar bereit, seine Investition in Monarch zu veräussern. Laut Bericht sei das Beratungsunternehmen PwC von ihm mit der Planung eines entsprechenden Ausstiegs beauftragt worden. Mit Better Capital, HIG Europe, Towerbrook und Indigo werden von britischen Medien auch bereits konkrete Kaufinteressenten genannt – sollte der Preis für Mantegazza akzeptal sein, wie es heisst.

Sportbegeisterte Familie

Die Familie Mantegazza ist insbesondere in der Tessiner Sportwelt ein Begriff: Sergios Bruder Geo, Ingenieur und Immobilienspezialist, führte in den 1980er-Jahren mit Kapitalspritzen den HC Lugano an die Spitze des Schweizer Eishockeys – dessen Tochter Vicky ist heue Präsidentin der «Bianconeri».

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