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Migros: Volle Pulle

Nicht seine Idee: CEO Herbert Bolliger.

Mit dem Tegut-Kauf geht die Genossenschaft Zürich grosse Risiken ein.

Von Stefan Barmettler
23.11.2012

Die Migros ist ein spezieller Laden. Zuoberst thronen eine Geschäftsleitung (7 Leute) und ein Verwaltungsrat (23 Mitglieder). Doch wenn es um riskante Auslandakquisitionen geht, haben die Top-­Gremien nichts zu ­melden. So lief es beim Kauf der Supermarktkette Tegut in Deutschland. Diese war das Projekt von Jörg Blunschi, Chef der Migros-Genossenschaft Zürich (siehe ­BILANZ 19/12). Die Konzernleitung wurde nebenher informiert, als der Deal kurz vor der Fina­lisierung stand. Bloss Konzernchef Herbert Bolliger wusste davon. Der VR wurde post festum ins Bild gesetzt.

Für die defizitäre Tegut, die derzeit umstrukturiert wird, bezahlen die Schweizer gemäss BILANZ-Recherchen 120 Millionen Franken. Blunschi hat Grosses vor. Jeder Deutsche solle künftig in einem Tegut-Supermarkt einkaufen können, verkündete er. Es gibt viel zu tun: Tegut ist erst in 5 der 16 Bundesländer vertreten. Nötig werden Investitionen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe für Expansion und Umbau. Blunschi weiss um den Zustand der 280 Filialen: «Bei der einen braucht es nur eine Pinselkosmetik, bei einer anderen muss man ­Mobiliar umstellen, und bei einer dritten braucht es eine Revitalisierung.» Neu wird M-Industrie-Chef Walter Huber Blunschi auf die Finger schauen. Huber zieht ins Strategiegremium von Tegut ein. 

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